Komitat Abaúj-Torna
| Komitat Abaúj-Torna | |
|---|---|
| 1881–1945 | |
| Basisdaten (1910) | |
| Verwaltungssitz: | Kassa |
| Fläche: | 3.223 km² |
| Bevölkerung: | 202.288[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 63 Einwohner pro km² |
| Volksgruppen: | 77 % Ungarn 18 % Slowaken 3 % Deutsche[1] |
| Lage | |
Das Komitat Abaúj-Torna (ungarisch Abaúj-Torna vármegye, slowakisch Abovsko-turnianska župa, lateinisch comitatus Abaujvariensis et Tornensis) war eine Verwaltungseinheit im Norden des Königreichs Ungarn. Verwaltungssitz war Kassa (zwischen 1920 und 1938 Szikszó).
Heute liegt das Gebiet in der östlichen Slowakei und dem nordöstlichen Ungarn.
Geographie
Das Komitat grenzte bis 1920 im Norden an die Komitate Szepes und Sáros, im Osten und Süden an das Komitat Zemplén, im Südwesten an das Komitat Borsod sowie im Westen an das Komitat Gömör és Kishont. Es wurde von den Flüssen Hernád und Bódva durchflossen und gehörte mit einer Fläche von 3.223 km² (1910) zu den kleineren Komitaten des Landes. Im Flächenvergleich belegte Abaúj-Torna den 45. Platz unter den 63 Komitaten.
Bevölkerung
Abaúj-Torna lag nach Bevölkerungszahl 1910 an 37. Stelle. Die Einwohnerzahl stieg von 179.884 (1890) auf 202.288 (1910). Zwischen 1899 und 1913 verließen 44.258 Personen das Komitat, von denen 30.692 dauerhaft auswanderten.
Von den 202.288 Bewohnern waren 1910 156.668 Magyaren, 36.067 Slowaken, 6520 Deutsche, 387 Rumänen sowie 2444 Sonstige. 118.179 waren römisch-katholisch, 42.728 reformiert, 20.089 griechisch-katholisch, 14.251 jüdisch und 6.832 evangelisch.
Im Jahr 1941 waren von den 228.389 Einwohnern 203.438 Magyaren, 18.879 Slowaken, 2.581 Bunjewatzen, 904 Deutsche, 623 Roma, 256 Ruthenen, 72 Rumänen, 3 Kroaten sowie 105 Sonstige.
Geschichte
Das Komitat entstand 1881 durch Vereinigung der beiden Komitate Abaúj und Torna. Abaúj erstreckte sich zirka 20 Kilometer beidseitig entlang des Flusses Hernád zwischen Kassa und Miskolc (nicht mehr dazugehörend), Torna lag südwestlich von Kassa.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Ende 1918 das nördliche, 1.551 km² umfassende, Gebiet (mit Kassa) durch tschechoslowakische Truppen besetzt und kam durch den Vertrag von Trianon am 4. Juni 1920 zur neu entstandenen Tschechoslowakei. Dieser Teil bestand hier unter dem Namen Abovskoturnianska župa noch bis 1922. Die südliche Hälfte hingegen verblieb als Komitat Abaúj-Torna mit dem Verwaltungssitz Szikszó bei Ungarn.
Durch den Ersten Wiener Schiedsspruch 1938 kam der 1164 km² umfassende Großteil des tschechoslowakischen Teils erneut zu Ungarn und wurde mit dem Komitat Abaúj-Torna vereinigt. Verwaltungssitz wurde erneut Kassa. Der restliche tschechoslowakische Teil kam 1940 bis 1945 zur neu gegründeten Šarišsko-zemplínska župa innerhalb der 1939–1945 bestehenden Slowakei.
Mit dem Waffenstillstandsabkommen vom 20. Januar 1945 wurden die Grenzen von 1920 wiederhergestellt. Das nach erneuter Spaltung bei Ungarn verbliebene Gebiet wurde bei der Komitatsreform 1950 mit Teilen des Komitats Borsod, Gömör és Kishont sowie des Komitats Zemplén zum Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén vereinigt. Der tschechoslowakische Teil kam 1993 zur Slowakei und liegt seit 1996 im Kaschauer Landschaftsverband (Košický kraj).
Bezirksunterteilung (1910)
Im frühen 20. Jahrhundert bestanden folgende Stuhlbezirke (meist nach dem Namen des Verwaltungssitzes benannt):
| Stuhlbezirke (járások) | |
|---|---|
| Stuhlbezirk | Verwaltungssitz |
| Kassa | Kassa, heute Košice |
| Füzér | Hernádzsadány, heute Ždaňa |
| Cserehát | Szepsi, heute Moldava nad Bodvou |
| Torna | Torna, heute Turňa nad Bodvou |
| Szikszó | Szikszó |
| Gönc | Abaújszántó |
| Stadtbezirk (rendezett tanácsú város) | |
| Kassa, heute Košice | |
Die Städte Füzér, Szikszó, Gönc und Abaújszántó liegen im heutigen Ungarn.
Siehe auch
Literatur
- Abauj-Torna. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 1, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 14–15.
- István Diós et al.: Abaúj-Torna vármegye. In: Magyar katolikus lexikon. Band 1. Szent István Társulat, Budapest 1993 (katolikus.hu).
Weblinks
- Abauj-Tornamegye in A Pallas nagy lexikona (ungarisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b A népesség főbb adatai községek és népesebb puszták, telepek szerint. In: Magyar kir. központi statisztikai hivatal (Hrsg.): A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása. Band 1. Budapest 1912, S. 25 ff. (hungaricana.hu).