Kopano Matlwa Mabaso

Kopano Matlwa Mabaso (* 1985 in Pretoria) ist eine südafrikanische Schriftstellerin und Ärztin.[1][2] Bekannt wurde sie mit den Romanen Coconut (2007), Spilt Milk (2010) und Period Pain (2017).[3][4][5] Für Coconut erhielt sie 2006/2007 den European Union Literary Award und 2010 den Wole Soyinka Prize for Literature in Africa.[3][6] Period Pain stand 2017 auf der Shortlist des Sunday Times Barry Ronge Fiction Prize.[7] Neben ihrer literarischen Arbeit leitet sie als Medizinerin die landesweite Kampagne Grow Great zur Bekämpfung von Unterernährung bei Kindern.[2][8]

Leben

Matlwa wuchs in Südafrika auf und zählt zur sogenannten „Born-Free“-Generation, die das Ende der Apartheid als Kinder erlebte und deren Ernüchterungen sie später öffentlich reflektierte.[1] Sie absolvierte an der Universität Kapstadt ein Medizinstudium.[4][3] Während des Studiums gründete sie die Initiative „Waiting Room Education by Medical Students“, die Patienten in studentisch betriebenen mobilen Kliniken zu häufigen Gesundheitsfragen aufklärt.[9] Sie wurde mit einem Rhodes-Stipendium ausgezeichnet.[4] In ihrer ärztlichen Laufbahn setzte sie sich früh für Mutter-Kind-Gesundheit ein, etwa mit dem Projekt „Ona-Mtoto-Wako“, das Schwangeren in abgelegenen Regionen den Zugang zur Vorsorge erleichtern sollte.[10] Seit 2018 ist sie Geschäftsführerin der Kampagne Grow Great, die Südafrika bis 2030 von Unterernährung befreien will.[8][2]

Wirken

Ihr Debütroman Coconut thematisiert Identität, Rassismus und Klassenaufstieg in Folgegeneration der Apartheid in Südafrika und hat große Beachtung gefunden.[3][11] Das Buch zeichnet die Geschichten der Teenager Fiks und Ofilwe nach, die zwischen ihrer schwarzen Herkunftsgeschichte und weiß kodierten Wohlstandswelten nach Zugehörigkeit suchen.[11] Spilt Milk setzt sich mit den Ernüchterungen der „Born-Free“-Generation auseinander und betrachtet die Beziehung zwischen einer schwarzen Schulleiterin und einem weißen Geistlichen.[1][4] Mit Period Pain wandte sich Matlwa ausdrücklich Themen wie Xenophobie, sexualisierter Gewalt und den Belastungen des öffentlichen Gesundheitssystems zu.[5] Parallel zur literarischen Arbeit nutzt sie ihre medizinische Expertise für Aufklärung und Versorgung in einkommensarmen Bevölkerungsgruppen, etwa durch WREMS und laterale Partnerschaften in der öffentlichen Gesundheit.[9][2] Grow Great arbeitet dabei mit Netzwerken aus dem Gesundheitswesen und Elternkursen, um frühe Kindergesundheit zu stärken und politische Aufmerksamkeit auf Unterernährung zu lenken.[8][2]

Commons: Kopano Matlwa Mabaso – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c In South Africa, No Crying Over 'Spilt Milk'? In: NPR. 4. September 2012, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  2. a b c d e Inside the life of South Africans who cannot afford a nutritious meal for children. In: Mail & Guardian. 19. März 2021, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  3. a b c d Too black for white, too white for black. In: UCT News. 7. Juni 2007, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  4. a b c d What becomes of Spilt Milk? In: Mail & Guardian. 5. Mai 2010, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  5. a b It was a hard book to write: Kopano Matlwa discusses her latest novel, Period Pain. In: The Johannesburg Review of Books. 5. Juni 2017, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  6. Award helps Matlwa to fame. In: SowetanLIVE. 6. Mai 2010, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  7. And the final contenders for The 2017 Sunday Times Literary Awards are... In: TimesLIVE (Sunday Times). 16. Mai 2017, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  8. a b c SA doctor’s campaign targets stunting in children. In: The Citizen. 28. Februar 2020, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  9. a b 300 Young South Africans: Civil Society (Part 2). In: Mail & Guardian. 12. Juni 2009, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  10. Bringing Healthcare to Expecting Moms in the Congo. In: WNYC Studios – The Takeaway. 7. September 2016, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  11. a b A zesty fruit. In: Mail & Guardian. 3. August 2007, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).