Klaus Schleicher

Klaus Schleicher (* 11. Juni 1935 in Hamburg; † 1. Dezember 2011 ebenda) war ein deutscher Erziehungswissenschaftler und Professor für Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg.

Leben

Nach einer Tischlerlehre von 1951 bis 1954 und dem Besuch des Abendgymnasiums von 1954 bis 1956 studierte Schleicher von 1956 bis 1962, dem Jahr seines 1. Staatsexamens, Erziehungswissenschaft, Geschichte, Philosophie, Germanistik und Soziologie. Sein 2. Staatsexamen erfolgte 1962. Danach wurde er Studienreferendar. Von 1964 bis 1965 arbeitete er als Lehrer und in der Erwachsenenbildung. 1968 wurde er zum Doktor promoviert. Im Jahr 1973 erfolgte seine Berufung Schleichers zum Professor für Erziehungswissenschaft auf dem Lehrstuhl für Vergleichende Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. 1973 war er Gutachter des Bildungsrats und 1975, 1981 und 1984 des Europarats. 1983 wurde er Geschäftsführender Direktor des Instituts für Vergleichende Erziehungswissenschaft und blieb dies bis zum Jahr 2000. Er war auch als Gastprofessor in England, Frankreich und in den Vereinigten Staaten von Amerika tätig. Auch in Japan erhielt er einen Forschungsaufenthalt.

Von 1978 bis 1992 war der in Hamburg-Ammersbek lebende Schleicher Berater des Schweizer Fernsehens und wirkte bei 12 Vorschulsendungen mit. Von 1978 bis 1981 übernahm er Forschungsaufträge der Länder Nordrhein-Westfalen (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, 1978 bis 1981) und Hamburg (Universität Hamburg, 1979 bis 1980, zur Ökologie des Kindes). 1988 bis 1990 war er stellvertretender Leiter eines Erasmus-Programms in Hamburg und von 1989 bis 1992 bzw. 1994 bis 1998 übernahm er die Leitung von zwei Umweltbildungsprojekten der Bund-Länder-Kommission. Ab dem Jahr 2000 war er Gutachter der EU zur Evaluation von Sokrates-Programmen und Leonardo da Vinci-Programmen sowie des Comenius-Programms. Schleicher war Mitglied der World Association for Educational Research und des Deutschen Hochschulverbandes.

Klaus Schleicher war ab 1960 verheiratet mit Mechthild Schleicher, geborener Harmstorf, hatte fünf Kinder und starb im Alter von 76 Jahren. Er wurde auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf beigesetzt.

Schriften (Auswahl)

  • Lernen im Leben und für das Leben. Informelles Lernen als Zukunftsaufgabe. Krämer, Hamburg 2009.
  • Zur Biographie Europas – Identität durch Alltagshandeln. Informelle Bildungs-Impulse. Krämer, Hamburg 2007.
  • Positive Attitudes Towards Work and Training. How can they be attained and secured. Report für die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit. Hamburg 2007 (Mimeo).
  • Enhancing the Social Values of Work and Training for General Education, for Training Institutions and for Enterprises Aiming at Strengthening Work-Process Oriented Core Values in a Multicultural Setting. Report für die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, Hamburg 2004 (Mimeo).
  • mit M. Goy und P. J. Weber: Mit Interesse und Erfolg studieren. Studienberatung für Anfänger und Fortgeschrittene. Krämer, Hamburg 2003.
  • als Hrsg. mit P. J. Weber: Zeitgeschichte Europäischer Bildung 1970–2000. Bd. 3: Europa in den Schulen. Waxmann, Münster 2002.
  • Arbeits- und Orientierungshilfen für die Familienbildung. Ein Konzept zur Förderung von Selbstlernprozessen. Köln 1984.
  • Familienbildung. Dringlichkeit, Aufgabe, Möglichkeit. Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf 1977, ISBN 978-3-590-14233-6.
  • als Hrsg.: Elternmitsprache und Elternbild. Schwann, Düsseldorf 1973.
  • Sesame Street für Deutschland? Die Notwendigkeit einer Vergleichenden Mediendidaktik. Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf 1972, ISBN 978-3-78950178-4.
  • als Hrsg.: Elternhaus und Schule. Kooperation ohne Erfolg? Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf 1972 (1973 auch in japanischer Sprache erschienen).
  • Politische Bildung in England 1935–1965. Quelle & Meyer, Heidelberg 1970.

Literatur

  • Schleicher, Klaus. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1079.