Kloster Michelstetten
Das Kloster Michelstetten war ein Kloster der Dominikanerinnen in Adergas nahe der Ortschaft Michelstetten (slowenisch Velesovo) bei Krainburg in der Oberkrain.
Geschichte
Das Kloster wurde 1238 durch die drei Brüder Walter I., Vizedom von Aquileia, Weriand I. und Gerloch III. von Stein gestiftet und durch Berthold von Andechs, dem Patriarchen von Aquilea, bestätigt.[1.1] Das Kloster wurde von Nonnen aus dem Wiener Maria-Magdalena-Kloster besiedelt.[2] Es durfte eine eigene Priorin wählen, die vom Patriarchen von Aquileia bestätigt werden musste.[1.2]
Der Patriarch von Aquilea gewährt 1239 allen Stiftern und Spendern, die die Errichtung des Klosters ermöglichen, den Ablass.[3] Zur Gewährleistung des Unterhalts erhielt das Kloster zwei Pfarrkirchen und ab 1353 eine weitere zugesprochen.[1.3]
Das Urkundenbuch der Krain verzeichnet einige Schenkungen an das Kloster, beispielsweise durch Agnes von Österreich, die dem Kloster im Jahr 1248 Land und eine Kapelle überschreiben ließ.[4] 1248 gab Heinrich von Schenkenberg dem Dominikanerinnenkloster zum Schadenersatz eine Vogtei.[5] Das Kloster war jahrhundertelang das bedeutendste und reichste Kloster im Herzogtum Krain. Es verfügte über umfangreiche Ländereien und Weingärten.[1.4]
Ein Visitationsbericht aus dem Jahr 1486 bemängelte eine fehlende Klosterdisziplin: Die durchschnittlich zehn Nonnen hielten die Klausur nicht ein, vernachlässigten die gemeinsamen Mahlzeiten und gewährten Männern Zugang.[1.5]
Im Jahr 1471 wurde das Kloster von den Türken geplündert und gebrandschatzt und zwei Jahre später erneut verheert. Wegen der andauernden Bedrohungen erhielten die Nonnen durch den habsburgischen Kaiser Ferdinand I. 1533 das oberhalb des Klosters gelegene Schloss Frauenstein zugesprochen.[1.6]
Nachdem 1644 die Kapuziner die Seelsorge übernahmen, wurde Adergas als Wallfahrtsort belebt.
Im Zuge der Josephinischen Kirchenreform erfolgte 1782 die Aufhebung des Klosters.[6]
Klostergebäude und Kirche
Das aus Holz gebaute und in einem feuchten Tal gebaute Klostergebäude wurde Anfang des 18. Jahrhunderts abgerissen und bis 1748 neu aus Stein errichtet. Die neue Klosterkirche wurde 1771 durch den Weihbischof und späteren Fürsterzbischof von Görz, Rudolf Joseph Graf von Edling, geweiht. Architekten waren der Krainer Gregor Maček, der allerdings 1745 verstarb[7], sowie Candido Zulliani[8]
In der Kirche befinden sich sieben Bilder des Kremser Malers Schmidt.[1.7]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Jure Volcjak: Das Dominikanerinnenkloster Velesovo/Michelstetten im Laufe seines Bestehens, in: Heidemarie Specht, Ralph Andraschek-Holzer (Hrsg.): Bettelorden im Mittelalter. Geschichte, Kunst, Spiritualität. Referate der gleinamigen Tagung vom 19. bis 22. März 2007 in St. Pölten. (= Beiträge zur Kirchengeschichte Niederösterreichs, 15), St. Pölten 2008.
- ↑ Richard Perger: Das Wiener Frauenkloster "Ciegelhoven" von 1238 und seine Tochtergründung in Michelstetten (Krain). In: Franz Loidl (Hrsg.): Auftrag und Verwirklichung. Festschrift zum 200-jährigen Bestand der Kirchenhistorischen Lehrkanzel seit der Aufhebung des Jesuitenordens 1773, Wiener Dom-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-85351-069-8, S. 146–156.
- ↑ Franz Schumi (Hrsg.): Urkunden- und Regestenbuch des Herzogtums Krain, Teil 2, Laibach, 1884–1887, Nr. 105, S. 80 f.
- ↑ Franz Schumi (Hrsg.): Urkunden- und Regestenbuch des Herzogtums Krain, Teil 2, Nr. 155, S. 119 f.
- ↑ Franz Schumi (Hrsg.): Urkunden- und Regestenbuch des Herzogtums Krain, Teil 2, Nr. 160, S. 123 f.
- ↑ International Centre for Archival Research: Bestand: Velesovo (dt. Michelstetten), Dominikanerinnen (1238-1568); abgerufen am 15. Juli 2017
- ↑ Art. zu Maček in: Slowenisches Biographisches Lexikon, abgerufen am 27. November 2025
- ↑ Art. zu Zulliani in: Slowenisches Biographisches Lexikon, abgerufen am 27. November 2025
Koordinaten: 46° 16′ 16″ N, 14° 27′ 53″ O