Kleines Kuba-Trichterohr
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Chilonatalus macer | ||||||||||||
| Miller, 1914 |
Das Kleine Kuba-Trichterohr (Chilonatalus macer) ist ein auf Kuba und vorgelagerten Inseln verbreitetes Fledertier in der Familie der Trichterohren. Die Population wurde längere Zeit dem Kleinen Karibischen Trichterohr (Chilonatalus micropus) als Unterart zugeordnet. Es wird eine engere Verwandtschaft zum Kleinen Bahamas-Trichterohr (Chilonatalus tumidifrons) angenommen.[1]
Merkmale
Die Art entspricht in ihrer Größe den anderen Gattungsvertretern. Eindeutig für das Kleine Kuba-Trichterohr konnte eine Unterarmlänge von 32 bis 34 mm, ein Gewicht von 2,6 bis 3,3 g und 12,7 bis 16,4 mm lange Ohren ermittelt werden. Es kommt hellbraunes bis orangebraunes Fell vor, wobei die Haarspitzen dunkler sind. Typisch ist ein dichter Haarsaum auf der Oberlippe, der einem Schnurrbart ähnelt. Die für alle Trichterohren kennzeichnenden trichterförmigen Ohren sind ebenfalls vorhanden. Das Natalidenorgan (siehe Artikel Trichterohren) ist bei Männchen groß und melonenförmig. An der Kante der Schwanzflughaut bilden kurze Haare einen Saum. Bei dieser Fledermaus ist der vordere Bereich des Hirnschädels abgeplattet.[1]
Verbreitung
Das Tier lebt auf Kuba, auf Isla de la Juventud und auf kleineren umliegenden Inseln. Halbfossile Funde von den Cayman Islands könnten zu dieser Art zählen. Die Fledermaus erreicht bis zu 230 Meter hohe Hügel. Sie bewohnt tropische Regenwälder, wo die jährliche Niederschlagssumme bei 2.500 mm liegt. Manchmal werden trockenere Buschflächen besucht. Während Weibchen in den tiefen und warmen Bereichen von Höhlen ruhen, halten sich Männchen näher am Eingang, der etwas kühler ist, auf.[2][1]
Lebensweise
Das Kleine Kuba-Trichterohr verlässt sein Versteck eine viertel bis eine dreiviertel Stunde nach Sonnenuntergang. Manchmal kommen in der Höhle kleine gemischte Gruppen mit der Rußigen Schnurrbartfledermaus oder dem Gervais-Trichterohr vor. In anderen Bereichen der Höhle können etwa 10 weitere Fledermausarten ruhen. Allgemein haben die Kolonien 30 bis 50 Mitglieder, die bei der Rast an einem Fuß hängen. Das Tier kann mehrere Stunden unterwegs sein und es hat einen langsamen Flug mit vielen Wendungen. Vermutlich kann sich die Fledermaus so gut durch dichte Vegetation bewegen. Auf der anderen Seite ist sie anfällig für Dehydratation. Wenn Exemplare nicht rechtzeitig die Höhle erreichen, nutzen sie Notunterkünfte, wie Zeltdächer oder die Unterseite von Zuckerrohrblättern. Diese Fledermaus jagt vorwiegend Schmetterlinge, die vermutlich mit Spinnen komplettiert werden. Der Mageninhalt entsprach bei zurückkehrenden Tieren etwa 30 Prozent des Körpergewichts.[1]
Vermutlich entspricht das Fortpflanzungsverhalten dem Kleinen Karibischen Trichterohr. Ein Weibchen mit einem 10 mm langen Embryo wurde im Mai registriert. Andere Weibchen mit aktiven Zitzen sind aus dem August bekannt.[2][1]
Gefährdung
Die Kolonien sind sehr klein und weit verstreut. Das macht sie anfällig für Landschaftsveränderungen und Wetterumschwünge. Die Anerkennung als Art erfolgte vor wenigen Jahren. Ältere Daten zur Populationsgröße sind deswegen nicht mehr gültig. Die IUCN listet das Kleine Kuba-Trichterohr mit unzureichender Datenlage (data deficient).[2]
Weblinks
- Farbtafel mit Fledermäusen, unter Figures, Kleines Kuba-Trichterohr mit Nr. 3
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 591–592 (englisch, Chilonatalus macer).
- ↑ a b c Chilonatalus macer in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2019. Eingestellt von: Solari, S., 2016. Abgerufen am 30. Oktober 2025.