Krauss Typ XLVai
| Krauss Typ XLVai | |
|---|---|
| Nummerierung: | Tagebau Neukirchen 397-1-22 und 398-1-22 |
| Anzahl: | 2 |
| Hersteller: | Krauss, Fabriknummern 5810–5811 |
| Baujahr(e): | 1907 |
| Ausmusterung: | um 1955 |
| Bauart: | Bn2t |
| Spurweite: | 900 mm |
| Länge über Kupplung: | 7800 mm |
| Höhe: | 2.600 mm |
| Breite: | 2.250 mm |
| Gesamtradstand: | 1800 mm |
| Kleinster bef. Halbmesser: | 40 m |
| Leermasse: | 16 t |
| Dienstmasse: | 20 t |
| Reibungsmasse: | 20 t |
| Radsatzfahrmasse: | 10 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 18 km/h |
| Indizierte Leistung: | 150 PS |
| Anfahrzugkraft: | 51 kN |
| Treibraddurchmesser: | 780 mm |
| Steuerungsart: | Stephenson-Steuerung |
| Zylinderanzahl: | 2 |
| Kesselüberdruck: | 12 bar |
| Bremse: | Wurfhebelbremse |
Die Lokomotiven Typ XLVai waren schmalspurige Dampflokomotiven mit einer Spurweite von 900 mm für Tagebaue der Lokomotivfabrik Krauss & Comp. in München. Es sind zwei Lokomotiven bekannt, die 1907 hergestellt und bis in die 1950er Jahre in verschiedenen Bereichen im Tagebau Borna-Ost/Bockwitz bei Borna in Sachsen eingesetzt waren.
Geschichte
Vorgeschichte
Zweiachsige Krauss-Lokomotiven in Tagebaubetrieben mit der Spurweite von 900 mm gab es schon um 1901.
1907 wurden mit den Fabriknummern 5810 und 5811 zwei zweiachsige Lokomotiven an die Niederlausitzer Kohlenwerke geliefert. Diese Lokomotiven erhielten die Typbezeichnung XLVai.[1] Der genaue Einsatzort der Lokomotiven ist nicht bekannt, möglicherweise wurden sie zum Tagebauaufschluss des Tagebaubetriebes Kraft I verwendet. Bei der Tagebaueröffnung für den Abraumbetrieb der Grube wurden zwei Dampflokomotiven von Krauss mit anderen Lokomotiven und Kastenkippern mit 4 m³ Inhalt verwendet.[2] Nach der Auskohlung des Tagebaugebietes Kraft I wurden die Fahrzeuge von der Petergrube übernommen. Die Elektrifizierung erfolgte dort 1941.[3]
Nachkriegsgeschichte
Obwohl die Petergrube 1946 unter die Reparationen der Sowjetunion fiel, wurden die beiden Krauss-Lokomotiven Anfang der 1950er Jahre mit den neuen Nummern des DDR-Bergbaubezeichnungssystemes 397-1-22 (Krauss 5810)[4] und 398-1-22 (Krauss 5811)[5] im Tagebau Borna-Ost/Bockwitz sowie im Tagebau Witznitz geführt.
Daten über die Ausmusterung der Lokomotiven sind nicht vorhanden, aber Dampflokomotiven waren noch bis Mitte der 1960er Jahre im Hilfsfahrbetrieb und an den Veredelungsstandorten im Rangierdienst eingesetzt, bis sie vollständig von Diesellokomotiven wie der LKM V 10 C abgelöst werden konnten.[6]
Konstruktive Merkmale
Der mit einer Blechstärke von 12 mm ausgeführte Blechrahmen war als Wasserkastenrahmen ausgebildet. Die Lokomotive besaß neben dem Kessel zwei seitliche Kästen, die zur Bunkerung des Kohlenvorrates dienten. Die Pufferbohlen trugen die als Mittelpufferkupplung ausgebildete Kupplung, die mit breiten Stoßblechen als Entgleisungsschutz beim Schieben von Wagen in engen Bogenradien ausgebildet war.
Die Lokomotiven wurden als Nassdampflokomotiven ausgeführt. Der gewalzte Flammrohrkessel war mit einer stählernen Feuerbüchse ausgestattet. Er bestand aus zwei Schüssen. Auf dem ersten Schuss saß der Dampfdom mit Regler, der durch ein Gestänge bedient wurde. Auf der Haube des Dampfdomes waren zwei Sicherheitsventile mit Druckfedern angebracht. Auf dem zweiten Kesselschuss saß der Sanddom, von dem ein Sandfallrohr zwischen den ersten und zweiten Radsatz herabführte. Die Sandung erfolgte mit Handbedienung. Die Rauchkammer besaß einen runden Verschluss. Gespeist wurde der Kessel durch zwei Injektoren. Die Zweizylindermaschine besaß horizontal angeordnete Zylinder mit Flachschieber, die über eine Stephenson-Steuerung den zweiten Radsatz antrieben. Der Kreuzkopf wurde zweischienig auf der Gleitbahn geführt.
Die Handbremse wirkte auf den hinteren Radsatz. Zum Wasserfüllen waren beidseitig auf dem Umlauf vor der Rauchkammer mit dem Wasserrahmen verbundene Stutzen vorhanden, in den ein Schlauch gesteckt werden konnte. Die Lokomotive besaßen zwischen Zylinder und Pufferbohle eine Holzbohle als Rangiertritt.
Literatur
- Bernhard Schmeiser: Krauss-Lokomotiven mit vollständiger Lieferliste, Wien 1977, Verlag Slezak, ISBN 3-900134-36-7
- Museum Borna, Datenliste Braunkohlengeräte, versch. Geräteskizzen, Geräteskizzen 0051 und 0052
Einzelnachweise
- ↑ Bernhard Schmeiser: Krauss-Lokomotiven mit vollständiger Lieferliste, Wien 1977, Verlag Slezak, ISBN 3-900134-36-7, Seite 100
- ↑ Frank Barteld, Kohlebahnen im Bornaer Revier, Verlag Barteld Berga/Elster, 2011, ISBN 978-3-935961-14-1, Seite 30
- ↑ Frank Barteld, Kohlebahnen im Bornaer Revier, Verlag Barteld Berga/Elster, 2011, ISBN 978-3-935961-14-1, Seite 32
- ↑ Museum Borna, Datenliste Braunkohlengeräte, versch. Geräteskizzen, Geräteskizze 0051
- ↑ Museum Borna, Datenliste Braunkohlengeräte, versch. Geräteskizzen, Geräteskizze 0052
- ↑ Frank Barteld, Kohlebahnen im Bornaer Revier, Verlag Barteld Berga/Elster, 2011, ISBN 978-3-935961-14-1, Seite 194