Kleophas Hollmann
Kleophas Hollmann (auch Kleofas Hollmann) (* 18. Februar 1865 in Spindlermühle[1]; † 13. Juli 1924 in Hohenelbe[2]) war ein deutsch-böhmischer Architekt und Baumeister und Bürgermeister der Stadt Hohenelbe (heute tschechisch Vrchlabí). Er prägte das heutige Antlitz der Stadt mit.[3]
Leben und Wirken
Kleophas Hollmann wurde in Spindlermühle Nr. 75 (OT Sankt Peter) als Sohn des Lehrers Franz Hollmann († 1891) und seiner Ehefrau Johanna, geb. Lorenz, geboren. Er war mit Frau Berta Hollmann, geb. Hübner († 7. Juli 1920) verheiratet.
Er studierte u. a. an der Staatlichen Handelsschule in Reichenberg.[4] Nach seinem Studienabschluss als Ingenieur gründete er 1892 eine Baufirma in Hohenelbe, die nach seinem Tode von seinem Sohn Rudolf Hollmann weitergeführt wurde.[5] Im Jahr 1898 nahm er gemeinsam mit Viktor Krause am Wettbewerb für den Bau der neuen Kablík-Brücke in Hohenelbe (jetzt most Tyršova ul. in Vrchlabí) teil. Sie gründeten zusammen das Architekturbüro Krause & Hollmann und ihr erstes gemeinsames Projekt war der Bau eines Stadthauses im Jahr 1896.[6]
Im Jahr 1910 wurde nach Plänen von K. Hollman ein jüdischer Friedhof auf dem Stadtfriedhof Hohenelbe angelegt, der nach 1945 aufgegeben wurde.[3] Das Wohnhaus der Familie Hollmann befand sich in Hohenelbe, Kablikstraße 10 (jetzt Vrchlabí, Českých bratří 110).[7] Im Jahr 1923 wurde Kleophas Hollmann zum Bürgermeister von Hohenelbe gewählt. Er starb während des Kreisturnfestes am 13. Juli 1924 und wurde am 16. Juli auf dem Stadtfriedhof von Vrchlabí beigesetzt. Grabstätte und Gruft existieren noch heute.[3]
Im Jahr 2024 fand in der Stadtbibliothek in Špindlerův Mlýn eine Ausstellung über Bauten von Kleophas Hollmann statt.[8]
Bauten (Auswahl)
- 1894: Friedrich W. Krönig & Söhne, Weberei Stella Hohenelbe-Harta – Vrchlabí-Podhůří, Poštovní 67[9]
- 1896: Stadthaus in Hohenelbe – Vrchlabí, Krkonošská (zusammen mit Viktor Krause) [1]
- 1902: Aktienbrauerei in Hohenelbe – Vrchlabi, Komenského 63 (zusammen mit Viktor Krause), erbaut nach Plänen der Prager Maschinenbaufirma Ringhoffer[10]
- 1903: Rathaus in Rochlitz an der Iser – Rokytnice nad Jizerou 197 (zusammen mit Viktor Krause), unter Denkmalschutz ÚSKP-Nr. 105971 [11][12] [2]
- 1903/04: Umbau des Schützenhauses zum Kulturzentrums in Hohenelbe – Vrchlabí, Vančurova 378 (zusammen mit Viktor Krause)[13]
- 1904: Evangelische Kirche Herlíkovice, OT von Strážné (zusammen mit Viktor Krause)[14]
- 1906–1908: Ignaz Petera & Söhne (Sattlerei und Karosseriewerkstatt) in Hohenelbe - Vrchlabí, Fügnerova 572[15]
- 1907: Umbau des Chorraums der St. Peter-Kirche in Spindlermühle
- 1908: Schule in Spindlermühle – Špindlerův Mlyn Nr. 32
- 1909: Pfarrhaus in Nieder Langenau – Dolní Lánov Nr. 165, unter Denkmalschutz ÚSKP-Nr. 104556
- 1909: Staatsreform-Realgymnasium in Hohenelbe – Vrchlabí, Komenskeho 586
- 1910: Villa des Textilunternehmers Josef Menčík (1847–1920) in Hohenelbe – Vrchlabí, Žižkova 590
- 1910–1912: Union-Bank in Hohenelbe – Vrchlabí, Krkonošská 177, jetzt ČSOB-Bank [3]
- 1912: Konditorei in Hohenelbe – Vrchlabí, Cukrářská
- 1916: Wohn- und Geschäftshaus H. Oesterreicher in Hohenelbe – Vrchlabí, Žižkova 497, jetzt Kinderheim[16] [4]
- 1920er Jahre: Union Bank in Trautenau – Trutnov, Krakonošovo nám. 129 [5]
Galerie von ausgeführten Bauten
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Ehem. Aktienbrauerei in Hohenelbe - Vrchlabi
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Rathaus in Rochlitz an der Iser, Nr. 197
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Ehem. Schützenhaus in Hohenelbe - Vrchlabí
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Evangelische Kirche in Strážné-Herlíkovice
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Karosseriewerkstatt Ignaz Petera & Söhne
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Schule in Spindlermühle Nr. 32
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Pfarrhaus in Nieder Langenau - Dolní Lánov
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Gymnasium in Hohenelbe - Vrchlabí, Komenskeho
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Villa Josef Menčík in Hohenelbe - Vrchlabí, Žižkova
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Union-Bank in Hohenelbe, Krkonošská
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Wohn- und Geschäftshaus in Hohenelbe, Žižkova
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Union-Bank in Trutnov, Krakonošovo nám.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Matrikel Špindlerův Mlýn (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Matrikel Vrchlabí (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ a b c Friedhofslehrpfad „Gedächtnis von Vrchlabí“ (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Katalogizační lístek: Hollmann, Kleophas (tschech.) (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Arche Krkonos: Hollmann Kleofas (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Proměny nejfrekventovanějšího mostu, S. 5 (tschech.) (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Adreßbuch des Bezirks Hohenelbe, (1933), S. 69 (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Architektura ve stavbách Kleofáše Hollmanna (tschech.) (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Industriální topografie: Friedrich W. Krönig a synové, tkalcovna Stella Vrchlabí (tschech.) (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Industriální topografie: Akciový pivovar (tschech.) (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Heimatkreis Hohenelbe: Rathaus in Rochlitz an der Iser (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Rathaus Rokytnice nad Jizerou (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Sehenswürdigkeiten von Vrchlabí (tschech.) (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Secesní kostel Herlíkovice (tschech.) (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Industriální topografie: Ignác Theodor Petera a synové,angl. sedlářství a karosárna (tschech.) (abgerufen am 11. Januar 2026)
- ↑ Wohn- und Geschäftshaus H. Oesterreicher in Vrchlabí auf cizidum.umprum.cz (abgerufen am 11. Januar 2026)