Komm, mach MINT

Komm, mach MINT war eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Deutschland zur Förderung von Frauen in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) mit Laufzeit von 2008 bis 2021. Das zugehörige Webportal komm-mach-mint.de wurde als etablierte Informationsplattform beibehalten und wird weiterhin aktualisiert.

Geschichte

Mit dem Projektstart am 31. Mai 2008 übernahm die Geschäftsstelle des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT“ die Koordination. Angesiedelt war sie am Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit (kompetenzz) und wurde unter dem Förderkennzeichen 01FP1720 aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bis zum 31. August 2021 gefördert.[1][2] Nach eigenen Angaben war dies damals die einzige bundesweite Initiative, um Mädchen und Frauen für MINT-Berufe zu begeistern.[3] Dabei sollten besonders junge Frauen an der Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule bzw. zwischen Hochschule und Beruf angesprochen werden.[4]

Neben einem Webportal wurde ein Netzwerk von Kooperationspartner aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien aufgebaut. Es wuchs von 120 Partnern im Jahr 2012[5], über 270 im Jahr 2018[6], auf zuletzt 360 im Jahr 2021.[7] Zu den Kooperationspartnern gehörten beispielsweise das DESY[8] und die Hochschule Karlsruhe[9].

Konzept

Besonders im Vordergrund standen Mentoring-Programme mit Workshops und Freizeitangeboten, um über Berufe in den entsprechenden Fachgebieten zu informieren und Mädchen für eine Karriere in MINT-Berufen zu begeistern.[10] Zudem wurden Anleitungen für einfache Experimente entwickelt, welche zuhause durchführbar sind, sowie die entsprechenden Erklärungen und Informationen zu den Experimenten.[11][12] Ebenso wurden Unterrichtsmaterialien erstellt und veröffentlicht.[13] Die Angebote fanden bundesweit statt, Zielgruppe waren dabei nicht nur Schülerinnen und Studentinnen, sondern auch Eltern und Lehrkräfte.[14]

Wirkung

Laut Statistischem Bundesamt hat sich die Zahl der weiblichen MINT-Erstsemester von 60.000 in 2008 auf 119.000 in 2019 fast verdoppelt.[15] Dies sei zu einem signifikanten Teil auf die zentralen Anstrengungen der damaligen Bundesregierung zurückzuführen (also auf die in diesem Artikel behandelte Initiative, welche wie zuvor erwähnt, das einzige bundesweite Netzwerk diesbezüglich war).[16]

Webportal

Das Webportal komm-mach-mint.de war am Ende der Projektförderung 2021 als Informationsplattform etabliert und wird daher von kompetenzz weitergeführt.[17] Dort sind weiterhin Unterrichtsmaterialien, Versuchsbeschreibungen und allgemeine Informationen für Schülerinnen, Studentinnen und Lehrkräfte abrufbar. Auch neue Materialien werden eingepflegt, so 2025 eine Video-Reihe mit Erfahrungsberichten aus MINT-Berufen.[18] Ein Terminkalender zu Veranstaltungen aus dem MINT-Bereich und die Landkarte der MINT-Projekte wird aktuell gehalten.

Nachfolgeprojekt

Als Nachfolgeprojekt wurde 2021 die MINT-Vernetzungsstelle Deutschland, kurz: MINTvernetzt, mit Geschäftsstelle in Hamburg gegründet und vom BMBF als eine der zentralen neuen Förderinitiativen im Rahmen des MINT-Aktionsplans gefördert. MINTvernetzt dient als zentrale Anlaufstelle und stellt eine IT-gestützte Infrastruktur zur Verfügung. Betrieben wird es von einem Verbund aus der Körber-Stiftung, dem Nationalem MINT Forum e.V., dem Stifterverband, der matrix gGmbH und dem Lehrstuhl für Schulpädagogik der Universität Regensburg.[17][19]

Einzelnachweise

  1. komm, mach MINT – Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen. In: bildungsserver.de. Abgerufen am 22. Dezember 2025.
  2. https://www.komm-mach-mint.de/impressum, Abruf am 22. Dezember 2025
  3. Komm, mach MINT. In: kompetenzz.de. Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  4. Komm, mach MINT. In: komm-mach-mint.de. Komm, mach MINT, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  5. https://idw-online.de/mobile/de/news507507, Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft wird neuer Partner von „Komm, mach MINT.“, 16. November 2012, Abruf: 22. Dezember 2025
  6. https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/plan-w-wieso-programmieren-sie-nicht-1.4132961, Plan W: Wieso programmieren sie nicht?, 17. September 2018, Abruf: 22. Dezember 2025
  7. https://www.fr.de/frankfurt/interesse-wecken-90461643.html, Interesse wecken, 15. April 2021, Abruf: 22. Dezember 2025
  8. https://www.desy.de/infos__services/schule/mint/index_ger.html, 2017, Abruf: 22. Dezember 2025
  9. https://www.h-ka.de/netzwerken/allianzen/komm-mach-mint, November 2012, Abruf: 22. Dezember 2025
  10. Schülerinnen. In: komm-mach-mint.de. Komm, mach MINT, abgerufen am 17. Dezember 2025.
  11. Komm, mach MINT. – Angebote. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
  12. MINT-Karte | Komm, mach MINT. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
  13. Unterrichtsmaterial. In: komm-mach-mint.de. Komm, mach MINT, abgerufen am 17. Dezember 2025.
  14. Komm, mach MINT. – Angebote. In: begabungslotse.de. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
  15. „Komm, mach MINT.“: Über 34 Prozent der MINT-Studierenden im ersten Fachsemester sind weiblich. In: idw-online.de. Archiviert vom Original am 16. Januar 2024; abgerufen am 17. Dezember 2025 (deutsch).
  16. Zehn Jahre „Komm, mach MINT.“ In: klischee-frei.de. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
  17. a b https://www.komm-mach-mint.de/newsletter/08-2021/komm-mach-mint.-foerderung-der-geschaeftsstelle-endet-website-bleibt, „Komm, mach MINT.“ – Förderung der Geschäftsstelle endet, Website bleibt, 9. August 2021, Abruf: 22. Dezember 2025
  18. https://bildungsserver.hamburg.de/schulfaecher/mint/aktuelles, https://www.komm-mach-mint.de/schuelerinnen/erfahrungsberichte/videos, Abruf: 22. Dezember 2025
  19. https://www.komm-mach-mint.de/news/mintvernetzt, https://mint-vernetzt.net, Abruf: 22. Dezember 2025