Kojenstein
| Kojenstein | ||
|---|---|---|
| Kojenstein | ||
| Höhe | 1300 m ü. A. | |
| Lage | Österreich, Vorarlberg, Riefensberg | |
| Gebirge | Allgäuer Voralpen westlich der Iller | |
| Koordinaten | 47° 29′ 31″ N, 9° 58′ 15″ O | |
|
| ||
| Typ | Kammerhebung | |
| Gestein | Nagelfluh | |
Der Kojenstein, auch Kojen genannt, ist ein 1300 m hoher Berg bzw. eine Kammerhebung und ein markanter Aussichtspunkt im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Er ist namensgebend für den Kojen-Schichtkamm und gilt als Hausberg von Riefensberg.
Beschreibung
Der Gipfel ist felsig, ein Grathärtling mit einem steilen Abfall nach Norden. Der Kamm ist bewaldet. Es handelt sich um einen typischen Nagelfluh-Schichtkamm. Direkt unter dem Kojenstein befindet sich das Kojenloch, eine 10 m lange, tunnelartige Höhle, die durch den Gipfel des Kojen führt.[1][2]
Lage
Politische Lage
Der Kojenstein liegt in Österreich, Vorarlberg, Bezirk Bregenz, Gemeinde Riefensberg. Die Grenze zu Deutschland befindet sich 1,5 km im Osten.
Lage bezüglich Gebirge
Gebirgsmäßig liegt der Kojenstein in den Ostalpen, Allgäuer Alpen, Allgäuer Voralpen westlich der Iller, Nagelfluh-Schichtkämme, Prodel-Kojen-Schichtkamm, Kojen-Schichtkamm. Der Prodel-Kojen-Schichtkamm ist der nördlichste der drei Allgäuer Nagelfluh-Schichtkämme. Er wird getrennt durch den Durchbruch der Weißach. Westlich des Durchbruchs liegt der Kojen-Schichtkamm, östlich der Prodel-Schichtkamm. Nach der Gliederung der SOIUSA wird der Bergrücken wie folgt eingeordnet:
| Einordnung nach SOIUSA | ||
|---|---|---|
| Teil | II | Ostalpen |
| Sektor | II/B | Nördliche Ostalpen |
| Abschnitt | II/B-22 | Bayerische Alpen |
| Unterabschnitt | II/B-22.II | Allgäuer Alpen |
| Obergruppe | II/B-22.II-B | Westliche Allgäuer Voralpen |
| Gruppe | II/B-22.II-B.5 | Allgäuer Molasseberge - inkl. Sulzberg und Pfänderstock |
| Untergruppe | II/B-22.II-B.5.c | Weißachberge (Monti del Weißach) - inkl. Sulzberg |
| Sektor | II/B-22.II-B.5.c/a | Prodel-Kojen-Schichtkamm (Costiera dell'Himmeleck) |
Lage bezüglich Region, Tälern und Gewässern
Der Kojenstein liegt in der Region Bregenzerwald, genauer im Vorderen Bregenzerwald. Nördlich liegt das Weißachtal mit dem Ortskern von Riefensberg, südlich liegt das Quellgebiet des Geizbachs, der Richtung Westen fließt. Südöstlich liegt das Kojen-Moos, eine Hochebene mit einer sanften, kaum merklichen Passschwelle. Nach der Passschwelle fließt der Lanzenbach durch ein Moorgebiet nach Osten und mündet in die Weißach.[3] Die am selben Kamm liegende Fluh (1391 m) gehört zur Tourismusregion Allgäu, genauer zum Westallgäu, Urlaubsregion Oberstaufen. Viele Wanderer auf den Kojenstein kommen von der deutschen Seite her.
Umgebung
Im Umkreis von 5 Kilometern gibt es drei unabhängige Skigebiete in zwei Staaten und drei Ortskerne von Bregenzerwälder Gemeinden:
- Ortskern von Riefensberg 1,5 km nördlich
- Skigebiet Hochlitten (Riefensberg): 1,7 km nordnordöstlich
- Steinernes Tor: 1 km nordöstlich
- Bergstation Fluhexpress, Skigebiet Steibis – Imberg (Oberstaufen): 3,25 km nordöstlich
- Imberghaus, Bergstation der Imbergbahn, ebenfalls Skigebiet Steibis – Imberg: 4,25 km nordöstlich
- Berggasthof Hochbühl am Rande des Skigebiets Steibis – Imberg[4]: 3,3 km ostnordöstlich
- Talstation der Hochhäderich Skilifte mit Parkplatz und Hotel: 1,3 km ostsüdöstlich
- Hochhäderich: 2,6 km südöstlich
- Ortskern von Hittisau: 4,5 km südlich
- Ortskern von Krumbach: 2,8 km westsüdwestlich
Geologie
Die Allgäuer Nagelfluhketten gehören zur Zone der Unteren Süßwassermolasse.[5] Der Kojen-Kamm gehört zur Kojen-Formation und Schweizer Äquivalente. Die Formation wurde nach dem Kojenstein bzw. dem Kojen-Kamm benannt, weil hier der Aufschluss der Schichten besonders gut sichtbar ist. Es handelt sich um Kalk- bzw. Dolomitsandstein und Mergelstein, grau-rötlich, ein Konglomerat mit Kalkalpin- und Flyschkomponenten.[6]
Tourismus
Das Gebiet ist ein beliebtes Wander- und Winterwandergebiet. Vom Parkplatz bei der Talstation der Hochhäderich Skilifte auf den Kojenstein sind es nur 30 Minuten Gehzeit. Zwei Wanderwege führen auf den Kojenstein, einer vom Steinernen Tor aus entlang der Kammlinie und einer von der südöstlich gelegenen Kojen-Alpe.[7][8] Im Winter braucht man vom Steinernen Tor bis zum Gipfel je nach Schneelage Schneeschuhe.[9] In den 1970er Jahren war der Kojenstein ein beliebter Absprungpunkt für Drachenflieger, die Absprungrampe ist inzwischen verwittert.
Naturschutz
Der Kojenstein liegt im Naturpark Nagelfluhkette. Das Naturschutzgebiet Kojen-Moos beginnt 640 m östlich. Das Kojen-Moos ist das einzige Moor in Vorarlberg ohne Fernvergletscherung während der letzten Eiszeit. Der Moorkomplex aus Latschenhochmooren, Schwingrasen und Hangmooren wurde früher zur Torfgewinnung genutzt. Heute ist das Kojen-Moos Lebensraum für typische Tier- und Pflanzenarten der Moorlebensräume. Gekennzeichnete Winterwanderwege und Loipen dürfen nicht verlassen werden.[10][11]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Aussichtspunkt Kojen. Gemeinde Riefensberg, abgerufen am 10. Januar 2026 (österreichisches Deutsch).
- ↑ #Vorarlberger Bloghaus: [Zeitreiseführer #Vorarlberg] Geologie: Das Kujaloch in Riefensberg im Bregenzerwald. In: #Vorarlberger Bloghaus. 22. Februar 2023, abgerufen am 10. Januar 2026.
- ↑ Gewässer. Abgerufen am 10. Januar 2026.
- ↑ Umweltatlas Bayern. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 8. Januar 2026.
- ↑ Untere Süßwassermolasse - Untere Meeresmolasse. (PDF) Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 10. Januar 2026.
- ↑ Geologische Karte 2007. Abgerufen am 10. Januar 2026.
- ↑ Wandern. Abgerufen am 10. Januar 2026.
- ↑ Wandern Kojenstein. In: bergfex. Abgerufen am 8. Januar 2026.
- ↑ Schneeschuhtour auf den Kojen [hikr.org]. Abgerufen am 10. Januar 2026.
- ↑ Christoph Daxer: Schutzgebiete Naturschutz. In: Respektiere deine Grenzen. 29. April 2021, abgerufen am 10. Januar 2026.
- ↑ Schutzgebiete. Abgerufen am 10. Januar 2026.