Kiziguro (Sektor)
| Kiziguro | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat | Ruanda |
| Provinz | Ostprovinz |
| Distrikt | Distrikt Gatsibo |
| Fläche | 61,4 km² |
| Einwohner | 39.757 (2022) |
| Dichte | 647 Einwohner pro km² |
| ISO 3166-2 | RW-02 |
| Kiziguro Genocide Memorial (2025) | |
Kiziguro (Kinyarwanda Umurenge wa Kiziguro) ist einer von 14 Sektoren im Distrikt Gatsibo in der Ostprovinz von Ruanda.
Geographie
Kiziguro hat eine Fläche von 61,42 km² und liegt auf einer Höhe von etwa 1470 m. Der Sektor unterteilt sich in die vier Zellen Agakomeye, Mbogo, Ndatemwa und Rubona. Nachbarsektoren sind im Norden Rugarama, im Nordosten Murundi, im Osten Rukara, im Süden Kiramuruzi, im Südwesten Murambi und im Nordwesten Remera.[1][2][3]
Bevölkerung
Zur Volkszählung von 2022 betrug die Einwohnerzahl 39.757 Einwohner. Zehn Jahre zuvor waren es 29.996, was einem jährlichen Bevölkerungszuwachs von 2,9 Prozent zwischen 2012 und 2022 entspricht.[1][4]
Geschichte und Kultur
Im Sektor befindet sich das Kiziguro Genocide Memorial, eine Gedenk- und Ruhestätte für mehr als 14.000 Opfer des Völkermords von 1994. Das Gebiet lag damals in der Murambi Commune der Präfektur Byumba. Zahlreiche Tutsi aus der Umgebung suchten nach Ausbruch des Völkermords in der katholischen Kirche in Kiziguro Schutz, wo am 11. April an ihnen ein Massaker verübt wurde. Viele der Getöteten wurden zunächst in einem etwa 30 Meter langen Massengrab deponiert. Im Herbst 2020 wurden die Überreste der schätzungsweise 5000 Opfer mit dem Ziel einer würdevolleren Bestattung exhumiert.[5][6] Der ehemalige Bürgermeister von Murambi, Jean-Baptiste Gatete, wurde für seine Beteiligung am Völkermord im April 2011 vom Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt, die in einem Berufungsurteil im Jahr 2012 auf eine Haftstrafe von 40 Jahren verkürzt wurde.[7][8]
Gesundheitswesen
Im Sektor befindet sich das Kiziguro District Hospital.[2]
Verkehr
Durch den Sektor verläuft die asphaltierte Nationalstraße 24. Auf der Westseite gehen von dieser zwei District Roads ab.[2][9]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Ruanda: Gliederung in Sektoren. In: citypopulation.de. Abgerufen am 14. September 2024.
- ↑ a b c Kiziguro. In: GeoNames. Abgerufen am 14. September 2024 (englisch).
- ↑ Menya Gatsibo. In: gatsibo.gov.rw. Abgerufen am 14. September 2024 (kinyarwanda).
- ↑ RPHC5 - District Profile - Gatsibo. Fifth Population and Housing Census - 2022. (PDF; 3,61 MB) National Institute of Statistics of Rwanda, September 2023, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Jean de Dieu Nsabimana: Gatsibo Genocide victims honoured amidst Covid restrictions. The New Times, 11. April 2021, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Kiziguro survivors relive Genocide horrors as loved ones are exhumed. The New Times, 3. November 2020, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ ICTR/GATETE – Appeals Chamber reduces to 40 years live sentence for ex-senior Rwandan official. In: justiceinfo.net. 9. Oktober 2012, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Andreas Kraft: Unter Leichen. In: taz.de. 5. Oktober 2011, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ Classified Road Network Map 2022. (PDF; 39,6 MB) In: rtda.gov.rw. Rwanda Transport Development Agency, archiviert vom am 5. Januar 2024; abgerufen am 14. September 2024 (englisch).