Klosterbibliothek Osek
Die Klosterbibliothek Osek ist die Bibliothek des ehemaligen Klosters Osek in Tschechien. Sie war bis 1945 im Besitz von 60.000 Bänden, während es heute noch etwa 24.000 Bände sind.[1][2]
Geschichte
Ein Raum zur Aufbewahrung von Büchern hat vermutlich seit der Gründung des Klosters bestanden. Da Bücher und Handschriften von besonderem Wert waren, wurden diese zusammen mit den liturgischen Gegenständen und Paramenten (Gewändern) meist in einem sogenannten Armarium (Wandnische oder Schrank für liturgische Geräte und Bücher) untergebracht. Im Kloster Osek war das ein Raum an der Nordseite des Mönchshauses im Ostflügel des Konventsgebäudes.[3] Im 13. Jahrhundert existierte im Kloster Osek vermutlich auch eine Schreibwerkstatt. Die Existenz einer Klosterbibliothek wird außerdem durch die Provenienzangaben in einigen Oseker Handschriften aus dem 14. und 15. Jahrhundert im Inventar des Ossegger Bibliothekars Bernhard Wohlmann belegt.[2]
Durch Plünderungen während der Hussitenkriege und in späteren Kriegszeiten gingen wertvolle Bücher und Handschriften verloren. Weitere Verluste sind zwischen 1606 und 1612 zu beklagen, als der Prager Erzbischof Karl von Lamberg zahlreiche Original-Urkunden des Klosters verbrennen ließ. Dadurch sind vom mittelalterlichen Bestand der Klosterbibliothek nur wenige Handschriften erhalten geblieben, z. B. der wertvolle Codex Damascus.[4][5] In den Jahren von 1580 bis 1650, als das Kloster zum Prager Erzbistum gehörte, sind außerdem viele Handschriften nach Prag gebracht worden.
Nach der Wiederbelebung des Klosters unter Abt Laurentius Scipio (1611–1691) im Jahr 1650 konnte der Bibliotheksbestand neu aufgebaut und durch Zukäufe erweitert werden. Die Klosterbibliothek und die wertvollen Gewänder wurden im sogenannten Vestiarium (Einkleidungsraum) neben dem Kapitelsaal im Mönchshaus untergebracht. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurden weitere Bücher aus den säkularisierten Klöstern in Zbraslav, Sedlec, Kloster Porta Coeli bei Brünn und Altzelle angekauft.
Im Rahmen der Baumaßnahmen unter Abt Benedikt Litwerig wurde durch den böhmischen Barockbaumeister Octavio Broggio (1670–1742) von 1719 bis 1725 auch ein neues Prälaturgebäude errichtet. Der Bibliothekssaal mit seiner barocken Ausstattung wurde 1725 im Südflügel der Prälatur eingerichtet. Hier wurde die Klosterbibliothek (auch Abteibibliothek genannt, tschechisch Opatská knihovna) untergebracht, wo sie sich noch heute befindet.
Das Kloster wurde auch während der Josephinischen Reformen unter Kaiser Joseph II. nicht säkularisiert. Um die Zuständigkeit für die Klöster in der Oberlausitz nicht zu verlieren, konnte der Abt Mauritius Elbel (1730–1798) in geschickten Verhandlungen mit dem Kaiser die Säkularisierung abwenden.[6]
Klosterbibliothek (Abteibibliothek)
Das zweigeschossige Prälaturgebäude mit drei Flügeln in U-Form wurde auf älteren, abgerissenen Renaissancebauten errichtet. Der Nordflügel mit dem Uhrturm ist mit der Kirche verbunden. Der Südflügel, der die Prälatur mit dem Kloster verbindet, wurde 1723–1725 errichtet, hier befinden sich die Bibliotheksräume der Klosterbibliothek. Der Hauptsaal der Bibliothek mit zahlreichen Schränken und einer Galerie wurde 1725 ausgestattet. Hier ist der Leitspruch „NON SPECTACOLO SED USUI“ (Nicht zur Schau, sondern zum Gebrauch) angebracht sowie die Jahreszahl MDCCXXV.[7]
Die für die Öffentlichkeit nicht zugängliche barocke Bibliothek ist seit 1725 in zwei historischen Räumen der ehemaligen Prälatur untergebracht und gehört damit zu den wenigen Klosterbibliotheken, die noch an ihrem ursprünglichen Ort erhalten sind. Der barocke Saal besticht nicht nur durch seine Dekoration, sondern auch durch die besondere Anordnung der Bücherschränke. Im Erdgeschoss bildet er einen um drei Wände verlaufenden Korridor, darüber eine Galerie mit einer weiteren Reihe von Bücherregalen. Die Galerie ist mit vier Gemälden und vier Heiligenfiguren geschmückt, darunter auch einer Darstellung des hl. Bernhard von Clairvaux, des geistlichen Gründers des Zisterzienserordens.
Der große Saal ist mit dem darunterliegenden, gewölbten Saal verbunden, über dem sich nach den alten Plänen des Klosters die Büros der Bibliothekare befanden. Die Dekoration und die Farbgebung aus Gold-, Weiß-, Gelb- und Grüntönen vermitteln noch heute den Eindruck, dass sich die Erbauer der beabsichtigten Wirkung bewusst waren, wie es die lateinische Inschrift über dem Haupteingang des Saals belegt: „NON SPECTACULO SED USUI“ (Nicht zur Schau, sondern zum Gebrauch). Der Innenraum der Ossegger Bibliothek, der sich über zwei Etagen erstreckt, beeindruckt noch heute durch seine reiche Originalausstattung. Auf der Galerie befinden sich die Büsten von vier Kirchenlehrern, des hl. Johannes Chrysostomus, des hl. Hieronymus, des hl. Bernhard von Clairvaux und des hl. Thomas von Aquin. Außerdem befinden sich im Bibliotheksraum vier barocke Ölgemälde der Kirchenlehrer, des hl. Gregor der Große, hl. Hieronymus, hl. Ambrosius und des hl. Augustinus.[8]
Die Osseger Klosterbibliothek war Vorbild für die Bibliothek im Kloster St. Marienthal, die im Jahr 1752 eingerichtet wurde, und die Schlossbibliothek der Familie Clary-Aldringen in Teplitz.[1][9]
Die Klosterbibliothek umfasst mittelalterliche Handschriften, Inkunabeln, alte Drucke und moderne Sammlungen. Vor dem Zweiten Weltkrieg umfasste sie 60.000 Bände, im Jahr 1952 waren es noch 24.000. Während der Säkularisierung des Klosters von 1950 bis 1992 sind zahlreiche Bücher nach Prag gebracht worden.[10]
Die Klosterbibliothek in Osek umfasst etwa 680 Handschriften, darunter rund 70 mittelalterliche. Diese befinden sich heute in der Tschechischen Nationalbibliothek, während die modernen Handschriften in Osek und anderen Orten aufbewahrt werden. Einige der mittelalterlichen Handschriften gelangten jedoch erst später nach Osek, zumeist aus anderen säkularisierten Zisterzienserklöstern, während andere Oseker Schriften im Laufe der Zeit in andere Bibliotheken übergingen. Dies gilt auch für die vermutlich älteste Oseker Handschrift, das Martyrologium (LXXVIII) aus dem 12. Jahrhundert, das heute im Kloster Vyšší Brod aufbewahrt wird. Die Handschrift XIV D 10 aus Ossek befindet sich heute in der Bibliothek des Nationalmuseums in Prag. Weitere Handschriften werden in Berlin und Most aufbewahrt (Handschrift 1/Ruk im Regionalmuseum und Galerie in Most, von 1366).[11] Die mittelalterliche Zugehörigkeit von etwa einem Dutzend Handschriften zur Bibliothek von Osek ist durch den Besitzvermerk „Liber de Ossek“ bzw. „Liber de Ossek sancte Marie“ belegt.
Inhaltlich umfassen größere Gruppen mittelalterlicher Ossegger Handschriften insbesondere Bibelkommentare, theologische und homiletische Literatur sowie liturgische Bücher. Vertreten sind aber auch Werke aus den Bereichen antihussitische Polemik, Philosophie, Informatik, Medizin, Grammatik, Kirchenrecht, Altertumswissenschaften und Wörterbücher.[12]
Die folgenden neueren Erwerbungen mittelalterlicher Handschriften lassen sich eindeutig der Oseker Bibliothek zuordnen:
- zur Geschichte der Stadt Pilsen von Hilarius Litoměřický (MS. Osek 11) von 1467[13]
- beim Psalter des Johann Kolowrat (Hanuš z Kolovrat) (MS. Osek 71) von 1438[14] und
- beim Lektionar des Arnold von Meißen (MS. Osek 76) von 1285[15]
Diese Handschriften waren entsprechend der Registriernummer ursprünglich im Besitz des Klosters Osek und befinden sich heute in der Tschechischen Nationalbibliothek im Prager Clementinum.
Konventsbibliothek
Eine weitere Bibliothek, die sogenannte Konventsbibliothek (tschechisch Konventní knihovna) der Mönche, wurde im 18./19. Jahrhundert zunächst im Sommerhaus, später im aufgestockten Teil über dem Refektorium eingerichtet.[16]
Die Infirmerie (Spital) und das sogenannte Sommerhaus in Osek, Rooseveltova 487, in den Jahren 1707/08 von Octavio Broggio errichtet, schließt sich an der südwestlichen Ecke des Konventsgebäudes an. Hier im Sommerhaus wurde zunächst die Konventsbibliothek eingerichtet und später auch als Colloquitorium (Gesprächsraum) genutzt. Ab 1858 wurde die Konventsbibliothek dann in das Obergeschoss über dem Refektorium im Konventsgebäude verlegt.[17][18]
Liste von Bibliothekaren im Kloster Ossegg
Im 18./ 19. Jahrhundert wirkten folgende Bibliothekare[2]
- Paul Schindler (nach 1708)
- Stephan John (1725–1726)
- Mauritius Eichler (1726–1731)
- Thaddaeus Will (1733–1734)
- Johann Tansus (1735–1738)
- Marian Kern (1745–1748)
- Gerard Daschek (1750–1752)
- Cyril Reinisch (1753–1754)
- Gregor Richter (1755–1756)
- Paul Kubitz (1759–um 1761)
- Alan Blansky (1761–1762)
- Stephan Schenk (1764–1765)
- Bonifacius Neuber (1765–1768)
- Konrad Woehner (1769–1772)
- Vincenz Türmann (1772–1775)
- Xaver Zapp (1775–1780)
- Heinrich Seiny (1780–1784)
- Laurenz Schloegl (1784–1786)
- Gotthard Knechtl (1787–1810)
- Clemens Zahradka (1810–1815)
- Bernhard Vogler (1817–1824)
- Johann Kaaden (1824–1827)
- Alois Krühner (1828–1834)
- Polycarp Schopen (1835–1844)
- Timotheus Vasal (1841–1843)
- Salesius Anton Mayer (1843)
- Laurenz Eichler (1850–1852)
- Anselm Böhm (1856–1869)
- Meinrad Wenzel Singl (1868–1882)
- Nicolaus Braungarten (1886)
- Bernhard Wohlmann (1887–1888)
- Ambrosius Fr. Tölg (um 1892–nach 1900)
Die Bibliothek heute
Das Kloster mit der gesamten Innenausstattung ist seit 1992 wieder im Besitz des Zisterzienserordens. Die Gebäude und Einrichtungen werden seit 2010 aber von keiner Ordensgemeinschaft mehr genutzt. Die Klosterbibliothek in den Räumen der Prälatur ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Sie wird vom Regionalmuseum im Schloss Teplice verwaltet. Kurator der Klosterbibliothek ist der Historiker Jiří Wolf (* 1974) vom Stadtmuseum Duchcov. Zur Förderung der Klosterbibliothek besteht eine gemeinsame Initiative des tschechischen Vereins in Teplice und des deutschen Vereins – Teplitz-Schönau Freundeskreis e. V. München, des Regionalmuseums in Teplice, des Bistums Litoměřice/Leitmeritz und weiterer Interessierter aus Böhmen und Sachsen. Eine Katalogisierung des Bücherbestands der Klosterbibliothek erfolgte im Jahr 2022.[19]
Jubiläum 300 Jahre Klosterbibliothek
Auf Grund der Errichtung des barocken Bibliothekssaals im Kloster Ossegg im Jahr 1725 wurde im Jahr 2025 das dreihundertjährige Bestehen der Klosterbibliothek gefeiert, obwohl natürlich auch vor dieser Zeit im Kloster bereits Bibliotheksräume bestanden haben. Zum dreihundertjährigen Jubiläum der Klosterbibliothek wurde eine neue Publikation mit dem Titel „MANUSCRIPTA OSSECENSIA“ („Barockhandschriften aus dem ehemaligen Zisterzienserkloster Osek: Kontext und Inventar“) vorgestellt, die den derzeitigen Bestand der Klosterbibliothek von 253 Handschriften aus dem 17. und 18. Jahrhundert dokumentiert.[20] Das Buch wurde vom Regionalmuseum in Teplitz mit finanzieller Unterstützung des Kulturministeriums der Tschechischen Republik herausgegeben.[1][21]
Im November 2025 fand im Kloster Osek und in der Schlossbibliothek der Familie Clary-Aldringen im Regionalmuseum in Teplice ein Kolloquium statt. Themen waren u. a. barocke Bibliotheken in Mitteleuropa, Digitalisierung alter Drucke und Handschriften, klösterliche und adelige Bibliotheken in der Oberlausitz und in Braunau (Broumov) sowie Berichte über Äbte und Persönlichkeiten, die mit dem Kloster Osek in Verbindung standen.[22]
Anlässlich dieser Konferenz wurde eine Festmesse in der Stiftskirche Mariä Himmelfahrt in Osek zelebriert, in der der Leitmeritzer Bischof Stanislav Přibyl eine Predigt zum Leitspruch „Non Spectacolo, sed Usui“ hielt.[23]
Literatur
- Mario Feuerbach: Das Zisterzienserkloster Ossegg. Baugeschichte und Baugestalt von der Gründung 1196 bis in das Jahr 1691. Bernardus-Verlag, Heimbach, 2009, ISBN 978-3-81079-306-5., 326 S.
- Mario Feuerbach: Das Kloster Osek, der Wallfahrtsort Mariánské Radčice und die Zisterzienser (Deutsch/tschechisch), Litvínov: Dialog, 2012, ISBN 978-8-07382-151-7, 141 S.
- Jiří Wolf: Manuscripta Ossecensia: Baroknì rukopisy bývalého cisterciáckého kláštera v Oseku – Kontext a soupis (Barockhandschriften aus dem ehemaligen Zisterzienserkloster Osek – Kontext und Inventar) (tschechisch/deutsch), Verlag Scriptorium, Teplice: Regionálni muzeum v Teplicich, 2024, ISBN 978-8-08532-199-9, 504 S.
- Bernhard Wohlmann: Chronologisches Verzeichnis der Codexschreiber, Gelehrten, Schriftsteller und Künstler des Klosters Ossegg. In: Xenia Bernardina, Bd. 3. Wien 1891, S. 243–249
- Bernhard Wohlmann: Verzeichnisse der Handschriften in der Bibliothek des Stiftes Ossegg. In: Xenia Bernardina, Bd. 2. Wien 1891, S. 115–164
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c 300 Jahre der Klosterbibliothek in Osek/Ossegg (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ a b c Příspěvek k dějinám knihovny cisterciáckého kláštera v Oseku (Beitrag zur Geschichte der Bibliothek des Zisterzienserklosters in Osek) (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Feuerbach (2009), S. 179
- ↑ Feuerbach (2012), S. 72
- ↑ Daniela Wallnerová: Codex Damascus Ausgewählte Ausgabe 1196–1310, Bachelorarbeit, 2020, Masaryk-Universität Brünn, 102 S. (tschechisch)
- ↑ Feuerbach (2012), S. 76
- ↑ Památkový Katalog: Prelatura s opatskou knihovnou (Prälatur mit Klosterbibliothek) (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Wolf, S. 240
- ↑ Zámecká knihovna rodiny Clary-Aldringenů v Teplicích (Schlossbibliothek der Familie Clary-Aldringen in Teplitz) (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Klášter cisterciáků (Osek, Teplice, Česko). Knihovna (Zisterzienserklosters Osek - Bibliothek) (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Manuscriptorium: Servasanctus de Faenza (Tuscus de Faenza Servasanctus) (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Knihovna cisterciáckého kláštera v Oseku (Bibliothek des Zisterzienserklosters in Osek) (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Manuscriptorium: Historia civitatis Plznensis - Hilarius Litoměřický (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Manuscriptorium: Psalterium Hanussonis de Kolovrat (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Manuscriptorium: Lectionarium officii Cisterciense. Pars hiemalis. (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Feuerbach (2009), S. 37–38
- ↑ Památkový Katalog: Špitál s konventní knihovnou (Spital mit Konventsbibliothek) (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Wolf, S. 228 und 232
- ↑ Vendula Bublíková: Bibliotheca minor cisterciáckého opatství Osek Bachelorarbeit, 2023, Masaryk-Universität Brünn, 68 S. (tschechisch)
- ↑ Regionalmuseum Teplitz: Manuscripta Ossecensia (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ 300. výročí klášterní knihovny v Oseku (300-jähriges Jubiläum der Klosterbibliothek in Osek) (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Knihovna v Oseku slaví 300 let (Knihovna v Oseku slaví 300 let - Konferenz) (tschechisch) (abgerufen am 5. Dezember 2025)
- ↑ Bischof Stanislav Přibyl zum 300. Jubiläum der Klosterbibliothek in Osek (abgerufen am 5. Dezember 2025)
Koordinaten: 50° 37′ 13,3″ N, 13° 41′ 40,7″ O