Klaus Trost
Klaus Trost (* 20. Juli 1934 in Kaiserslautern; † 11. Januar 2023 in Bad Abbach) war ein deutscher Slavist und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Klaus Trost studierte nach seiner Reifeprüfung 1954 in Kaiserslautern Slavische Philologie und Vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität des Saarlandes und promovierte dort 1965 zum Dr. phil. bei Linda Sadnik. Zunächst war er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Slavistik dieser Universität tätig und wechselte dann mit einem Habilitationsstipendium der DFG an das Slavische Seminar der Universität Würzburg. Seine Habilitation erfolgte im Wintersemester 1972/73 in Würzburg. Anschließend war er dort als Privatdozent bzw. Universitätsdozent tätig. Schwerpunkte seiner Arbeit waren Altrussisch, Russische Sprachwissenschaft und russische Literatur des 18. bis 20. Jahrhundert. Im Jahre 1977 wurde er auf einen Lehrstuhl für Slavische Philologie der Universität Regensburg berufen. 2002 wurde er emeritiert. Neben den in Regensburg von ihm betreuten Ämtern der akademischen Selbstverwaltung förderte Trost die Partnerschaft mit wissenschaftlichen Einrichtungen in Tschechien, vor allem mit der Masaryk-Universität in Brno.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Perfekt und Konditional im Altkirchenslavischen. Harrassowitz, Wiesbaden 1972, ISBN 3-447-01398-2 (= Dissertation Universität des Saarlandes).
- Untersuchungen zur Übersetzungstheorie und -praxis des späteren Kirchenslavischen. Die Abstrakta in der Hexaemeronübersetzung des Zagreber Zbornik von 1469 (= Forum slavicum. Bd. 43). Fink, München 1978, ISBN 3-7705-1311-8.
- Zur Unterscheidung der finalen, kausalen und der relativen Verben. Ein Beitrag zur Theorie der verbalen Handlungsstruktur. In: Sprachwissenschaft. Bd. 7, H. 2, 1982, S. 168–196.
- Entfremdung und Verfremdung in der russischen Literatur und Literaturtheorie. In: Agora. Perspektiven der Philosophie. Bd. 14 (1988), S. 355–386.
- Zur semantischen Klassifikation der Substantive und des Genitiv-Akkusativs im Russischen (= Studia et exempla linguistica et philologica. Ser. 2. Bd. 2). Roderer, Regensburg 1992, ISBN 3-89073-587-8.
- (Hrsg.): Deutsch-tschechische Sprachbeziehungen. Germanismen, Personennamen, Ortsnamen (= Studia et exempla linguistica et philologica. Ser. 2. Bd. 6). Roderer, Regensburg 2000, ISBN 3-89783-169-4.
- Durativitätsart und Aktionsart im Altkirchenslavischen (Altbulgarischen). In: Anzeiger für slavische Philologie. Bd. 36 (2008), S. 89–154.
- Zur verbalen und nominalen Pragmastruktur im Tschechischen. In: Anzeiger für slavische Philologie. Bd. 37 (2009), S. 153–185.
- Die pragmatische Klassifikation der tschechischen Konkreta. In: Anzeiger für slavische Philologie. Bd. 38 (2010), S. 71–116.
- Ent-Fremdung und Verfremdung. Studien zur russischen Literatur und Literaturtheorie unter Berücksichtigung von Hermann Hesses Polarität und Bertold Brechts Verfremdungstheorie (= Studia et exempla linguistica et philologica. Ser. 2. Bd. 8). Roderer, Regensburg 2016, ISBN 978-3-89783-845-1.
- Aktionsart und Aspekt. Eine systematische Darstellung (am Beispiel des Tschechischen). Bd. 1: Grundlagen der Aspektologie (= Studia et exempla linguistica et philologica. Ser. 1. Bd. 9). Roderer, Regensburg 2019, ISBN 978-3-89783-918-2.
- Dostojewski und die Liebe zwischen Dominanz und Demut. Tredition, Hamburg 2020, ISBN 978-3-347-18367-4.
Festschrift
- Ernst Hansack (Hrsg.): Festschrift für Klaus Trost zum 65. Geburtstag (= Die Welt der Slaven. Sammelbände. Bd. 5). Sagner, München 1999, ISBN 3-87690-739-X (Schriftenverzeichnis Klaus Trost S. 11ff.).
Einzelnachweise
- ↑ Trost, Klaus. In: Wilfried Kürschner (Hrsg.): Linguisten-Handbuch. Bd. 2. Narr, Tübingen 1994, ISBN 3-8233-5000-5, S. 954f. (mit biografischen Daten, Publikationsliste u. Foto); Ernst Hansack: In memoriam Klaus Trost (1934-2023). In: Bulletin der deutschen Slawistik. Bd. 29 (2023), S. 32–34 (abgerufen am 22. Oktober 2025).