Kleinweidelbach (Rheinböllen)
Kleinweidelbach Stadt Rheinböllen
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| Koordinaten: | 50° 0′ N, 7° 39′ O | |
| Höhe: | 409 m ü. NHN | |
| Einwohner: | 130 (2019)[1] | |
| Eingemeindung: | 17. März 1974 | |
| Postleitzahl: | 55494 | |
| Vorwahl: | 06764 | |
Lage von Kleinweidelbach in Rheinland-Pfalz
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Kleinweidelbach ist ein Stadtteil und der einzige Ortsbezirk der Stadt Rheinböllen in der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Bis 1974 war der Ort eine eigenständige Gemeinde.
Geographie
Die Siedlung liegt in Luftlinie etwa elf Kilometer südwestlich des Mittelrheins im südöstlichen Hunsrück am Weidelbach. Weiter im Osten schließen sich der Binger Wald und im Süden der Soonwald an, der seit 2005 zum Naturpark Soonwald-Nahe gehört.
Der Hauptort Rheinböllen liegt nordöstlich und die zu Rheinböllen gehörende „Waldsiedlung Römerstraße“ nordwestlich von Kleinweidelbach, im Süden grenzt die Ortsgemeinde Ellern an.
Geschichte
Kleinweidelbach gehörte zum „Alten Gericht“ des Fürstentums Pfalz-Simmern, später der Pfalz.[2]
Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete 1794 die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs und war der Mairie Rheinböllen im Kanton Simmern des Arrondissements Simmern im Rhein-Mosel-Departement zugeordnet. Nach der Niederlage Napoleons fiel Kleinweidelbach aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen an das Königreich Preußen. Das Dorf gehörte nun dem Kreis Simmern des Regierungsbezirks Koblenz an, der 1822 Teil der neu gebildeten preußischen Rheinprovinz wurde. Die Mairie ging in die Bürgermeisterei (später das Amt) Rheinböllen auf.[2]
Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region bis 1930 dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Teil der französischen Besatzungszone und kam 1946 zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.
Am 17. März 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde mit damals 113 Einwohnern nach Rheinböllen eingemeindet.[3]
Politik
Kleinweidelbach ist gemäß Hauptsatzung der einzige Ortsbezirk der Stadt Rheinböllen. Der Bezirk umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemarkung von Kleinweidelbach. Auf die Bildung eines Ortsbeirats wurde verzichtet. Der Ortsbezirk wird – wenn ernannt – von einem ehrenamtlichen Ortsvorsteher politisch vertreten.[4]
Das Amt des Ortsvorstehers von Kleinweidelbach ist vakant. Manfred Rothenbach wurde zuletzt im Juni 20219 während der konstituierenden Sitzung des Stadtrats von Rheinböllen als Ortsvorsteher bestätigt.[5] Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde kein Wahlvorschlag für eine Direktwahl eingereicht, und auch der neue Stadtrat fand bei seiner konstituierenden Sitzung am 8. Juli 2024 keinen Bewerber.[6]
Kulturdenkmäler
In der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz wird das Back- und Gemeindehaus von Kleinweidelbach, ein Bruchsteinbau aus dem 18. Jahrhundert, als Kulturdenkmal ausgewiesen.[7]
Verkehr
Der Ort liegt an der Kreisstraße 46, die in südöstliche Richtung zur einen knappen Kilometer entfernten Bundesstraße 50 und nach Nordwesten zur Landesstraße 223 führt.
Weblinks
- Literatur über Kleinweidelbach in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise
- ↑ Müllers großes deutsches Ortsbuch 2021. De Gruyter Saur, Berlin / Boston 2022, ISBN 978-3-11-072987-0, Band 1, S. 768.
- ↑ a b Dieter Diether: Geschichte der Stadt. Stadt Rheinböllen, abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 194 (PDF; 2,6 MB). Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
- ↑ Hauptsatzung der Stadt Rheinböllen. (PDF; 0,1 MB) § 2 Ortsbezirke. In: Rheinböllen – Downloads. Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen, 29. Oktober 2024, abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ Werner Dupuis: Konstituierende Sitzung: Streit um den Beigeordneten in Rheinböllen. In: Rhein-Hunsrück-Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, Koblenz, 18. Juni 2019, abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ 1. Sitzung des Stadtrates der Stadt Rheinböllen. Top 4: Wahl des Ortsvorstehers für Kleinweidelbach. In: Rats- und Bürgerinfosystem. Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen, 8. Juli 2024, abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ Rheinböllen-Kleinweidelbach. (PDF; 1,66 MB) In: Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Rhein-Hunsrück-Kreis. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Mainz, 22. September 2025, S. 53, abgerufen am 3. Januar 2026.