Kohlegraben Luckau
| Kohlegraben Luckau Kohlegraben Luckau-742 | ||
|
Kohlegraben Luckau im Stadtgebiet von Luckau | ||
| Daten | ||
| Gewässerkennzahl | DE: 582584 | |
| Lage | Brandenburg
| |
| Flusssystem | Elbe | |
| Abfluss über | Berste → Spree → Havel → Elbe → Nordsee | |
| Quelle | landwirtschaftlich genutzte Fläche südlich von Weißack 51° 44′ 47″ N, 13° 41′ 15″ O | |
| Quellhöhe | 110 m ü. NHN[1] | |
| Mündung | östlich des historischen Stadtkerns von Luckau in die BersteKoordinaten: 51° 51′ 13″ N, 13° 43′ 11″ O 51° 51′ 13″ N, 13° 43′ 11″ O | |
| Mündungshöhe | ca. 62 m ü. NHN[2] | |
| Höhenunterschied | ca. 48 m | |
| Sohlgefälle | ca. 3 ‰ | |
| Länge | 16,1 km[3] | |
| Einzugsgebiet | 49,171 km²[3] | |
| Linke Nebenflüsse | Fuchsteichgraben, Brachnachgraben | |
| Rechte Nebenflüsse | Alter Kohlegraben, Borngraben, Ständergraben | |
| Durchflossene Seen | Rietzteich, Buschteich, Schneideteich | |
| Kleinstädte | Luckau | |
Der Kohlegraben Luckau ist ein Meliorationsgraben und orographisch rechter Zufluss der Berste auf der Gemarkung der Stadt Luckau sowie der Gemeinde Heideblick im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg.
Verlauf
Der Graben beginnt auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche, die sich südlich von Weißack, einem Ortsteil der Gemeinde Heideblick befindet. Dort führt ein erster Strang in nördlicher Richtung in das Gemeindezentrum. Ein zweiter Strang fließt von Westen kommend zu; er durchläuft einige künstlich angelegte Becken zur Fischzucht, die nach dem 19. Jahrhundert entstanden. Ein dritter Strang führt – 500 Meter weiter östlich als der erste Strang – ebenfalls von Süden kommend in Richtung Gemeindezentrum. Die drei Stränge werden im Gemeindezentrum vereinigt und fließen in nordöstlicher Richtung aus der Wohnbebauung hinaus in den Buschteich sowie anschließend in sich nördlich daran anschließenden Schneideteich. Beide sind lediglich durch einen schmalen Weg, den Weißacker Torfstich, voneinander getrennt. In den Buschteich führt ein weiterer, unbenannter Strang. Er sammelt Wasser aus dem östlich von Weißack gelegenen Wohnplatz Kleine Mühle sowie dem weiter östlich gelegenen Gemeindeteil Gahroer Pechhütte zu. Das dort auftretende Wasser durchfließt zusätzlich den nordwestlich des Gemeindeteils liegenden Rietzteich. Ein Teil des Wassers wird östlich über den Fuchsteich geleitet und anschließend über den Fuchsteichgraben nördlich dem Kohlegraben zugeführt.
Der Kohlegraben Luckau fließt vorzugsweise in nördlicher Richtung und erreicht den Heideblicker Ortsteil Bornsdorf. Das Wasser auf der Gemarkung des Ortsteils wird im Gebiet der Wohnbebauung gesammelt und über einen separaten Kanal in nördlicher Richtung abgeleitet und am Wohnplatz Drauschemühle dem Kohlegraben Luckau zugeführt. Am Wohnplatz wird ein Teil des Wassers im Bedarfsfall in nordöstlicher Richtung in den Neuen Teich und den Schlagteich abgeleitet. Beide entwässern über den Teichhausgraben in die Berste. Der Kohlegraben unterquert die Bundesstraße 96 und verläuft in nordwestlicher Richtung. Dort fließt Wasser aus dem Alter Kohlegraben und dem Borngraben zu. Beide Gräben entwässern die landwirtschaftlich genutzten Flächen östlich von Grünswalde.
Der Kohlegraben Luckau schwenkt zunächst in nordwestliche, anschließend wieder in nördliche Richtung und verläuft westlich der Bundesstraße 96. Südlich von Riedebeck fließt von Westen kommend der Brachnachgraben zu. Ein ehemals 17 ha Großer Teich wurde nach 1945 verschüttet. Nördlich des Ortsteils Riedebeck schwenkt der Graben in nordöstliche Richtung und verläuft parallel zur nördlich gelegenen Gehrener Berste. Dieser teilweise parallele Verlauf bestand schon im 19. Jahrhundert. Er unterquert erneut die Bundesstraße 96 und erreicht das Gemeindegebiet von Goßmar. Dort gab es zu einer früheren Zeit einen Dehnsteich, der im Jahr 2013 verlandet ist. Nordöstlich der Wohnbebauung verläuft der Graben zunächst in nordöstlicher, anschließend in nördlicher Richtung und in diesem Bereich parallel zum Großmar-Luckauer-Grenzgraben. Er erreicht das Stadtgebiet von Luckau und nimmt Wasser aus dem von Westen zufließenden Ständergraben auf. Weiter in nördliche Richtung fließend erreicht der Kohlegraben den historischen Stadtkern von Luckau. Er umfließt ihn in östlicher Richtung und entwässert schließlich nördlich der Calauer Straße in die Berste.
Landnutzung des Einzugsgebiets, Ökologische Bewertung
Ausweislich eines WRRL-Steckbriefs des MLUK aus dem Jahr 2023 besteht das Einzugsgebiet zu 22,50 % aus Ackerland, 14,21 % aus Grünland, 57,53 % aus Wald und 5,76 % als Siedlungs- und Verkehrsflächen. Das ökologische Gesamtpotenzial wird mit schlecht bewertet, ebenso die Fischfauna. Die hydromorphologischen Qualitätskomponenten hinsichtlich des Wasserhaushalts und der Durchgängigkeit sind mit schlechter als gut bewertet, die Morphologie insgesamt als gut. Gleiches gilt für den Versauerungszustand, während die Phosphorverhältnisse als seht gut beschrieben werden. Der Sauerstoffgehalt sowie die Stickstoffverhältnisse werden wiederum mit schlechter als gut eingestuft. Das MLUK bewertet den gesamten chemischen Zustand des Kohlegrabens Luckau als nicht gut.
Belastungen und mögliche Maßnahmen zur Beseitigung
Die genauen Gründe für die Belastung des Kohlegrabens Luckau sind weitgehend unbestimmt. Als signifikante Belastungen werden diffuse Quellen in der Landwirtschaft sowie atmosphärische Ablagerungen benannt. Es gibt außerdem unbestimmte Entnahmen aus dem Kanal sowie physikalische Veränderungen am Kanal, die nicht weiter beschrieben sind. Hinzu kommen unbestimmte hydrologische und hydromorphologische Veränderungen. Dies wirkt sich in der beschriebenen chemischen Belastung des Kanals aus, die mit einer Nährstoffbelastung einhergeht. Im Jahr 2014 führte das MLUK außerdem eine fischereiliche Untersuchung durch, um das Fischartenspektum bewerten und den ökologischen Zustand des Gewässers bestimmen zu können. Dazu wurde die Elektrofischerei genutzt, um die gefangenen Fische bestimmen, vermessen und anschließend wieder in das Gewässer zurücksetzen zu können.[4]
Das MLUK empfiehlt eine Reihe von Maßnahmen, um die Qualität des Kohlegrabens Luckaus zu verbessern. So soll durch die Anlage von Gewässerschutzstreifen eine Reduktion der Nährstoffeinträge erfolgen. Empfohlen wird weiterhin die Anlage von Drainagen, die Verringerung von Auswaschungen aus der Landwirtschaft und die Verringerung der Wasserentnahmen. Hierzu sollen unter anderem die Wasserrechte unter Berücksichtigung der ökologischen Mindestabflüsse überprüft werden. Das MLUK empfiehlt weiterhin, in Bornsdorf, an der Katharinenwiese sowie in Riedebeck und Goßmar Steine und Totholz zur Verbesserung der Strömungsvarianz einzubringen. Denkbar ist auch, das Ufer punktuell aufzuweiten und abzuflachen sowie die Bepflanzung mit Kopfweiden zu ergänzen.
Weblinks
Literatur
- Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLUK): WRRL-Steckbrief für den Oberflächenwasserkörper Kohlegraben Luckau-742 vom 8. März 2023 (PDF-Datei), abgerufen am 25. November 2025.
- Ecosystem Saxonia: Erstellung eines Gewässerentwicklungskonzepts (GEK) für das Teileinzugsgebiet Berste vom 7. August 2013.(PDF-Datei), abgerufen am 25. November 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Beginn des Kohlegrabens Luckau, Brandenburgviewer, abgerufen am 28. November 2021.
- ↑ Mündung des Kohlegrabens Luckau, Brandenburgviewer, abgerufen am 28. November 2021.
- ↑ a b Fließgewässerverzeichnis gewnet25, Webseite des LGB, (ZIP-Archiv, Version 4.2, letzte Änderung 3. November 2006), abgerufen am 16. Januar 2022.
- ↑ Fischereiliche Untersuchungen im Zusammenhang mit der EG-Wasserrahmenrichtlinie in Goßmar: Kohlegraben Luckau, Webseite der Gemeinde Heideblick, abgerufen am 25. November 2025.