Kloster Mörmter

Das Franziskanerkloster Mörmter war ein Franziskanerkloster in Mörmter bei Xanten, das von 1922 bis 2007 bestand. Seit 2009 wird das Klostergebäude von der Fazenda da Esperança für die Arbeit mit Männern mit Sucht- und psychischen Erkrankungen genutzt.

Geschichte

Als Franziskaner aus Dorsten zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Recht zum Sammeln von Naturalien am Niederrhein erhielten, sollte ein Kloster im niederrheinischen Xanten gegründet werden. Die Übernahme der ehemaligen Kartause Xanten scheiterte jedoch am für das Karthaus verlangten Kaufpreis. Daraufhin boten die Bauern Beckmann, Seegers und Siebers 19 Morgen Land im Ortsteil Mörmter an. Am 31. Juli 1921 legte die Leitung der Sächsischen Franziskanerprovinz (Saxonia) den Grundstein zum Bau des Klosters. Ab dem 23. November 1922 bewohnten sieben Ordensangehörige das fertiggestellte Kloster Mörmter. Bald darauf verpflichtete Bischof von Münster die Franziskaner in Mörmter auch zur Seelsorge; in Absprache mit dem Propst des Xantener Viktorstifts fanden Taufen, Erstkommunionen und Trauungen statt. Die geplante Erweiterung des Klosters durch ein Exerzitienhaus wurde infolge des Schwarzen Freitags verworfen. Ab 1929 gehörte das Kloster zur wiedererrichteten Kölnischen Franziskanerprovinz (Colonia).

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Kloster für Einquartierungen der Wehrmacht zweckentfremdet. Im Herbst 1944 beschloss der Landrat sogar die Aufhebung des Klosters und die Übernahme der Gebäude durch das Militär. Die Durchführung dieses Beschlusses scheiterte jedoch am Widerstand des Bürgermeisters von Wardt, dem Mörmter während der Zeit des Nationalsozialismus unterstand. Im Februar 1945 wurde das Kloster als Lazarett für beinahe 800 verwundete Soldaten genutzt. Im gesamten Verlauf des Krieges starben dort circa 80 Soldaten, die auf dem Klostergelände beigesetzt wurden, bis es zusammen mit der Stadt Xanten im März 1945 durch alliierte Truppen eingenommen wurde. Im April 1945 wurde das Kloster erneut gegründet und anfangs von drei Ordensangehörigen bewohnt; später erhöhte sich die Zahl der ständig dort lebenden Franziskaner auf neun. In den Nachkriegsjahren fanden dort auch Xantener Bürger Unterkunft, deren Häuser während der Bombardierung Xantens zerstört worden waren.

1977 wurde das Kloster Mörmter an die Franziskaner der südbrasilianischen Ordensprovinz überschrieben und diente den dortigen Ordensangehörigen seitdem als Alterswohnsitz. Die südbrasilianische Provinz hatte seit dem Kulturkampf in Preußen zahlreiche Mitglieder aus Deutschland gewonnen, die in Missionskollegs der brasilianischen Provinz auf einen Dienst als Missionar vorbereitet worden waren, z. B. im Kloster Garnstock in Ostbelgien. Da die Zahl der aus Brasilien wieder übersiedelnden älteren Ordensangehörigen jedoch zum Ende des 20. Jahrhunderts immer geringer ausfiel, kündigte die brasilianische Provinzleitung die Schließung des Klosters zum Beginn des Jahres 2007 an.

Seit 2009 wird das Kloster von der aus Brasilien stammenden katholischen Gemeinschaft Fazenda da Esperança genutzt. Hier können bis zu 16 Männer mit Suchterkrankungen und Depressionen mit dem Ziel der Genesung zusammenwohnen.[1][2][3]

Bilder

Commons: Kloster Mörmter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mörmter. In: fazenda.de/moermter. Fazenda da Esperança, abgerufen am 8. Oktober 2025.
  2. Kurz & Bündig. In: fazenda.de/therapie. Fazenda da Esperança, abgerufen am 8. Oktober 2025.
  3. Fazenda. In: sankt-viktor-xanten.de. Katholische Propsteigemeinde St. Viktor Xanten, abgerufen am 8. Oktober 2025.

Koordinaten: 51° 40′ 32,9″ N, 6° 24′ 22,8″ O