Klaus Keitel
Klaus Keitel (* 5. Februar 1939 in Naumburg; † 4. Januar 2026 in Halle (Saale)) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1990 bis 2002 Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt und von 1990 bis 1998 dessen Präsident.
Leben und Beruf
Seinen Bildungsweg absolvierte er an der Oberschule Franckesche Stiftungen in Halle (Saale), wo er 1957 das Abitur ablegte, an der Fachschule für Finanzwirtschaft in Gotha und schließlich an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle-Wittenberg, wo er als Diplom-Wirtschaftswissenschaftler abschloss. Von 1963 bis 1967 war er bei der Deutschen Notenbank ebenfalls in Halle tätig. Anschließend arbeitete er von 1967 bis 1990 in der Zucker- und Stärkeindustrie. Mit einer Arbeit zur Teilnahme der Werktätigen an der Leitung und Planung in der Volkswirtschaft am Beispiel des „sozialistischen Wettbewerbs“ wurde er 1975 in Halle zum Dr. rer. oec. promoviert. Nach der Wende im Januar 1990 begann er schließlich eine journalistische Tätigkeit beim Reformhaus Halle.
Er war evangelisch, verheiratet und hatte drei Kinder.
Klaus Keitel verstarb am 4. Januar 2026 in Halle an der Saale.[1]
Politik / Partei
In der Wendezeit der DDR war Klaus Keitel ab März 1990 im Auftrag des Runden Tisches Halle Mitglied im Rat des Bezirkes Halle. Im Mai 1990 trat er der CDU bei. Im selben Monat ernannte ihn die demokratisch gewählte DDR-Regierung de Maizière zum Regierungsbevollmächtigten für den Bezirk Halle. Nach der Verabschiedung des Ländereinführungsgesetzes war er außerdem stellvertretender Landesbevollmächtigter für das zu bildende Land Sachsen-Anhalt.
Abgeordneter
Von Beginn der 1. Wahlperiode (1990) bis zur 3. Wahlperiode (1998–2002) war er Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt. Dort bekleidete er von 1990 bis 1998 das Amt des Landtagspräsidenten. Zudem war er unter anderem Vorsitzender des Ausschusses für Finanzen und Vorsitzender des Unterausschusses für Rechnungsprüfung.
Auszeichnungen
Klaus Keitel wurde am 31. Januar 2007 mit dem Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Er war der erste Träger des neu eingeführten Ordens. Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) hielt die Laudatio und sagte: „Mit diesem Orden, mit dieser Auszeichnung sollen seine großen Verdienste beim Aufbau demokratischer Strukturen in Sachsen-Anhalt und sein ehrenamtliches Engagement im Bereich des Behinderten- und Rehabilitationssportes in unserem Bundesland, für krebskranke Kinder und mehrfach behinderte Kinder in Halle und seine Arbeit in der Stiftung Rechtsstaat Sachsen-Anhalt gewürdigt werden.“[2]
Literatur
- Andreas Holzapfel (Hrsg.): Landtag von Sachsen-Anhalt. 3. Wahlperiode 1998–2002. Stand 15. April. 2000. Volkshandbuch. Rheinbreitbach 2000. S. 25.
- Helmut Müller-Enbergs: Keitel, Klaus. In: Wer war wer in der DDR? 5. AusgabeBand 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
Weblinks
- Klaus Keitel in der Datenbank der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Einzelnachweise
- ↑ Michael Bock: Erster Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt ist verstorben. Volksstimme, 7. Januar 2026, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Die Laudatio für Klaus Keitel wurde gesprochen von Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (sachsen-anhalt.de) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF-Datei)