Klaus Quaet-Faslem

Klaus Quaet-Faslem (* 5. September 1913 in Kiel; † 30. Januar 1944 bei Langeleben) war deutscher Luftwaffenoffizier und Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg. Am 30. Januar 1944 wurde er aufgrund schlechten Wetters bei einem Flugunfall getötet. Er wurde posthum am 9. Juni 1944 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Während seiner Karriere errang er 49 Luftsiege.

Frühes Leben und Karriere

Quaet-Faslem wurde am 5. September 1913 in Kiel geboren, damals Provinz Schleswig-Holstein, Teil des Königreichs Preußen. Nach der Flugausbildung wurde Quaet-Faslem 1936 zunächst zur 3. Staffel der Küstenfliegergruppe 106 und 1939 in die 1. Staffel des Lehrgeschwaders 2 versetzt.

Zweiter Weltkrieg

Zur Vorbereitung auf die deutsche Invasion Polens am 1. September 1939 war die I.Gruppe (Jagd)/LG 2 unter dem Kommando von Hauptmann Hans Trübenbach zu den Flugplätzen Lottin, (Gruppenstab, 2. und 3. Staffel) und nach Malzkow bei Stolp (1. Staffel) verlegt worden. Am 4. September flog die I.(Jagd)/LG 2 zwei Kampfeinsätze über dem Einsatzgebiet der deutschen 4. Armee bei dem die 1. Staffel erstmals auf Flugzeuge der polnischen Luftwaffe traf. Hierbei erzielte Quaet-Faslem seinen ersten Luftsieg. Der Anspruch wurde jedoch nicht anerkannt. Im Zuge des deutschen Vormarsches verlegte die I.(Jagd)/LG 2 am 9. September, zur Unterstützung der 4. Armee, nach Lauenburg in die Nähe von Bromberg. An diesem Tag erzielte er seinen ersten, bestätigten, Luftsieg über eine PZL P.24.

Nach dem Polenfeldzug wurde Quaet-Faslem der Jagdfliegerschule 1 in Werneuchen zugeteilt. Am 20. Oktober 1940 wurde er zur III. Gruppe des Jagdgeschwaders 53 versetzt, wo er die Position des Adjutanten übernahm. Zu dieser Zeit wurde die III. Gruppe von Hauptmann Wolf-Dietrich Wilcke kommandiert.

Unternehmen Barbarossa

Vor dem Unternehmen Barbarossa, der deutschen Invasion der Sowjetunion, traf das JG 53 am 8. Juni 1941 in Mannheim-Sandhofen ein, wo die Flugzeuge einer Wartungsüberholung unterzogen wurden. Am 12. Juni begann das Geschwader mit der Verlegung nach Osten, wobei die III. Gruppe zunächst in Sudauen im Nordosten Polens stationiert wurde. Zwei Tage später verlegte die III. Gruppe auf einen Feldflugplatz bei Sobolewo in der Nähe von Białystok. Bis zum 4. August 1941 errang Quaet-Faslem 8 Luftsiege, von denen zwei nicht bestätigt wurden. Vom 7. August bis zum 15. Dezember 1941 war er mit dem Stab I./JG 53 in den Niederlanden stationiert und errang einen Luftsieg über eine Spitfire.

Am 21. November 1941 wurde Quaet-Faslem zum Staffelkapitän der 2. Staffel des JG 53 ernannt und trat die Nachfolge von Oberleutnant Ignaz Prestele an. Im Dezember 1941 verlegte die 2./JG 53 in den Mittelmeerraum. Am 14. April 1942 errang er seinen 10. Luftsieg. Ab Ende Mai 1942 war seine 2. Staffel wieder an der Ostfront eingesetzt.

Am 19. August 1942 wurde er zum Jagdgeschwader 3 „Udet“ versetzt und von Leutnant Walter Zellot als Kommandeur der 2. Staffel des JG 53 abgelöst. Zu diesem Zeitpunkt wies seine Bilanz 35 Luftsiege auf.

Am 31. August 1942 übernahm er das Kommando über die I. Gruppe / Jagdgeschwader 3 und folgte Hauptmann Georg Michalek nach. Seinen 46. Luftsieg über eine Iljuschin Il-2 errang er am 20. Dezember 1942. Es war sein letzter Abschuss an der Ostfront.

Reichsverteidigung

Ab dem 1. Mai 1943 wurde Quaet-Faslem mit dem Stab I./JG 3 in der sogenannten Reichsverteidigung eingesetzt. Am 17. Juli 1943 gelang ihm der erste Abschuss eines viermotorigen Bombers, einer Boeing B-17 Flying Fortress, über der Nordsee.

Seinen 48. Luftsieg errang Quaet-Faslem am 17. August 1943 beim alliierten Bombenangriff auf die Städte Schweinfurt und Regensburg, ebenfalls über eine Boeing B-17. Nach einem Luftkampf am 24. Oktober musste Quaet-Faslem mit seiner Messerschmitt Bf 109 G-6 (Werknummer 27149) bei Lille notlanden.

Am 4. Januar 1944 errang er seinen 49. und letzten Abschuss westlich von Amiens über einen Mosquito-Jagdbomber.

Am 30. Januar 1944 starb Klaus Quaet-Faslem, als seine Bf 109 G-6 (Werknummer 15243) bei schlechtem Wetter bei Langeleben im Elm nahe Helmstedt ohne Feindberührung abstürzte. Nach seinem Tod übernahm Hauptmann Joachim von Wehren vorübergehend das Kommando über die Gruppe, bevor Hauptmann Josef Haiböck am 8. Februar offiziell das Kommando übernahm. Klaus Quaet-Faslem wurde mit militärischen Ehren auf dem Friedhof M.Gladbach-Holt in der Nähe des dortigen Fliegerhorstes bestattet.

Auszeichnungen

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