Konrad Försch

Konrad Försch (* 24. März 1893 in Thüngersheim; † 21. Juli 1964 in Würzburg) war ein deutscher Kommunist und Mitglied im Bayerischen Beratenden Landesausschuss.

Werdegang

Försch war ein Sohn einer Würzburger Arbeiterfamilie. Er erlernte das Bäckerhandwerk und wurde Bäckermeister.[1] Försch wurde als Soldat im Ersten Weltkrieg verwundet und fand nach dem Kriegsende keine Anstellung in seinem erlernten Beruf. Er arbeitete zeitweise als Handelsreisender und später als Packer in einem Würzburger Elektrogroßhandel. Nachdem er zunächst Mitglied der SPD war, trat er 1920 der Kommunistischen Partei (KPD) bei. Försch trat im Dezember 1929 als Spitzenkandidat der KPD bei der Stadtratswahl in Würzburg an, wurde aber nicht in den Stadtrat gewählt. Nach der Machtergreifung 1933 organisierte er den kommunistischen Widerstand in Würzburg und wurde deshalb mehrfach verhaftet. 1936 wurde er zu mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt, weil er versucht hatte, die KPD in Würzburg weiterzuführen.[2] Im Mai 1939 wurde Försch aus der Haft entlassen und kam statt dessen zunächst ins KZ Dachau und im September wurde er ins KZ Buchenwald verlegt. Er erlitt in den Konzentrationslagern schwerste Misshandlungen. Försch kehrte im Mai 1945 nach Würzburg zurück. Der Würzburger Oberbürgermeister Gustav Pinkenburg ernannte ihn zum Leiter[2] eines Totenbergungs- und Arbeitskommando[3] aus zwangsverpflichteten Nationalsozialisten, die etwa 500 Leichen bargen.[4] Försch wurde im September 1945 in den Stadtbeirat berufen, einem Vorläufer des im Mai 1946 erstmals gewählten Stadtrats. Er kandidierte wieder für den Stadtrat, wurde gewählt, trat aber das Mandat nicht an, weil er zum Verantwortlichen für Entnazifizierung in Unterfranken berufen worden war. 1946 wurde er zudem als Mitglied in den Bayerischen Beratender Landesauss berufen.[5]

Konrad Försch verstarb am 18. Juli 1964 bei einer Operation in der Missionsärztlichen Klinik an den Spätfolgen eines Herzmuskelschadens, welchen er sich während der vieljährigen KZ-Haft zugezogen hatte.[4]

Mit seiner Frau Maria hatte Försch vier Kinder, von denen drei verstarben, zwei Söhne im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront.

Literatur

  • Guido Hoyer: Konrad Försch - ein vergessener Würzburger Kommunist. Literaricon, Dinkelscherben, 2015, ISBN 978-3-95697-987-3

Einzelnachweise

  1. Über den Würzburger Antifaschisten und Kommunisten Konrad Försch Seite 6, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
  2. a b Die CSU 1945–1948 Seite 1864, De Gruyter, 2015, ISBN 9783486708400
  3. IST DAS NICHT EIN WÜSTER TRAUM? Der Spiegel, 19/1970
  4. a b Ein Würzburger KZ-Häftling und die Leichen des 16. März 1945 mainpost.de
  5. Maximilian Lanzinner: Zwischen Sternenbanner und Bundesadler Seite 111, Pustet, Regensburg, 1996, ISBN 978-3791715315