Klingendes Österreich

Klingendes Österreich war eine Fernsehsendung des ORF, die sich der Präsentation von Volksmusik, Volkskultur und landschaftlichen Schönheiten widmete und zuletzt viermal jährlich gesendet wurde. Die Sendung wurde von 10. Juni 1986 bis 21. März 2020 ausgestrahlt und seit Beginn an von Sepp Forcher moderiert.

Geschichte und Inhalt

Die Sendung porträtierte verschiedener Regionen Österreichs, Südtirols sowie grenznaher Landstriche, vor allem im benachbarten Bayern aber unter anderem auch Slowenien, Norditalien und Ungarn.[1] Zwischen den Berichten über Landschaft, Geschichte, Brauchtum und Architektur, Aufführungen von Volkstanzgruppen und Interviews spielten regional ansässige Volksmusikgruppen und Musikkapellen.

Forcher legte bei der Musikauswahl stets großen Wert darauf, ausschließlich traditionelle Volksmusik ohne völkstümliche oder kommerzielle Einflüsse zu präsentieren. Da die Volksmusikgruppen häufig vor einer Kulisse naturbelassener Landschaften oder architektonischen Schätzen gezeigt wurden, wurde der Sendung manchmal „Postkartenromantik“ vorgeworfen. Die tradierte Volksmusik würde dadurch in die Nähe von Kitsch gerückt. Forcher selbst meinte dazu, man sehe im Fernsehen ohnedies zu viel Hässliches, er wollte die schönen Seiten zeigen.[2]

Die Titelmusik der Sendung war die Bayrisch-Polka Druck nua zua aus dem Salzkammergut, aufgenommen von der extra zusammengestellten „Klingendes Österreich Musik“ mit Musikern aus allen Bundesländern, darunter Peter Moser, Rudi Pietsch und Karl Dumfart.[3]

Mit der 200. Sendung verabschiedete sich Sepp Forcher in seinem 90. Lebensjahr im März 2020 von seinem Publikum. Durch diese Sendung und seinen charakteristischen Begrüßungsspruch „Grüß Gott in Österreich!“, den er stets mit gezogenem Hut vortrug, avancierte Forcher zu einem Symbol österreichischer Volkskultur, Volksmusik und Heimatverbundenheit.[4]

Produktion

1986 wurden sechs Folgen produziert und ausgestrahlt, von 1987 bis 2003 jährlich sieben. Ab 2004 wurden pro Jahr zwei bis vier Folgen produziert und ausgestrahlt.

Ursprünglich wurde die Sendung vom ORF-Landesstudio Salzburg produziert. Im Lauf der Zeit entwickelte sich eine langjährige Kooperation zwischen dem ORF Salzburg und dem ORF Steiermark.

Von 2013 bis 2020 wurde die Sendung ausschließlich vom ORF-Landesstudio Steiermark in Graz produziert.

Im Oktober 2019 gab Sepp Forcher nach der Aufzeichnung der 200. Folge von Klingendes Österreich bekannt, dass er seine Laufbahn als TV-Moderator im 90. Lebensjahr beendet und sich zur Ruhe setzt.[5] Mit 30. Mai 2021 wurde bekanntgegeben, dass Hans Knauß die Sendung unter neuem Namen übernimmt.

Episodenliste

Siehe auch

Literatur

  • Sepp Forcher, Elisabeth Eisner: Grüß Gott in Österreich – Ein Nachschlag zu 200 Sendungen Klingendes Österreich, Kral-Verlag, Berndorf 2020, ISBN 978-3-99024-940-6

Einzelnachweise

  1. Klingendes Österreich (Fernsehserie 1986– ) - Liste der Folgen - IMDb. Abgerufen am 11. Dezember 2025 (deutsch).
  2. Hugo Grünwalder: Menschenkinder: Sepp Forcher. In: YouTube. 20. Oktober 2017, abgerufen am 11. Dezember 2025.
  3. Musikantenspieltsauf: Die Klingende Österreich Musik. In: YouTube. 24. Juli 2012, abgerufen am 11. Dezember 2025.
  4. tyroltv: Sepp Forcher - 30 Jahre Klingendes Österreich. In: YouTube. 1. August 2016, abgerufen am 11. Dezember 2025.
  5. Klingendes Österreich – Sepp Forcher hört als TV-Moderator auf ORF Salzburg online vom 21. Oktober 2019