Kloster Laab im Walde

Das Kloster Laab im Walde steht in einer Hanglage auf dem Klosterberg und ehemaligem Kirchberg in der Klostergasse Nr. 7–9 der Gemeinde Laab im Walde im Bezirk Mödling in Niederösterreich. Das Kloster steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).

Geschichte

Am Standort der alten Kirche und einer 1840 errichteten Kaltwasserheilanstalt wurde im Jahr 1879 die Immobilie von den Barmherzigen Schwestern (Föderation Vinzentinischer Gemeinschaften) angekauft und für ein Kloster adaptiert.

Im Spätsommer 1896 erholte sich Weihbischof und Titularerzbischof von Selymbria Eduard Angerer (1816–1898) vierzehn Tage im Kloster.[1]

Wegen Baufälligkeit wurde das Kloster abgetragen und 1912/1913 nach den Plänen des Architekten Hubert Gangl ein Neubau errichtet. 1993 und 2003 erfolgten bauliche Erweiterungen.

Die Schwestern aus Wien verwendeten das Kloster bereits von Anfang an als Alterssitz und Exerzitienhaus. Eine Bio-Landwirtschaft versorgt das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien-Gumpendorf.[2]

Architektur

Der weithin sichtbare mächtige vier- bis fünfgeschoßige Bau im Heimatstil mit Risaliten unter Walmdächern zeigt eine neoklassizistische Fassade mit neobarocken und Plattenstil-Elementen. Die Trauflinie ist relativ einheitlich. Das Kloster wird von einer segmentgiebelbogigen Mauer mit einem prächtigen neobarocken Portal umschlossen. Auch die angeschlossenen Nebengebäude und Wirtschaftstrakte zeigen sich im Heimatstil. An der Fassade befindet sich eine Statue hl. Josef aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.

Kapelle

Die Kapelle Heiligstes Herz Jesu hat einen Saalraum unter einem Tonnengewölbe mit gerundeten Stichkappen, mit einem rundbogigen Triumphbogen zur eingezogenen Apsis unter einem Kalottengewölbe. Die gesamte neobarocke Einrichtung entstand um 1900. Der Hochaltar zeigt am Altarblatt das Herz Jesu und trägt flankierend die Statuen der Heiligen Josef und Barbara. Die Seitenaltäre sind Säulenretabel mit Altarblättern. Der linke Seitenaltar zeigt die hl. Maria Immaculata, der rechte Seitenaltar den hl. Vinzenz von Paul. Die Kreuzwegbilder sind neobarock.

Exerzitiensaal

Der rechteckige Saal hat eine Spiegeldecke. Hinter einem von zwei Rundpfeilern getragenen Querbalken öffnet sich eine eingezogene Apsis, welche durch fünf ungleiche Wandfelder geschlossen wird und um eine Stufe erhöht ist. Der schlichte Hochaltar trägt ein Kruzifix. Die teils figurale Glasmalerei der Fenster entstand in der Bauzeit 1912/1913.

Literatur

Commons: Laab im Walde Klosteranlage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wiener Tagesneuigkeiten. In: Abend-Presse, Nr. 263/1896 (XLIX. Jahrgang), 24. September 1896, S. 2, Spalte 2, unten. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/apr
  2. Der Annahof zu Laab im Walde. Landwirtschaft im Kreislauf des Lebens. Barmherzige Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul. Bildtonträger (1 Videokassette, VHS, ca. 16 Minuten). Zentraler Informatikdienst – Universität für Bodenkultur, Wien 2000, OBV@1@2Vorlage:Toter Link/permalink.obvsg.at (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2025. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..

Koordinaten: 48° 8′ 55,4″ N, 16° 10′ 44,4″ O