Klaus H. Weber
Klaus Hans Weber (* 16. Februar 1946 in Zeitz, Sachsen-Anhalt) ist ein deutscher Ingenieur und Fachbuchautor. Er ist ferner Sachverständiger auf dem Gebiet der Verfahrens- und Anlagentechnik. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Projektabwicklung verfahrenstechnischer Anlagen, insbesondere die Inbetriebnahme und Anlagendokumentation.
Werdegang
Weber studierte von 1964 bis 1970 Verfahrenstechnik an der Technischen Hochschule Merseburg. Seine Diplomarbeit befasste sich mit der Konstruktion eines patentierten Differential-Kreislauf-Reaktors.[1] Im Anschluss absolvierte er ein Forschungsstudium, während dessen ein Versuchsreaktor errichtet und für kinetische Untersuchungen zur katalytischen Selektivhydrierung von Acetylen (Ethin) eingesetzt wurde. 1972 wurde er an der TH Merseburg zum Doktor-Ingenieur promoviert.
Parallel zu seiner industriellen Tätigkeit nahm Weber ab 1988 eine außerplanmäßige wissenschaftliche Aspirantur an der Technischen Universität Magdeburg auf, die er 1991 mit der Habilitation zum Thema „Nutzung von Wissensbasierten Systemen durch den Verfahrensgeber in der Stoffwirtschaft“ beendete. Eine konzipierte Berufung an die TH Merseburg kam infolge struktureller Veränderungen am Hochschulstandort nach der deutschen Wiedervereinigung nicht zustande.
Von 1971 bis 1994 war Weber in den Leuna-Werken tätig. Dort arbeitete er unter anderem als Reaktionstechniker, leitete Versuchsanlagen zur Erforschung der Hochdruckpolyethylen-Herstellung und hat verantwortlich an der Planung und Inbetriebnahme verfahrenstechnischer Großanlagen mitgewirkt, darunter auch internationale Projekte. Im Rahmen dieser Tätigkeit war er an mehreren technischen Entwicklungen beteiligt, die in 35 Patentanmeldungen mündeten.
Nach seinem Ausscheiden aus den Leuna-Werken war Weber 1993 an der Gründung der ITAP-Innovative Technologien und Anlagenplanung GmbH beteiligt, die vorrangig Dienstleistungen für die Öl- und Gasindustrie erbrachte. Bis zum Verkauf des Unternehmens im Jahre 2018 blieb er Gesellschafter.
Seit Mitte der 1990er Jahre ist Weber freiberuflich als unabhängiger Berater, Auditor, Sachverständiger und Gutachter tätig. Zu seinen Tätigkeitsfeldern zählen unter anderem Vertrags- und Projektmanagement, Inbetriebnahmeunterstützung, Dokumentationsprüfung, HAZOP-Studien, technische Audits sowie die Erstellung von Gutachten für verfahrenstechnischer Anlagen in der Chemie-, Kunststoff-. Pharma- sowie Öl- und Gasindustrie.
Lehr- und Publikationstätigkeit
Von 1993 bis 2022 war Weber als Seminarleiter und Referent für die VDI-Wissensforum GmbH tätig. Er wirkte an der Konzeption und Durchführung von neuartigen Seminaren zur Inbetriebnahme verfahrenstechnischer Anlagen mit und erweiterte seine Tätigkeit in den folgenden Jahren auf angrenzende Themen wie Dokumentation, Engineering sowie Baustellen- und Inbetriebnahmemanagement verfahrenstechnischer Anlagen.
Weber veröffentlichte mehrere Fachbuche über verfahrenstechnische Anlagen, die in mehreren Auflagen publiziert wurden.
Schriften (Auswahl)
- Einladung zum Seminar 41-30-91: Inbetriebnahme verfahrenstechnischer Anlagen – Vorbereitung und Durchführung, Leipzig 2.–3. März 1993, VDI Bildungswerk
- Inbetriebnahme verfahrenstechnischer Anlagen – Vorbereitung und Durchführung, VDI Verlag, Düsseldorf 1996
- Engineering verfahrenstechnischer Anlagen. Springer Vieweg, Berlin/ Heidelberg 2016
- Inbetriebnahme verfahrenstechnischer Anlagen. Springer Vieweg, Berlin/ Heidelberg 2018
- mit Frank Mattukat, Manfred Schüßler: Dokumentation verfahrenstechnischer Anlagen. Springer/Vieweg, Berlin/Heidelberg 2020
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Patentschrift DD 96 154 B1: Vorrichtung zur Durchführung chemischer Reaktionen, Veröffentlichungstag: 12. März 1973.