Kleinschweinbarth
| Kleinschweinbarth (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Kleinschweinbarth | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Mistelbach (MI), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Mistelbach | |
| Pol. Gemeinde | Drasenhofen | |
| Koordinaten | 48° 45′ 13″ N, 16° 36′ 13″ O | |
| Höhe | 274 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 154 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 9,19 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 05014 | |
| Katastralgemeindenummer | 15120 | |
| Der Ort vom Schweinbarther Berg aus gesehen | ||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Kleinschweinbarth ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Drasenhofen im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich mit 154 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).[1] Bis Ende 1970 bildete Kleinschweinbarth eine selbständige Ortsgemeinde.[2]
Geografie
Das vom Niklasgraben entwässerte Haufendorf ist über die Landesstraße L3055 erreichbar, von der die L3056 abzweig, durch den Ort führt und an der Staatsgrenze endet. Zur Ortschaft gehört auch der Tiergartenhof, ein im frühen 20. Jahrhundert errichteter Witschaftshof. Am 1. April 2020 umfasste die Ortschaft 165 Adressen.[3]
Geschichte
Im Jahr 1306 erschien mit Otte von Sweinwurt erstmals eine ortsansässige Adelsfamilie und nach 1315 waren auch die Herren von Baumgarten hier begütert. Die anfangs häufig in Urkunden genannten Schweinbarther verfügen 1590 nur mehr über Splitterbesitz. Ihr Ansitz ist abgekommen und stand möglicherweise in Zusammenhang mit der Flur Thiergarten.[4]
Schweickhardt beschrieb den Ort mit knapp 150 Familien, die sich in Ganz-, Halb-, Viertellehner und Kleinhäusler gliederten, die Acker- und Weinbau betrieben oder einem Handwerk nachgingen. Die Bauern pflanzten Weizen, Korn, Hafer, Kukuruz und etwas Gerste und verfügten über einen nicht unbedeutenden Weinbau.
Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 102 Häusern genannt, das nach Stützenhofen eingepfarrt war, die Kinder aber vor Ort eingeschult wurden. Die Herrschaft Steinebrunn besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus und besorgte die Konskription. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Steinebrunn und Poysbrunn sowie der Pfarre Großkrut.[5]
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Kleinschweinbarth ein Bäcker, ein Fleischer, zwei Gastwirte, drei Gemischtwarenhändler, eine Milchgenossenschaft, ein Sattler, zwei Schmiede, ein Schneider und eine Schneiderin, zwei Schuster, zwei Trafikanten, ein Tischler, zwei Viktualienhändler, ein zwei Weinsensale und eine Ziegelei ansässig.[6]
Die um 1850 entstandene Ortsgemeinde fusionierte am 1. Jänner 1971 mit der damaligen Gemeinden Drasenhofen, Steinebrunn und Stützenhofen, die neue Gemeinde erhielt den Namen Drasenhofen.[2]
Sehenswertes
- Pfarrkirche Kleinschweinbarth, ein neugotischer Bau mit einem neugotischen Schnitzaltar (Denkmalschutz, Listeneintrag)
- Schweinbarther Berg, ein mit mehreren Gedenkstätten ausgebaute Klippe der Waschbergzone
- Jakobsweg Weinviertel, ein nördlich des Ortes beginnender Fernwanderweg, der bei Krems in den Wachauer Jakobsweg mündet
Literatur
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 6. Band: Ronthal bis Schönborn. Mechitaristen, Wien 1835, S. 129 (Schweinbarth (Klein-) – Internet Archive; mit einem Nachtrag zum 5. Band: Pellendorf; b) Riedenthal (Groß-)).
- Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 19, Sektion Falkenstein, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 6,3 MB]).
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 224.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
- ↑ a b Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 36. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
- ↑ Kleinschweinbarth. In: NÖ-Burgen online. Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
- ↑ Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Zweiter Band: M–Z. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 254 (Schweinbarth (Klein-) in der Google-Buchsuche).
- ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 314