Klaus Herrmann (Judaist)
Klaus Herrmann (* 1. Oktober 1957 in Köln) ist ein deutscher Judaist mit den Forschungsschwerpunkten frühe jüdische Mystik (Hekhalotliteratur) und Reformjudentum. Er arbeitete von 1994 bis 2024 als Akademischer Rat am Institut für Judaistik an der Freien Universität Berlin.[1]
Leben
Klaus Herrmann Evangelische Theologie und Judaistik studierte ab 1976 an den Universitäten Bonn und Köln. Nach dem Abschluss des Theologiestudiums (1984) setzte er das Studium der Judaistik in Berlin und Jerusalem fort und wirkte an verschiedenen Projekten (vor allem zur frühen jüdischen Mystik unter Leitung des Berliner Judaisten Peter Schäfer) mit. 1989 wurde er an der Freien Universität Berlin zum Dr. phil. promoviert. 1993/94 war er Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung (Feodor Lynen-Forschungsstipendium) an der Hebräischen Universität Jerusalem. Von 1994 bis zu seiner Pensionierung 2024 arbeitete er als Akademischer Rat am Institut für Judaistik der Freien Universität Berlin. Von 1994 bis 2003 wirkte er zusätzlich als Managing Editor an der Zeitschrift Jewish Studies Quarterly mit.
Klaus Herrmann ist Mitglied im Fachverband Judaistik / Jüdische Studien / Jüdische Theologie und in der European Association for Jewish Studies (EAJS).
Schriften
Als Verfasser, Mitverfasser und Übersetzer
- Massekhet Hekhalot. Traktat von den himmlischen Palästen. Edition, Übersetzung und Kommentar, Tübingen 1994.
- mit Peter Schäfer: Übersetzung der Hekhalot-Literatur, Bd. I, Tübingen 1995.
- Sefer Jezira. Buch der Schöpfung. Verlag der Weltreligionen, Frankfurt am Main und Leipzig 2008.
Mitarbeit an Publikationen, die im Zusammenhang mit dem Projekt zur frühen jüdischen Mystik („Hekhalot-Literatur“) am Institut für Judaistik der Freien Universität Berlin entstanden sind:
- Konkordanz zur Hekhalot-Literatur, Bd. I–II. Herausgegeben von P. Schäfer in Zusammenarbeit mit G. Reeg und unter Mitwirkung von K. Herrmann, C. Rohrbacher-Sticker, R. Otterbach und G. Weyer, Tübingen 1986 und 1988.
- Übersetzung der Hekhalot-Literatur, Bd. II. Herausgegeben von P. Schäfer in Zusammenarbeit mit H.-J. Becker, K. Herrmann, C. Rohrbacher-Sticker und S. Siebers, Tübingen 1987
- Übersetzung der Hekhalot-Literatur, Bd. III. Herausgegeben von P. Schäfer in Zusammenarbeit mit H.-J. Becker, K. Herrmann, L. Renner, C. Rohrbacher-Sticker und S. Siebers, Tübingen 1989.
- Übersetzung der Hekhalot-Literatur, Bd. IV. Herausgegeben von P. Schäfer in Zusammenarbeit mit K. Herrmann, L. Renner, C. Rohrbacher-Sticker und S. Siebers, Tübingen 1987–1991.
Als Mitherausgeber
- mit Joseph Dan: Studies in Jewish Manuscripts (= Texts and studies in medieval and early modern Judaism, Band 14). Mohr Siebeck, Tübingen 1999.
- mit Margarete Schlüter und Giuseppe Veltri: Jewish Studies Between the Disciplines – Judaistik zwischen den Disziplinen. Papers in Honor of Peter Schäfer on the Occasion of His 60th Birthday. Leiden 2003.
- mit Hans-Joachim Teichler und Verena Nägel: History und Oral History – Jüdisches Leben in Berlin am Beispiel der drei Themenfelder: Jüdisches Sportleben in Berlin, Chanukka und Weihnukka, Bar/Bat Mizwa und die jüdische Konfirmation für Jungen und Mädchen. Ein Themenheft zu ausgewählten lebensgeschichtlichen Videos aus dem Visual History Archive des Shoah Foundation Institute for Visual History and Education an der University of Southern California (USC). Freie Universität, Berlin 2010.
- mit Ra’anan Boustan, Reimund Leicht, Annette Y. Reed und Giuseppe Veltri: Envisioning Judaism: Studies in Honor of Peter Schäfer on the Occasion of his Seventieth Birthday. Zwei Bände. Mohr Siebeck, Tübingen 2013.
Weblinks
- Literatur von und über Klaus Herrmann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.
- Klaus Herrmann – Webpräsenz der Freien Universität Berlin
Einzelnachweise
- ↑ Klaus Herrmann. 21. September 2006, abgerufen am 17. Oktober 2024.