Konrad Köllin

Konrad Köllin oder Conrad Cöllin (auch Cölln, Colln; Kolyn, Koellin, Kollin; * 1476 oder um 1476 in Ulm; † 26. August 1536 in Köln) war ein deutscher Dominikaner, römisch-katholischer Theologe und Hochschullehrer.

Leben

Köllin war Sohn eines Totengräbers und Grautuchers in Ulm. Er absolvierte die Ulmer Schule, trat 1492 in Ulm in das dortige Dominikanerkloster ein und erhielt Unterricht in der Philosophie unter Felix Fabri. Dabei wurde ihm der Thomismus nähergebracht. Er wechselte an das Dominikanerkloster Heidelberg, an dem er unter Petrus Siber das Studium fortsetzte. 1500 wurde er an der Universität Heidelberg zum Studium der Theologie immatrikuliert, 1503 zum Bakkalaureus und 1507 zum Magister der Theologie graduiert. Als solcher wurde er 1507 Professor an der dortigen Theologischen Fakultät sowie Prior und Regens bei den Dominikanern in Heidelberg. Er legte als einer der ersten in Heidelberg die Summa theologica des Thomas von Aquin seinen Vorlesungen zu Grunde, zu der er auf Bitten der Fakultäten in Heidelberg und Köln 1512 einen Kommentar herausgab. Ein Wechsel an die Universität Basel 1510 scheiterte.

Köllin folgte 1511 einem Ruf als Professor der Theologie an die Alte Universität Köln. Dort wurde er zum Doktor der Theologie promoviert und war 1517 Dekan der Theologischen Fakultät. Außerdem war er 1523 von 1526 bis 1528 sowie 1533 Prior des Dominikanerklosters Köln. Ab 1527 war er außerdem als Nachfolger für Jakob van Hoogstraten Inquisitor für die Erzbistümer Köln, Mainz und Trier und übte als solcher die Bücherzensur aus. Er wendete sich insbesondere gegen die Reformation und gegen Martin Luther. Er ermittelte außerdem auch gegen Agrippa von Nettesheim, Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden. Er stand auch mit Johannes Reuchlin im Austausch und wirkte 1530 in Augsburg an der Confutatio Augustana mit.

Werke (Auswahl)

  • Summa. Expositio Commentaria in Priman secundae, Quentel, Köln 1512.
  • Speculum vitae, Köln 1518.
  • Quodlibeta Conradi Koellin Ulmensis, Quentell, Köln 1523.
  • Eversio Lutherani Epithalamij , Quentel, Köln 1527.
  • Adversvs Caninas Martini Lvtheri nuptias, aduersusq[ue] alia eiusdem, uel gentilibus abhominabilia paradoxa: opus nouum, fratris Conradi Koellin Vlmensis, Morhart, Tübingen 1530.

Literatur