Kloster Enkenbach
| Kloster Enkenbach | ||
|---|---|---|
Klosterkirche als einziges erhaltenes Relikt des Klosters | ||
| Daten | ||
| Ort | Enkenbach | |
| Bauherr | Prämonstratenser | |
| Baujahr | 12. Jahrhundert | |
| Abriss | etwa 1700 bis auf Kirche | |
| Koordinaten | 49° 29′ 10,3″ N, 7° 53′ 58″ O | |
| Besonderheiten | ||
| Keimzelle von Enkenbach | ||
Das Kloster Enkenbach war ein Prämonstratenserinnen-Kloster in Enkenbach, das im Jahr 1148 von Graf Ludwig von Arnstein und Hunfried von Alsenborn gegründet und im 16. Jahrhundert im Zuge der Reformation aufgelöst wurde.
Lage
Das Kloster befand sich im südöstlichen Bereich des Enkenbacher Siedlungsgebiets.
Geschichte
Entwicklung bis zum 14. Jahrhundert
Der Orden der Prämonstratenser (lateinisch: Candidus et Canonicus Ordo Praemonstratensis) wurde im Jahr 1120 von Norbert von Xanten in Prémontré als zentralisierter Orden regulierter Chorherren gegründet. Er breitete sich rasch in Deutschland aus und die Mitglieder widmeten sich vor allem der Christianisierung der Slawen. Die Prämonstratenserinnen bilden die von Norbert im Jahr 1121 gegründete weibliche Genossenschaft mit sehr strenger Ordensregel. Das Kloster Enkenbach wurde 1148 als Filiation von Kloster Arnstein als Doppelkloster gegründet und gehörte wie Marienthal und Münsterdreisen zur Zirkarie Wadgassen.[1] Zu seinem Besitz gehörte unter anderem das benachbarten Alsenborn sowie das weiter entfernte und mittlerweile wüst gefallene Eyersheim.
1219 kaufte das Kloster den Benediktinern zu St. Lambrecht deren Besitz in Neukirchen ab.[2][3] Neben den geistlichen Rechten oblagen dem Kloster auch die Güterverwaltung und das Zehntrecht in Alsenborn sowie das Kirchenpatronat über die im 13. Jahrhundert errichtete Pfarrkirche von Alsenborn und Enkenbach. Im Verlauf des 13. Jahrhunderts wandelte es sich in ein reines Frauenkloster um. Es wurde von Chorfrauen aus Marienthal am Donnersberg besiedelt, die sich dem Prämonstratenserorden angeschlossen hatten.
Ebenfalls im 13. Jahrhundert erhielt das Kloster den weiter nördlich liegenden Ort Hemsbach als Schenkung.[4] Bis ins 13. Jahrhundert stand das Kloster unter dem Schutz der Raugrafen von Daun und Wartenberg und ging 1271 an den Bischof von Worms. Die Klsoterkirche entstand 1272; zur Baufinanzierung war es gezwungen, mehrere Besitzungen zu verkaufen.[5] 1338 erhielt das Kloster außerdem von Dietz von Wachenheim und seiner Frau Else von Hahnheim Schenkungen. In Relation zu anderen Klöstern im Raum des heutigen Südwestdeutschland blieb seine Bedeutung vergleichsweise gering.[6]
Niedergang
Von 1404 bis zur Auflösung übernahm die Kurpfalz die Schutzherrschaft des Klosters.
Durch den Bau der Klosterkirche waren die Prämonstratenserinnen in finanzielle Schwierigkeiten geraten und mussten im Jahr 1420 die Hälfte der Dörfer Enkenbach und Alsenborn für 100 rheinische Gulden an Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz verkaufen. Ab etwa 1430 übernahmen die Prämonstratenser die Anlagen, womit Kloster Enkenbach zum Herrenkloster wurde.[5]
Bereits Ende des 15. Jahrhunderts lebten leidglich vier Personen innerhalb des Klostergeländes; die meisten Mönche warne in außenstehenden Klosterpfarreien untergebracht. Im Bauernkrieg wurde es 1525 stark in Mitleidenschaft gezogen.[5]
Nachdem der vorletzte Propst Michael Reybold sich der lutherischen Lehre zugewandt und 1557 das Kloster an Kurfürst Ottheinrich übergeben hatte, wurde die endgültige Aufhebung 1564 durch Friedrich III. vollzogen. Die andere Hälfte fiel nach der Aufhebung des Klosters im Jahr 1557 ebenfalls an die Kurpfalz. Den Prämonstratenserinnen blieb lediglich das Rückkaufrecht auf die beiden Dörfer, der Zehnt und der Klosterhof. Ein örtlicher Bauernhof, der Teil des Klosterhofgutes war, wurde in der Folgezeit von Mennoniten nachgenutzt.[7] Später wurden der Kreuzarm der Kirche und die übrigen Klostergebäude nach erfolgten Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg abgebrochen.[8] Der überdauerte Teil der Klosterkirche ist mittlerweile die römisch-katholische Pfarrkirche der Ortsemeinde Enkenbach.
Der nahe Hasselbrunnengraben, ein linker Nebenfluss der Alsenz wird auch „Klosterbach“ genannt und erinnert an die Existenz des einstigen Klosters.
Literatur
- Katholisches Pfarramt St. Norbert Enkenbach: 850 Jahre Kloster Enkenbach 1148-1998. Pilgerverlag, Speyer 1999, ISBN 3-942133-16-4.
Einzelnachweise
- ↑ Katholische Pfarrkirche St. Norbert in Enkenbach. In: westpfalz.wiki. 21. November 2025, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Geschichtliches über St. Anton. In: hl-martin.de. 21. November 2025, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Katholische Kirche in Mehlingen. In: enkenbach-alsenborn.de11-21. Abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Neuhemsbach. In: tenhumbergreinhard.de. 21. November 2025, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ a b c Enkenbachin Enkenbach-Alsenborn (Landkreis Kaiserslautern). In: v. 21. November 2025, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Das Kloster und die Klosterkirche Enkenbach. In: klosterkirche-enkenbach.de. 21. November 2025, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Klosterhofgut Enkenbach. In: mennonite-roots.org. 21. November 2025, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Die Klosterkirche Enkenbach. In: rlp.museum-digital.de. 5. Februar 2025, abgerufen am 21. November 2025.