Kombinat für Dieselmotoren und Industrieanlagen
| VEB Schwermaschinenbau „Karl Liebknecht“ Magdeburg – Kombinat für Dieselmotoren und Industrieanlagen | |
|---|---|
| Rechtsform | VEB |
| Gründung | 1970 |
| Auflösung | 1990 |
| Auflösungsgrund | Privatisierung |
| Sitz | Magdeburg, Deutsche Demokratische Republik |
| Mitarbeiterzahl | 15.236[1] |
| Branche | Dieselmotoren, Anlagenbau |
| Stand: 30. Juni 1990 | |
Der VEB Schwermaschinenbau „Karl Liebknecht“ Magdeburg – Kombinat für Dieselmotoren und Industrieanlagen (SKL) war ein Kombinat in der Deutschen Demokratischen Republik.
Das Kombinat stellte Dieselmotoren und Chemieanlagen wie Separatoren, Wärmetauschern, Waschtürmen und chemische Reaktoren her. Die Anlagen wurden in der Erdölraffination, der Papierindustrie, der Baustoffindustrie und der allgemeinen chemischen Industrie eingesetzt. Die Dieselmotoren des Kombinats wurden als Antrieb auf Schiffen sowie als Generatorenaggregat auf Land eingesetzt. Zu Zeiten der DDR wurden rund 90.000 SKL-Motoren gebaut, die unter anderem zur Ausstattung der sowjetischen Handelsmarine und Binnenschifffahrt genutzt wurden.[2] Die Produktion von Motorentechnik nahm im Kombinat eine deutlich wichtigere Stellung ein als der Anlagenbau.
Das Kombinat war dem Ministerium für Schwermaschinen- und Anlagenbau unterstellt. Weitere zentral geleitete Kombinate im Zuständigkeitsbereich dieses Ministeriums sind in der Liste von Kombinaten der DDR aufgeführt.
Im Zuge der Revolution in der DDR und der anschließenden Wiedervereinigung wurde das Kombinat 1990 aufgelöst und seine Betriebe wurden privatisiert. Der Standort Magdeburg der SKL Motor GmbH wurde 2007 durch MTU Friedrichshafen übernommen.[3] Zuvor gehörte das privatisierte Unternehmen seit einer Insolvenz 2001 zur Laempe-Gruppe.[4] Mit Stand von 2025 werden am MTU-Standort Magdeburg Arbeiten zur Grunderneuerung von MTU-Produkten durchgeführt.
Der Einspritzgerätehersteller VEB Einspritzgerätewerk Aken wurde durch Woodward, Inc. übernommen.
Zugehörige Betriebe
Zum Kombinat gehörten zuletzt die folgenden Betriebe: [5]
- VEB Schwermaschinenbau „Karl Liebknecht“ Magdeburg; (Stammbetrieb)
- WTZ Dieselmotoren Roßlau
- VEB Dieselmotorenwerk Leipzig, Böhlitz-Ehrenberg
- VEB Einspritzgerätewerk Aken
- VEB Eisengießerei „Hans Ammon“ Britz
- VEB Elbewerk Roßlau
- VEB Feingerätebau Kelbra
- VEB Harzer Werke Blankenburg; (bis 1987 Teil der GISAG)
- VEB Kompressorenwerk Bannewitz
- VEB Maschinenbau Halberstadt
- VEB Maschinenfabrik Guben
- VEB Motorenwerk Wurzen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ „Die Wirtschaft – Unabhängige Wochenzeitung für Wirtschaft, Handel und Finanzen“ (Hrsg.): Kombinate: Was aus ihnen geworden ist. Reportagen aus den neuen Ländern. Verlag Die Wirtschaft, München 1993, ISBN 3-349-01041-5, S. 377–381. (Anhang: Zentralgeleitete Kombinate der Industrie und des Bauwesens nach Ministerien, Stand 30. Juni 1990, basierend auf Zahlen des statistischen Betriebsregisters der DDR)
- ↑ Magdeburg ist Mekka für Dieselmotoren, volksstimme.de, abgerufen am 15. September 2025.
- ↑ MTU übernimmt SKL Magdeburg, schiffundhafen.de, abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ SKL Magdeburg: Motor des Traditionsunternehmen läuft wieder rund, mz.de, abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ Liste der privatisierten Unternehmen der Treuhandanstalt Liste der Treuhandunternehmen in: Zusammenstellung der beim Versorgungsträger für die Zusatzversorgungssysteme zu den ehemaligen Betrieben und Einrichtungen der DDR vorhandenen Unterlagen bei Deutsche Rentenversicherung (in archive.org)