Corona ball

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Corona ball (deutsch wörtlich: „Koronaball“) ist eine englische Bezeichnung für die am Ende von Stabantennen oder einzelnen Antennenelementen zuweilen angebrachte elektrisch leitende Kugel. Diese dient zur Verhinderung von unerwünschten Koronaentladungen.[1]

Die wörtliche deutsche Übersetzung ist wenig verbreitet. Man findet hingegen Fachtermini wie: „Koronaschutzkugel“, „Korona-Abschirmkugel“, „Koronakappe“ und „Glimmschutzkugel“.

Hintergrund

Aufgrund des Spitzeneffekts ergibt sich eine erhöhte elektrische Feldstärke am Ende von elektrischen Leitern, insbesondere wenn diese spitz zulaufen. Hierdurch können elektrische Entladungen hervorgerufen werden, genannt Spitzenentladungen, die als Lichtfunken sichtbar werden.

Bekannt ist dieser physikalische Effekt seit Jahrhunderten, beispielsweise aus der Seefahrt: An der Spitze von Schiffsmasten sind bei gewittrigen Wetterlagen solche Entladungen zu beobachten und werden dort als Elmsfeuer bezeichnet (Bild).

Bei Antennen treten Koronaentladungen dieser Art bei Sendeleistungen ab etwa 100 W auf, insbesondere auch an der Spitze von Stabantennen (siehe auch: Foto einer Koronaentladung unter Weblinks). Um dem entgegenzuwirken, also die Feldstärke an der Spitze zu verringern und Entladungen dort zu vermeiden, werden solche Antennen am Ende mit einer metallischen Kugel versehen. Als Material wird häufig Aluminium oder Stahl verwendet, es gibt aber auch Kugeln aus Kupfer oder Messing.[2][3] Durch diese einfache Maßnahme wird der Spitzeneffekt wesentlich reduziert und die Koronaentladungen zumeist vermieden.

Die Kugel muss nicht perfekt rund sein. Es gibt auch ellipsoide Formen, die ihren Zweck gleichermaßen erfüllen. Wichtig ist die abgerundete Oberfläche im Gegensatz zur schädlichen Spitze. Neben der elektrischen Wirkung erfüllt die Kugel auch eine präventive, denn sie beugt Stichverletzungen vor.

Anwendungen

Verwendet wird sie beispielsweise bei Peitschenantennen für den Mobilfunk oder Amateurfunkdienst und bei Sekundärradarantennen im Flugfunk (Bild).

Aber nicht nur in der Hochfrequenztechnik, sondern auch in der Hochspannungstechnik sieht man solche Kugeln. So haben Hochspannungs-Tastköpfe – anders als gewöhnliche Tastköpfe – keine Prüfspitze (im wörtlichen Sinn), sondern ein kugelförmiges vorderes Ende der Prüfsonde.

Kugeln dieser Art kennt man auch von Hochspannungsanlagen und aus Hochspannungslabors, allerdings dort in ungleich größerem Maßstab (siehe auch: Anwendungen in Hochspannungslabors).

  • Foto einer Kugel am oberen Ende einer Peitschenantenne.
  • Foto einer etwas anderen Bauform.
  • Foto einer Koronaentladung an der Spitze (noch ohne Kugel) einer Stabantenne.
  • Korona-Abschirmkugeln. In: CoronaringFactory. 2025;.
  • Reno Cyr: Gunny’s GP Riser & Corona Ball on a 102” Whip. Topped of with a beautiful polished aluminum corona ball antenna tip. In: YouTube-Video. 4. Februar 2011; (englisch, 4′04″, Hinweis auf den corona ball nach 1′42″).

Einzelnachweise

  1. Corona Balls. In: antennapartsoutlet. 2026, abgerufen am 1. Januar 2026 (englisch).
  2. Corona Ball. In: Thompson Lightning Protection. 2011, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
  3. Corona Balls. In: Eastern Voltage Research. 2026, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).