Kodžadžik

Kodžadžik
Коџаџик
Kocacık

Luftaufnahme vom Dorf (2022)
Basisdaten
Staat: Nordmazedonien Nordmazedonien
Region: Südwesten
Gemeinde: Centar Župa
Koordinaten: 41° 27′ N, 20° 36′ O
Höhe: 1060 m. i. J.
Einwohner: 275 (2002)
Telefonvorwahl: (+389) 031
Postleitzahl: 1258
Kfz-Kennzeichen: DB

Kodžadžik (mazedonisch Коџаџик; türkisch Kocacık; albanisch Koxhaxhik oder auch Koxhaxhiku) ist ein Dorf im Süden der Gemeinde Centar Župa im westlichen Nordmazedonien. Westlich des Dorfes fließt der Schwarze Drin. Die Gegend ist sehr hügelig; die Bevölkerung ist mehrheitlich in der Landwirtschaft beschäftigt. Das Dorf hat 275 ausnahmslos türkische Einwohner (Volkszählung 2002).[1][2][3][4]

Kodžadžik wird im Jahr 1385 erstmals schriftlich erwähnt. Damals hieß der Ort Svetigrad (andere Namensform: Sfetigrad).

1443/44 und 1448 war die Dorfburg Schauplatz von Belagerungen der Osmanen. Die Burg wurde von der Liga von Lezha gehalten, die aus albanischen und montenegrinischen Fürsten bestand, die ihre Länder vor der schreitenden Macht schützen wollten. Von der Schlacht im Jahr 1448 wurden Gräber von 300 christlichen und 900 muslimischen Gefallenen gefunden. Die Liga musste nach ihrer Niederlage die Burg an die Osmanen abgeben.[5] Nach der osmanischen Eroberung 1448 bekam das Dorf den türkischen Namen Kocacık, was so viel wie „große Schlacht“ bedeutet.[6][7][8] Laut den Aufzeichnungen des osmanischen Tahrir-Defter aus den Jahren 1520–1530 gab es in Kodžadžik außer dem Imam keine Muslime, und die gesamte Bevölkerung, mit Ausnahme des Imams, war nicht-muslimisch (gebran). In den folgenden Jahren nahm die muslimische Bevölkerung jedoch zu. Ein allgemeiner Islamisierungsprozess ist erkennbar.[9]

In Kodžadžik stand das Elternhaus des Gründers der 1923 ausgerufenen Republik Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, sowie seines Vaters Ali Rıza Efendi. Im September 2012 wurde an dieser Stelle ein Gedenkhaus zu Ehren Atatürks eröffnet.[10]

Commons: Kodžadžik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ali Dikici: Türkiye'deki Balkan Muhacirleri Arasında Kaybolan Bir Topluluk: Torbeşler A Disappearing Community Among the Balkan Immigrants in Turkey: Torbeši. In: AVRASYA ETÜDLERİ. 2014, S. 142 (org.tr).
  2. Ethnic composition of Macedonia 2002. In: pop-stat.mashke.org. Abgerufen am 17. März 2018.
  3. Ethnic/religious composition of Dibër and Tetovë prefectures
  4. Tanya Mangalakova: Among the Torbeshi in the Republic of Macedonia.
  5. Agon Rrezja: Die Gräber der Zweiten Belagerung von Svetigrad werden entdeckt. 2. August 2007, abgerufen am 4. August 2012 (albanisch).
  6. KOCACIK KÖYÜ, DEBRE, MAKEDONYA. In: Balkanpazar. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. Dezember 2011; abgerufen am 4. August 2012 (türkisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.balkanpazar.org
  7. Anna Zadrożna: Reconstructing the past in a post-Ottoman village: Turkishness in a transnational context. In: Nationalities Papers. 45. Jahrgang, Nr. 4, Juli 2017, S. 524–539, doi:10.1080/00905992.2017.1287690.
  8. Manisa'da Yaşayan Torbeşler'in Düğün Adet ve Gelenekleri, (Basılmamış Yüksek Lisans Tezi, Ankara: Hacettepe Üniversitesi Edebiyat Fakültesi Türk Dili ve Edebiyatı Bölümü Türk Halkbilimi Anabilim Dalı, 1990)
  9. 367 NUMARALI MUHÂSEBE-İ VİLÂYET-İ RÛM-İLİ DEFTERİ İLE 94 ve 1078 NUMARALI AVLONYA LİVÂSI TAHRÎR DEFTERLERİ (926-1520/937-1530) "In the 1520-1530 year tahrir: Dizdār, nefer 1 Kethudā, nefer 1 İmām, nefer 1 Merdān-ı kal‘a, neferan 28 Kurā 16 Mezra‘a 1 Hāne-i müslim 1 Mücerred-i müslim 1 Hāne-i gebrān (Christian) 635 Mücerred-i gebrān 67 Bīve 26 Hāsıl 47.035 According to the Tahrir defter, Kocacık and its villages were in 1530 1-Kocacık kl. 2-Gorenci 3-Pariş 4-Boroşiniçe 5-Çirnibok 6-Yukarı Papranik 7-Aşağı Papranik 8-Koçişte 9-Breştani 10-Novak 11-Aşağı Elişiçe 12-Gorna Elişiçe 13-Osolniçe 14-Porovalenik 15-Vilasik 16-Tırnovnik"
  10. Die Rekonstruktion des Hauses von Atatürk stärkt die Bindungen zur Türkei. In: Zeitung „Makfax“. Offizielle Internetseite von „Makfax“, 24. Juni 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. September 2013; abgerufen am 4. August 2012 (mazedonisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.makfax.com.mk