Kirchenbezirk Crailsheim-Blaufelden
| Basisdaten | |
|---|---|
| Landeskirche | Evangelische Landeskirche in Württemberg |
| Prälatur | Heilbronn |
| Gliederung | 30 Kirchengemeinden |
| Adresse des Dekanatamts |
Kirchplatz 5 74564 Crailsheim |
| Dekan | Andreas Arnold |
Der Kirchenbezirk Crailsheim-Blaufelden entstand am 1. Januar 2024 durch die Fusion der bis dahin selbstständigen Kirchenbezirke Crailsheim und Blaufelden. Das Gebiet des neu gebildeten Kirchenbezirks ist deckungsgleich mit dem des Dekanats Crailsheim-Blaufelden.
Geografie
Das Gebiet des Kirchenbezirkes ist deckungsgleich mit dem Gebiet der bisherigen Kirchenbezirke Crailsheim und Blaufelden und weist große Übereinstimmungen mit dem Gebiet des früheren Landkreises Crailsheim auf. Die Nachbarkirchenbezirke sind im Norden und Westen der Kirchenbezirk Hohenlohe, im Westen der Kirchenbezirk Schwäbisch Hall-Gaildorf und im Süden der Kirchenbezirk Ostalb. Im Westen grenzt der Kirchenbezirk Crailsheim-Blaufelden außerdem an das Gebiet der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.
Leitung des Kirchenbezirks
Gemäß der landeskirchlichen Kirchenbezirksordnung obliegt die Leitung des Kirchenbezirks der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss sowie dem Dekan oder der Dekanin.[1]
Dekane des Kirchenbezirks
- 2024–2025 Friederike Wagner (zuvor Dekanin des Kirchenbezirks Crailsheim)
- seit 2025 Andreas Arnold
Kirchengemeinden
Zum neuen Kirchenbezirk gehören ca. 30 Kirchengemeinden, die wiederum in Gesamtkirchengemeinden oder Verbundkirchengemeinden miteinander auf institutioneller Ebene verbunden sind. Nicht jede Kirchengemeinde verfügt über ein eigenes Pfarramt. Die Strukturveränderungen der Landeskirche werden in absehbarer Zeit weitere Gemeindefusionen anstoßen.
Kirchengemeinde Altenmünster
Die Kirchengemeinde Altenmünster (ca. 2.550 Gemeindeglieder) umfasst den Stadtteil Altenmünster der Stadt Crailsheim. Altenmünster war bis 1940 ein Wohnplatz der Gemeinde Ingersheim und wurde mit dieser nach Crailsheim eingemeindet. Ein Pfarrer wird im Altenmünster bereits 1285 erwähnt. Über Ellwangen kam das Patronat an Hohenlohe. 1444 wurde eine Kirche erbaut. Sie wurde 1730 abgebrochen und bis 1731 durch die heutige Peter-und-Paul-Kirche ersetzt. Der Rechtecksaal mit Westturm erhielt 1752 eine Orgel von Johann Georg Allgeyer d. J. aus Hofen. Durch starken Zuwachs in den 1950er und 1960er Jahren wurde die Peter-und-Paul-Kirche zu klein, so dass 1973 eine weitere Kirche, die Friedenskirche erbaut wurde. Danach war die „alte Kirche“ lange Zeit fast ungenutzt. Sie konnte jedoch von 1993 bis 1996 außen und innen zu renoviert werden. Seither dient sie Trauungen, kleineren Gottesdiensten und dem samstäglichen Friedensgebet.
Die Friedenskirche ist heute Mittelpunkt der Gemeinde. Dabei handelt es sich um ein geräumiges Gemeindezentrum mit integrierter Kirche. Die Kirche hat eine neue Orgel der Firma Mühleisen aus Leonberg, die am 28. Mai 2000 eingeweiht wurde.
Bis 1953 gehörte auch der Wohnplatz Rotmühle zur Kirchengemeinde Altenmünster. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 14. April 1953 wurde dieser der Kirchengemeinde Ingersheim zugeordnet.
Kirchengemeinde Billingsbach
Die Kirchengemeinde Billingsbach (ca. 390 Gemeindeglieder) umfasst den Ortsteil Billingsbach mit den zugehörigen Weilern der Gemeinde Blaufelden. Kirchlich gehörte der Ort mit der Filiale Raboldshausen zunächst der Pfarrei Bächlingen zugeordnet. Im 13. Jahrhundert wurde Billingsbach eine eigene Pfarrei, zu der auch die Orte Ettenhausen, Herrentierbach und Riedbach gehörten. Über die Herren von Hertenstein und deren Erben gelangte das Patronat der Kirche, die wohl dem Hl. Johannes geweiht war, 1446 an Hohenlohe, das die Reformation durchführte und die Pfarrei dem Dekanat Langenburg zuordnete, dem sie bis zum Zusammenschluss mit dem Kirchenbezirk Blaufelden angehörte. Dem frühgotischen Turmchor der Kirche wurde später ein Turm mit Kuppeldach und Sakristei angebaut. Das Schiff wurde 1725 verlängert und das Dach erhöht. 1964/66 wurde die Kirche renoviert. Von der 1670 im Filialort Raboldshausen abgebrochenen Kapelle stehen noch zwei Geschosse des gotischen Turmchors.
Die Kirchengemeinde Billingsbach wird gemeinsam mit den Kirchengemeinden Ettenhausen, Herrentierbach und Riedbach vom Pfarramt in Ettenhausen betreut.
Kirchengemeinde Blaufelden
Die Kirchengemeinde Blaufelden (ca. 1.600 Gemeindeglieder) umfasst den Hauptort und die Weiler Blaubach, Erpfersweiler, Niederweiler, Schuckhof und Wittenweiler der Gemeinde Blaufelden, wobei der Schuckhof erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. Oktober 1955 der Kirchengemeinde Blaufelden zugeordnet wurde. Teile dieser Siedlung gehörten zuvor zur Kirchengemeinde Rot am See.
Erste kirchlich Belege in Blaufelden sind mit der Burg der Herren von Blaufelden in Verbindung zu bringen, auf der es ab 1280 eine Kapelle gab. Die dem Heiligen Ulrich geweihte Kapelle wurde von der Pfarrei des benachbarten Michelbach an der Heide betreut. 1362 wurde die Kapelle zur Pfarrkirche erhoben und ein Friedhof angelegt. Im Jahr 1423 wurde mit dem Bau der heutigen Kirche St. Ulrich begonnen. 1490 war das Kirchenschiff fertig, in den Jahren 1502 bis 1509 wurde der Chor mit dem Turm darüber errichtet. Der Kirchturm diente ursprünglich als Wehrturm. Die erste Glocke wurde noch während der Bauzeit 1505 installiert. Die Landesherren, die Markgrafen von Ansbach führten ab 1526 die Reformation durch. Danach wurden in der Kirche fünf Emporen eingebaut. 1835 setzte ein Blitzschlag die Turmspitze in Brand und zerstörte sie. Beim Wiederaufbau wurde die Spitze kleiner gehalten und der charakteristische Umgang hinzugefügt. Im 19. Jahrhundert wurde Blaufelden Sitz eines Dekanats, das seit 1977 auch das Gebiet des ehemaligen Dekanats Langenburg umfasst.
Gesamtkirchengemeinde Brettheim-Reubach
Zur Gesamtkirchengemeinde Brettheim-Reubach (ca. 1.000 Gemeindeglieder) gehören neben den namensgebenden Ortschaften auch Hilgartshausen und Kleinansbach.
Gesamtkirchengemeinde Crailsheim
Die Gesamtkirchengemeinde Crailsheim (ca. 8.400 Gemeindeglieder) umfasst die Kernstadt von Crailsheim. Sie wurde mit Wirkung vom 5. Dezember 1971 gebildet, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Crailsheim in die beiden Kirchengemeinden Johanneskirchengemeinde Crailsheim und Christuskirchengemeinde Crailsheim aufgeteilt und diese wiederum in der Gesamtkirchengemeinde Crailsheim zusammengeschlossen wurden. Das Kultusministerium hatte mit Schreiben vom 8. Juli 1971 die Gesamtkirchengemeinde sowie die beiden Teilkirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt.
Christuskirchengemeinde Crailsheim
Die Christuskirchengemeinde Crailsheim (ca. 6.300 Gemeindeglieder) umfasst den westlichen Teil der Kernstadt von Crailsheim, also die Stadtteile bzw. Wohngebiete Roter Buck und Sauerbrunnen. Die Christuskirchengemeinde hat zwei Kirchen mit je einer eigenen Pfarrstelle und somit auch zwei Pfarrbezirke, die Christuskirche im Sauerbrunnen und die Paul-Gerhardt-Kirche im Roten Buck. Die beiden Kirchen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg für die rasch wachsende Zahl der Evangelischen der Kernstadt als weitere Kirchen nach der alten Johanneskirche erbaut. Als selbständige Kirchengemeinde entstand die Christuskirchengemeinde dann mit Wirkung vom 5. Dezember 1971 durch Aufteilung der damaligen alleinigen Kirchengemeinde Crailsheim. Die Christuskirchengemeinde ist Träger von zwei Kindergärten.
Johanneskirchengemeinde Crailsheim
Die Johanneskirchengemeinde Crailsheim (ca. 4.500 Gemeindeglieder) umfasst den überwiegenden Teil der Kernstadt von Crailsheim. Die Johanneskirche bestand wahrscheinlich bereits um 1170 und war für ein größeres Umland zuständig. 1285 wird erstmals ein Pfarrer erwähnt. Von Würzburg ging das Patronatsrecht 1348 auf Hohenlohe über. Seit dem 13. Jahrhundert wurden mehrere Pfarreien von Crailsheim abgetrennt. Zur Johanneskirche gehörten mehrere Kapellen, von denen nur noch die Gottesackerkapelle auf dem Friedhof vorhanden ist. Ferner wurde die Kapelle zu Unserer Lieben Frau wieder aufgebaut. Sie wurde 1393 erbaut und 1728 verändert. Nach der Reformation wurde die Johanneskirche Sitz eines ansbachischen Dekanats. Die heutige Stadtkirche ist eine spätgotische, dreischiffige Anlage nach dem Vorbild der Kirchen der Bettelorden. Sie wurde 1440 geweiht. Der Turm stammt von 1399, die welsche Haube mit Laterne von 1645. Der Chor wurde bereits auf Wölbung angelegt, jedoch erst 1852 in Holz ausgeführt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zum Teil zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Sie besitzt mehrere Grabmäler des Adels. Zur Johanneskirchengemeinde gehört auch das Johannesgemeindehaus am Kirchplatz und das Kreuzberg-Gemeindehaus an der Kurt-Schumacher-Straße. In der Johanneskirchengemeinde gibt es heute vier Pfarrämter, von denen das Pfarramt I vom Dekan geleitet wird. Mit Wirkung vom 5. Dezember 1971 wurde die damalige Kirchengemeinde Crailsheim aufgeteilt und so entstand die heutige Johanneskirchengemeinde.
Mit Wirkung vom 1. Januar 1980 wurden die evangelischen Bewohner von Alexandersreut von der Johanneskirchengemeinde abgetrennt und der Kirchengemeinde Ingersheim zugeordnet.
Kirchengemeinde Ettenhausen
Die Kirchengemeinde Ettenhausen (ca. 380 Gemeindeglieder) umfasst die Stadtteile Ettenhausen und Bartenstein mit deren zugehörigen Weilern der Stadt Schrozberg. Kirchlich gehörte Ettenhausen zunächst zur Pfarrei Billingsbach. 1334 wurde eine bereits bestehende Kapelle zur Pfarrkirche erhoben. Zu ihr gehörte zunächst auch Herrentierbach und bis zum Dreißigjährigen Krieg auch Riedbach. Die Kirche steht auf halber Höhe des Talhangs in Richtung Bartenstein. Der Turm stammt noch von der Kapelle, das Schiff wurde 1765 umgebaut.
Bis 1933 bildete die Kirchengemeinde Ettenhausen mit der Kirchengemeinde Sichertshausen die Gesamtkirchengemeinde Ettenhausen im Kirchenbezirk Künzelsau. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 13. April 1933 wurde die Kirchengemeinde Sichertshausen der Kirchengemeinde Niederstetten (damals Kirchenbezirk Blaufelden) zugeordnet, mit der sie seither die Gesamtkirchengemeinde Niederstetten bildet. Mit Wirkung vom 1. April 1939 wurde die Kirchengemeinde Ettenhausen in den Kirchenbezirk Blaufelden sowie die Gesamtkirchengemeinde Niederstetten mit ihren beiden Teilkirchengemeinden Niederstetten und Sichertshausen in den Kirchenbezirk Weikersheim umgegliedert.
Bartenstein gehörte kirchlich stets zu Ettenhausen. Doch hatten die Bewohner mit der Burgkapelle auch eine eigene Predigtstelle. 1667 traten die Landesherren, die Grafen von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst zum Katholizismus über und richteten danach katholische Gottesdienste in der Burgkapelle ein. Eine eigene Pfarrei konnten sie jedoch nicht errichtet, wohl bauten sie aber 1716 eine eigene Kirche im Schloss ein. Sie umfasst den Nordflügel des Schlosses. Als Kirchturm dient der Schlossturm. Zwischen den evangelischen und katholischen Bewohnern gab es mehrere Streitigkeiten, die im sog. „Osterstreit“ von 1744 bis 1750 ihren Höhepunkt erreichten. Damals griffen Ansbacher Truppen ein und sicherten die Rechte der evangelischen Bewohner.
Das Pfarramt in Ettenhausen betreut auch die Kirchengemeinden Billingsbach, Herrentierbach und Riedbach.
Kirchengemeinde Fichtenau
Die Kirchengemeinde Fichtenau (ca. 1600 Gemeindeglieder) entstand zum 1. Januar 2025 aus den bisherigen Kirchengemeinden Bernhardsweiler, Unterdeufstetten und Wildenstein. Dies war Mitte 2024 von den Kirchengemeinderäten der genannten Kirchengemeinden beschlossen und wurde durch Landeskirche und Kultusministerium genehmigt.[2]
Gesamtkirchengemeinde Gaggstatt-Beimbach-Mistlau
Die Gesamtkirchengemeinde besteht aus den Kirchengemeinden Beimbach, Gaggstatt und Mistlau.
Kirchengemeinde Beimbach
Die Kirchengemeinde Beimbach (ca. 210 Gemeindeglieder) umfasst den Ortsteil Beimbach und die zugehörigen Weiler (einschließlich Bembergs) der Gemeinde Rot am See. Kirchlich war der Ort eine Filiale von Michelbach an der Heide, dann von Lendsiedel. Erst 1812 wurde Beimbach eine eigene Pfarrei, wurde aber noch von Gerabronn aus betreut. Seit 1826 gibt es dort einen eigenen Pfarrer. Die Kirche ist als Bartholomäuskapelle 1421 erstmals erwähnt. Die alte Wehrkirche mit Friedhof, stammt von 1499. Sie wurde 1751 erweitert und 1802 renoviert. Der Turmchor hat noch spätgotische Maßwerkfenster.
Kirchengemeinde Gaggstatt
Die Kirchengemeinde Gaggstatt (ca. 270 Gemeindeglieder) umfasst den Stadtteil Gaggstatt mit einigen umliegenden Weilern der Stadt Kirchberg an der Jagst (außer Lobenhausen). Kirchlich gehörte der Ort zunächst zu Lendsiedel besaß jedoch eine Kapelle zum Hl. Kreuz, die 1453 erstmals erwähnt wurde. Nach der Reformation 1544 wurde Gaggstatt eigene Pfarrei, dem die Filialen Mistlau und Niederwinden (Gemeinde Rot am See) zugeordnet wurden. Sie gehörte bis zum Zusammenschluss mit Blaufelden zum Kirchenbezirk Langenburg. Das Patronat über die Kirche übernahm Hohenlohe-Kirchberg. Das spätgotische Kirchlein wurde 1904 abgebrochen und durch den doppeltürmigen Neubau der Jugendstilkirche von Theodor Fischer ersetzt. Im Innern gibt es Fresken im Jugendstil. Bis zu dessen Auflösung gehörte die Kirchengemeinde zum Kirchenbezirk Langenburg.
Kirchengemeinde Mistlau
Die Kirchengemeinde Mistlau (ca. 60 Gemeindeglieder) umfasst den Wohnplatz Mistlau des Stadtteils Gaggstatt der Stadt Kirchberg an der Jagst. Kirchlich gehörte Mistlau als Filiale zu Lendsiedel. Nach der Reformation wurde der Ort der Pfarrei Gaggstatt zugeordnet. Die Kapelle St. Nikolaus vom Anfang des 15. Jahrhunderts wurde 1791 erweitert. Über dem Ostgiebel befindet sich ein Dachreiter. Im kreuzrippengewölbten Chor sind Fresken aus dem 15. Jahrhundert zu sehen. Ferner gibt es zwei Holzplastiken des 15. Jahrhunderts.
Kirchengemeinde Gammesfeld-Hausen-Buch
Die Kirchengemeinde Gammesfeld-Hausen-Buch (ca. 670 Gemeindeglieder) wurde zum 1. Januar 2017 aus den seitherigen Kirchengemeinden Gammesfeld, Hausen am Bach und Buch gegründet. Sie umfasst den Ortsteil Gammesfeld mit den zugehörigen Weilern der Gemeinde Blaufelden sowie den Ortsteil Hausen am Bach und Buch mit den zugehörigen Weilern der Gemeinde Rot am See.
Eine Kirche wird in Gammesfeld bereits 1101 erwähnt. Über die Herren von Bebenburg gelangte das Patronat an das Johanniterhaus Rothenburg ob der Tauber. Die Reichsstadt Rothenburg führte bis 1543 die Reformation ein. Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist ein einschiffiger Turmchorbau des 13./14. Jahrhunderts. Sie besitzt romanische und gotische Fenster und ein Kreuzrippengewölbe im Chor.
In Hausen am Bach wird eine Kirche St. Magdalena bereits 1290 erstmals erwähnt. Sie gehörte zur Pfarrei Insingen (heute zu Bayern gehörig). 1378 wurde Hausen eigene Pfarrei. Das Patronat gehörte der Abtei Oberzell bei Würzburg, dann dem Frauenkloster Hausen (heute Wohnplatz Klosterhof; das Kloster wurde aber bereits 1532/45 säkularisiert und ging dann völlig unter) und schließlich St. Gumbert in Ansbach. Nach der Reformation gehörte die Kirche Ansbach und Rothenburg ob der Tauber. 1641 wurde die Pfarrei mit Reubach, 1647/50 mit Insingen verbunden. Die heutige Kirche ist ein einschiffiger spätgotischer Turmchorbau aus dem frühen 16. Jahrhundert. 1639/45 und 1711 wurde er verändert. Die Kirche hat ein Tonnengewölbe und ein spätgotisches Kruzifix.
Eine dem Hl. Martin geweihte Kapelle in Buch gelangte 1245 an das Stift St. Gumbert in Ansbach. 1528 wurde sie durch Ansbach reformiert. 1810 wurde Buch der Pfarrei Hausen am Bach zugeordnet, zu dem die Kirchengemeinde bis heute gehört. Das kleine Kirchlein war ursprünglich ein einschiffiger Chorturmbau des 13./14. Jahrhunderts mit frühgotischen Fenstern und romanischem Chorbogen. Der Turm wurde aber später abgerissen. Der kleine Altarschrein mit geschnitzten Flügeln stammt aus dem 16. Jahrhundert.
Gesamtkirchengemeinde Gerabronn
Die Gesamtkirchengemeinde Gerabronn wurde am 1. Januar 2017 aus den Kirchengemeinden Amlishagen, Dünsbach, Gerabronn und Michelbach neu gegründet.
Kirchengemeinde Amlishagen
Die Kirchengemeinde Amlishagen (ca. 240 Gemeindeglieder) umfasst den Stadtteil Amlishagen der Stadt Gerabronn. Eine Kirche wird 1403 erstmals erwähnt. Sie war Filiale von Michelbach an der Heide und wurde 1453 zur Pfarrkirche erhoben. 1519 wird sie mit Katharinenkirche angegeben und 1536 führte Ansbach die Reformation ein. Nach langjährigen Streitigkeiten der Gutsherrschaft über das Patronatsrecht der Kirche, wurde 1788 zugunsten von Hohenlohe entschieden. 1760 brannte die Kirche ab. Die heutige Katharinenkirche wurde 1762/63 im Auftrag des Schloss- und Patronatsherrn Gottfried Freiherr vom Holtz durch den gräflich–hohenlohischen Hofbauzimmermeister Leonhard Joseph Ernst aus Kirchberg/Jagst im Markgrafenstil als spätbarocke Kirche neu erbaut. Das rechteckige Schiff hat einen Westturm, der oben in ein Achteck übergeht und eine welsche Haube hat. Im Innern der Kirche gibt es eine sog. Ansbacher Kanzelwand (Markgräfler Wand) aus Holz und Stuckmarmor in hoch aufgerichteter Kreuzform. Sie besteht aus Altar, Kanzel, Orgelempore und Parterre-Türen für den Altarumgang beim Abendmahlsempfang. Die Katharinenkirche enthält je eine Nord- und Südempore sowie eine Westempore mit ehemaligem Patronatsraum oder Herrschaftsstand mit dem Wappen der Herren vom Holtz, ferner eine Gruft und mehrere Einzelgrabstätten im Boden sowie von Johannes Allgeyer aus dem Jahr 1763 die Orgel. Nach dem Übergang an Württemberg kam die Kirchengemeinde 1810 zum Dekanat Crailsheim, später zum Dekanat Blaufelden. 1841 wurde Unterweiler (heute ein Weiler der Kernstadt Gerabronn) der Pfarrei Amlishagen zugeordnet.
Als kirchliche Besonderheit begeht die Kirchengemeinde Amlishagen jährlich den Hagelfeiertag mit einem Gottesdienst am 1. August.
Kirchengemeinde Dünsbach
Die Kirchengemeinde Dünsbach (ca. 340 Gemeindeglieder) umfasst den Stadtteil Dünsbach und die zugehörigen Weiler der Stadt Gerabronn. Kirchlich gehörte der Ort zunächst zu Bächlingen, dann zu Ruppertshofen. 1534 wurde die Reformation eingeführt. 1688 errichtete die Herren von Crailsheim eine eigene Pfarrei für Dünsbach. Als Pfarrkirche diente die Schlosskapelle zu Morstein, bis diese 1969 ausbrannte. Die Pfarrei unterstand dem Superintendenten in Kirchberg an der Jagst und gehörte in württembergischer Zeit zum Dekanat Langenburg, bis zu dessen Zusammenschluss mit Blaufelden. Nach dessen Auflösung kam sie zum Kirchenbezirk Blaufelden. Nach dem Brand 1969 wurde 1973 von dem Stuttgarter Architekt Johannes Wetzel (1926–2006) ein Neubau errichtet. Die Ehefrau des Architekten und Künstlerin Gertrud Angelika Wetzel hat das Altar- und das Südwandfenster mit farbigem Betonglas (Wellenlinien) sowie Altar, Taufstein und Kanzel in Muschelkalk und Aluminiumguss künstlerisch gestaltet.
Kirchengemeinde Gerabronn
Die Kirchengemeinde Gerabronn (ca. 1.300 Gemeindeglieder) umfasst die Kernstadt von Gerabronn mit den zugehörigen Weilern (ohne Unterweiler). Eine Kapelle Peter und Paul wurde 1423 erbaut. An ihr stifteten die Herren von Berlichingen eine Kaplanei, die zur Pfarrei Michelbach an der Heide gehörte. 1461 wurde sie zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Anstelle der Kapelle wurde 1742–1751 von Architekt Leopoldo Retti nach den Plänen von Baumeister Johann David Steingruber die heutige Peter- und Paul-Kirche in Querkirchen-Konzeption als fast quadratischer Saalbau im Markgrafenstil erbaut. Die typische Kanzel-Altar-Orgelwand lag im Westen auf der Turmseite, gegenüber die Patronatsloge. Die Forderungen nach einem modernisierten Gottesdienst führten 1967 zu einer völligen Umgestaltung des Innenraums. Der beauftragte Architekt Peter Haag aus Schorndorf ließ nicht nur beide Emporen, sondern auch die Kanzelwand, das bescheidene Schmuckstück der Kirche, sowie die Querkirchenkonzeption entfernen. Altar und Kanzel sind jetzt in moderner Form an der Südwand platziert. Der einheimische Künstler Werner Grund hat 1971 ein symbolkräftiges Wandmosaik geschaffen, das den Mittelpunkt des Altarkreuzes wieder aufnimmt und die von dort ausgehenden Strahlen verdeutlichen will. Der Künstler Winfried Richter aus Gerabronn-Morstein schuf 1995 Wandbilder auf Acryl-Basis, Ton in Ton zur Wandfarbe, zu den Namensgebern der Kirche, Petrus und Paulus. Aus der Zeit vor der Innen-Umgestaltung gibt es noch das farbverglaste Rundfenster (1933) des expressionistischen Künstlers Ernst H. Graeser mit einer Christusdarstellung.
Der Weiler Rückershagen gehörte kirchlich stets zu Gerabronn. Die bereits 1499 erstmals erwähnte Kapelle St. Wendelin ist ein spätgotischer Chorturmbau und besitzt einen kreuzrippengewölbten Chor. Am Bau ist ablesbar, dass sowohl der Turm als auch das Schiff früher höher waren. Die Trennmauer zwischen Turm und Schiff enthält außen romanische Neidfratzen, die gotischen Fenster im Schiff sind in den Spitzbögen zum Teil vermauert, zum Teil mit Maßwerk oder Zierbogen versehen.
Kirchengemeinde Michelbach an der Heide
Die Kirchengemeinde Michelbach an der Heide (ca. 310 Gemeindeglieder) umfasst den Stadtteil Michelbach an der Heide mit den zugehörigen Weilern der Stadt Gerabronn. Eine Kirche wurde um das Jahr 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Doch ist sie vermutlich viel älter. Die Gründer waren wahrscheinlich das Bistum Fulda, das Patronatsherr war. Später ging es an das würzburgische Neumünster über. Die Pfarrei umfasste das gesamte Umland. Ab 1362 wurden nach und nach eigene Pfarreien errichtet, so in Blaufelden 1362, Amlishagen 1453 und Gerabronn 1561. Die Markgrafschaft Ansbach führte 1528 die Reformation ein. In württembergischer Zeit gehörte die Kirchengemeinde Michelbach an der Heide zum Dekanat Langenburg und kam mit dem Zusammenschluss zum Dekanat Blaufelden. Die Kirche St. Bonifatius und Burkhard im ummauerten Friedhof ist frühgotisch mit romanischem Rechteckchor (gotisches Maßwerk-Ostfenster, innen durch die große Chororgel verdeckt), zusätzlich sehr kleiner Apsis sowie Zahnschnittfriesen an den Ostgiebel-Ortgängen und dem Kranzgesims. Sie hat eine Barockkanzel von 1683. Das Schiff wurde 1914/15 von Architekt Theodor Dolmetsch umgebaut und in der nordwestlichen Ecke zwischen Westturm und Langhaus mit einem runden Treppenturm für den Emporenzugang versehen.
Kirchengemeinde Gröningen-Ellrichshausen-Bronnholzheim
Die Kirchengemeinde Gröningen-Ellrichshausen-Bronnholzheim (ca. 1500 Gemeindeglieder) auf einem Teilgebiet der bürgerlichen Gemeinde Satteldorf entstand zum 1. Januar 2024 aus den bisherigen Kirchengemeinden Bronnholzheim, Ellrichshausen und Gröningen.[3]
Gesamtkirchengemeinde Gründelhardt-Oberspeltach-Spaichbühl
Zur Gesamtkirchengemeinde Gründelhardt-Oberspeltach-Spaichbühl gehören etwa 1.600 Gemeindeglieder.[4]
Kirchengemeinde Gründelhardt
Die Kirchengemeinde Gründelhardt umfasst den Ortsteil Gründelhardt mit den meisten zugehörigen Weilern (außer Spaichbühl) der Gemeinde Frankenhardt. Kirchlich gehörte Gründelhardt zunächst zu Honhardt. Seit 1285 hat der Ort jedoch eine eigene Pfarrei. Über Ellwangen und Kirchberg gelangte das Patronat der Kirche an die Herren von Vellberg, durch welche 1556 die Reformation eingeführt wurde. Nach deren Aussterben fiel das Patronatsrecht zwar wieder an Ellwangen, doch blieb der evangelische Glaube bestehen, zumal inzwischen die meisten Rechte ansbachisch waren. Von der heutigen Pfarrkirche, ursprünglich nach dem Märtyrer Laurentius benannt, stammen Turm und Chor noch aus dem Mittelalter, während das Kirchenschiff 1723 im Ansbacher Barockstil erbaut wurde.
Von der Kirchengemeinde Gründelhardt wird auch die St.-Lukas-Kapelle in Hellmannshofen teilweise genutzt, obwohl sie sich im Besitz der bürgerlichen Gemeinde befindet. Die erstmals 1520 erwähnte Kapelle ist wohl älter, wurde aber später profaniert. Im 20. Jahrhundert wurde sie restauriert und steht nun für verschiedene Anlässe zur Verfügung. Als besondere Ausstattung verfügt die Kapelle über eine alte Pesttruhe aus dem Dreißigjährigen Krieg.
Kirchengemeinde Oberspeltach
Die Kirchengemeinde Oberspeltach umfasst den Ortsteil Oberspeltach mit den meisten zugehörigen Weilern der Gemeinde Frankenhardt. Einige gehören bis heute noch zur Kirchengemeinde Stöckenburg (Stadt Vellberg) im Kirchenbezirk Schwäbisch Hall. Steinehaig wurde jedoch durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 22. Januar 1931 von der Kirchengemeinde Stöckenburg getrennt und der Kirchengemeinde Oberspeltach angegliedert.
Kirchlich gehörte Oberspeltach zunächst zu Honhardt. Erst 1706 setzte die Stadt Schwäbisch Hall einen Vikar für Oberspeltach ein. 1801 wurde der Ort eine eigene Pfarrei, die aber noch bis 1819 mit Honhardt und dann noch bis 1860 mit Gründelhardt verbunden war. Die Pfarrkirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und in der Folgezeit wieder aufgebaut.
Kirchengemeinde Spaichbühl
Die Kirchengemeinde Spaichbühl umfasst den Wohnplatz Spaichbühl des Ortsteils Gründelhardt der Gemeinde Frankenhardt. Sie ist eine der kleinsten Kirchengemeinden der württembergischen Landeskirche. Die Kapelle St. Dionysius, St. Peter und Paul in Spaichbühl soll von zwei Edelfräulein aus Stimpfach gestiftet worden sein. Sie steht mitten im Ort und ist von einem kleinen Friedhof umgeben. Im Innern befand sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein Flügelaltar mit geschnitztem Bild von Maria mit dem Kind. Dieser wurde von der Gemeinde verkauft. Sehenswert ist die nach Westen hin ausgerichtete Sonnenuhr. Die Kapelle wurde vor einigen Jahren durch einen Blitzschlag stark beschädigt, danach aber wieder hergerichtet.
Kirchengemeinde Hengstfeld-Michelbach/Lücke
Zur Kirchengemeinde Hengstfeld-Michelbach/Lücke auf dem Gebiet der beiden namensgebenden Ortsteile von Wallhausen gehören etwa 800 Gemeindeglieder. Die zugehörigen Kirchen sind die 1285 erstmals erwähnte St.-Lambert-Kirche in Hengstfeld und die 1726 erbaute St.-Michael-Kirche in Michelbach.
Kirchengemeinde Herrentierbach
Die Kirchengemeinde Herrentierbach (ca. 290) umfasst den Ortsteil Herrentierbach der Gemeinde Blaufelden und den Ortsteil Simprechtshausen der Gemeinde Mulfingen (Hohenlohekreis). Kirchlich gehörte Herrentierbach zunächst zu Billingsbach, dann zu Ettenhausen. 1445 wurde die Kapelle St. Maria zur Pfarrkirche erhoben. 1910 wurde die Nachbarpfarrei Riedbach angegliedert. Heute wird die Kirchengemeinde Herrentierbach wieder vom Pfarramt Billingsbach betreut. Bis zum Zusammenschluss mit dem Kirchenbezirk Blaufelden gehörte die Kirchengemeinde Herrentierbach zum Kirchenbezirk Langenburg.
Simprechtshausen blieb nach der Reformation katholisch. Die überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zugezogenen evangelischen Bewohner wurden zunächst der Kirchengemeinde Hollenbach im Kirchenbezirk Künzelsau zugeordnet. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 9. Januar 1958 wurden sie jedoch in die Kirchengemeinde Herrentierbach umgegliedert und wechselten somit auch den Kirchenbezirk (damals noch Langenburg).
Die Kirchengemeinde Herrentierbach wird gemeinsam mit den Kirchengemeinden Billingsbach, Ettenhausen und Riedbach vom Pfarramt in Ettenhausen betreut.
Kirchengemeinde Honhardt
Die Kirchengemeinde Honardt (ca. 1.700) umfasst den Ortsteil Honhardt sowie die zugehörigen Weiler der Gemeinde Frankenhardt und einige Wohnplätze der Gemeinde Stimpfach. Die Peter-und-Pauls-Kirche im alten Ortskern Honardts wurde 1285 erstmals erwähnt als die Hohenloher das Patronat dem Stift Möckmühl schenkten. Sie ist aber wohl älter, während das Patronat Peter und Pauls erst 1360 nachweisbar ist. Württemberg führte die Reformation ein und verkaufte das Patronatsrecht 1615 an die Reichsstadt Schwäbisch Hall, die Honhardt zum Mittelpunkt eines großen Pfarrsprengels machte. Teilweise gehörten 36 Filialorte zu Honardt (so bildete u. a. Hummelsweiler früher mit Honhardt die Gesamtkirchengemeinde Honhardt). Politisch war Honhardt zwischen Schwäbisch Hall und Ansbach aufgeteilt. Aus der alten romanischen Kirche wurde 1758/59 die Kirche in ihrer heutigen Form umgebaut. Architekt war der markgräfliche Hofbaumeisters von Brandenburg Ansbach Johann David Steingruber. Vom Vorgängerbau blieb nur der untere Teil des Turms erhalten, der in zwei Stockwerken übereinander zwei Sakristeien enthält. Der Innenraum der Kirche ist schlicht gehalten. Neben der Altarwand sind zwei Wandmalereien angebracht mit den Symbolen der Apostel: links Petrus – Schild mit Schlüsseln, darüber ein Hahn und unten angedeuteten Wellen – rechts Paulus – Schild mit Kreuz, Schlange und Schwert. Die Malerei an der Decke zeigt ein Kreuz in dessen vier Winkeln die Symbole der Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes zu sehen sind. Im vorderen Teil der Kirche stehen links und rechts je eine Figur aus Stein und Holz gefertigt, die 1763 von einem Gemeindeglied gestiftet wurden. Die Kirche ist umgeben vom Pfarrhaus aus dem Jahr 1645, dem ehemaligen Wasserschloss (um 1027), dem Gasthof zum Rössle (1529) sowie dem Rat- und Schulhaus.
Als Besonderheit wird in der Kirchengemeinde Honardt bis heute noch jährlich der Hagelfeiertag begangen.
Kirchengemeinde Hummelsweiler
Die Kirchengemeinde Hummelsweiler (ca. 650) umfasst nahezu die gesamte Gemeinde Rosenberg im Ostalbkreis sowie den Wohnplatz Gauchshausen der Gemeinde Frankenhardt, Landkreis Schwäbisch Hall. Dabei wurde der Weiler Hohenberg durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 4. März 1933 von der Kirchengemeinde Adelmannsfelden (Kirchenbezirk Aalen) in die Kirchengemeinde Hummelsweiler umgegliedert. Hummelsweiler ist die einzige Kirchengemeinde im Dekanat Crailsheim, die zum Ostalbkreis gehört.
Die Gemeinde Rosenberg und die meisten ihrer zugehörigen Weiler blieben als Besitzung Ellwangens nach der Reformation katholisch. Lediglich der Ortsteil Hummelsweiler wurde infolge der Zugehörigkeit zur Reichsstadt Schwäbisch Hall nach der Reformation evangelisch. In die anderen Orte der Gemeinde Rosenberg zogen überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg Protestanten zu. Diese wurden der Kirchengemeinde Hummelsweiler zugeordnet. In Hummelweiler befindet sich die 1767 erbaute Kirche und das Gemeindehaus, welches im Alten Schulhaus untergebracht ist. Einige Wohnplätze der Gemeinde Rosenberg gehören kirchlich zu Adelmannsfelden.
Kirchengemeinde Ingersheim
Die Kirchengemeinde Ingersheim (ca. 1.000) umfasst den Stadtteil Ingersheim und dem zum Stadtteil Jagstheim gehörigen Wohnplatz Alexandersreut der Stadt Crailsheim, welcher jedoch erst mit Wirkung vom 1. Januar 1980 von der Johanneskirchengemeinde abgetrennt und der Kirchengemeinde Ingersheim zugeordnet wurde. Ferner gehört durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 14. April 1953 der Wohnplatz Rotmühle zur Kirchengemeinde, der bis dahin zur Kirchengemeinde Altenmünster gehörte. Kirchlich gehörte Ingersheim stets zu Crailsheim, doch wurde eine Kapelle, die den Heiligen Sixtus und Wolfgang geweiht war, bereits 1480 erstmals erwähnt. Sie wurde später zur Pfarrkirche erhoben. Der Kirchturm hat den typischen fränkischen Fachwerkaufsatz. Der Chor ist mit einem spätgotischen Rippengewölbe versehen. 1607 wurde die Kirche innen ausgemalt. 1819 erhielt sie ihre erste Orgel. 1960 bis 1962 wurde das alte Kirchenschiff mit der benachbarten Schule abgerissen und ein neues Kirchenschiff angebaut. Danach erhielt die Kirche den Namen Matthäuskirche. 1965 wurde eine neue Orgel eingebaut und 1993 wurde die Kirche innen und außen renoviert. Mit Wirkung vom 1. Januar 1980 wurden die Filialverhältnisse der Kirchengemeinde Ingersheim zur Johanneskirchengemeinde Crailsheim gelöst und die Kirchengemeinde Ingersheim zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben.
Kirchengemeinde Jagstheim
Die Kirchengemeinde Jagstheim (ca. 1.050) umfasst den Stadtteil Jagstheim mit den zugehörigen Weilern (ohne Alexandersreut) der Stadt Crailsheim. Kirchlich gehörte Jagstheim zunächst zu Crailsheim, doch ist bereits 1285 eine Nikolauskirche genannt. Diese wurde 1764 bis 1765 durch den heutigen Bau ersetzt. Der Turm war bereits 1719 mit einer Kuppel und Laterne versehen worden. Die Kirche besitzt Grabmäler der Herren von Ellrichshausen aus dem 16. Jahrhundert. 1898 wurde das Schiff um 4 Meter verlängert und die Kirche innen und außen renoviert. Im selben Jahr bekam die Kirche eine neue Orgel. Die letzte Renovierung wurde 1998 durchgeführt.
Kirchengemeinde Kirchberg/Jagst
Die Kirchengemeinde Kirchberg an der Jagst (ca. 1.070) umfasst die Kernstadt von Kirchberg an der Jagst und den Stadtteil Hornberg. Keimzelle der heutigen Kirchengemeinde ist die Marienkapelle innerhalb der Burg Kirchberg. 1285 wurde erstmals ein Pfarrer genannt, doch blieb der Ort zunächst der Pfarrei Lendsiedel zugehörig. Ab 1395 gab es dann eine Kaplanei. Das Patronat erhielten ab 1313 die Hohenloher. Im 14. Jahrhundert wurde die Marienkapelle zur Wallfahrtskirche. 1524/25 wurde die Reformation eingeführt und 1577/78 wurde Kirchberg eine eigene Pfarrei, die 1611 in die Stadt verlegt wurde. Gleichzeitig wurde hier eine neue Kirche erbaut, die jedoch 1740 wieder abgebrochen und durch den heutigen Bau ersetzt wurde. Dabei wurden die Stadtmauer und ein alter Wehrturm mit einbezogen. Sie wurde barock ausgestattet, brannte jedoch 1929 aus.
Hornberg war bis 2012 eigenständige Kirchengemeinde. Nach der Reformation gehörte der Ort zur Pfarrei Lendsiedel, besaß jedoch mit der Burgkapelle eine eigene Predigtstelle. 1588 wurde Hornberg eigene Pfarrei, die aber teilweise von Gaggstatt aus betreut wurde. 1750 wurde Hornberg Filiale von Gröningen und 1868 von Kirchberg an der Jagst. Die heutige Kirche ist ein schlichter Bau aus dem Jahr 1873.
Kirchengemeinde Langenburg
Die Kirchengemeinde Langenburg (ca. 1.125) umfasst die Stadt Langenburg.
Kirchlich gehörte Langenburg zunächst zu Bächlingen, wurde aber 1553 Sitz der Bächlinger Pfarrei, zumal der Pfarrer von Bächlingen bereits seit 1500 in Langenburg wohnte. 1576 wurde für Bächlingen wieder eine eigene Pfarrei, 1579 auch eine Pfarrei für Unterregenbach abgetrennt. Als hohenlohische Residenzstadt war Langenburg Sitz eines Superintendenten, der zugleich Hofprediger war. Er war für die Ämter Langenburg, Döttingen und bis 1650 auch für Kirchberg an der Jagst zuständig. Die Stadtkirche geht auf eine Wallfahrtskapelle zum Heiligen Blut des späten 15. Jahrhunderts zurück. Dem spätgotischen Chor mit Netzrippengewölbe schließt sich das Schiff mit Turmanbau von 1610 an. 1680 wurde sie nochmals umgebaut. Der Chor besitzt alte Nürnberger Glasfenster von 1499 bzw. 1505/07. Die Bretterdecke wurde 1680 bemalt. Ferner gibt es mehrere Grabmäler der Hohenloher Grafen und deren Beamten.
Eine Kirche in Bächlingen wird 1285 erstmals genannt. Sie dürfte die älteste Kirche des gesamten Gebiets sein. Vermutlich wurden von der Pfarrei Bächlingen vor dem Jahr 1000 die Pfarreien Michelbach an der Heide, Billingsbach und Obersteinach, später weitere Orte abgetrennt. 1553 wurde die Reformation im vormals zum Stift Neumünster in Würzburg gehörigen Ort eingeführt. Der Pfarreisitz wurde dann nach Langenburg verlegt, doch erhielt Bächlingen 1576 unter Hohenlohe wieder eine eigene Pfarrei, die bis zu dessen Zusammenschluss mit Blaufelden zum Dekanat Langenburg gehörte. Die heutige Johanneskirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sie hat einen Turmchor mit Rippenkreuzgewölbe und ein Wandgemälde von 1320 bis 1340. Das spätgotische Schiff hat einen Fachwerkaufbau von 1580. 1721 wurde es erneuert.
Der Ort Unterregenbach ist wohl eine sehr alte Siedlung, die eine dreischiffige Basilika besaß, die durch einen Brand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts vernichtet und danach aufgegeben wurde. Die Krypta der Kirche ist im heutigen Pfarrhaus noch erhalten. Um 1480 wurde nördlich der Basilika die heutige Pfarrkirche, anstelle einer um 1050 erbauten kleinen Basilika erbaut, d. h., es gab bis ins 13. Jahrhundert zwei Kirchen nebeneinander. 1581 erhielt die Pfarrkirche ihr heutiges Aussehen. War sie früher der Hl. Maria geweiht, so weihte man sie 1487 dem Hl. Veit. Das Patronat hatten die Herren von Langenburg, dann die Hohenloher. Das Vorhandensein zweier Kirchen beweist, dass es in Unterregenbach ein Kloster gegeben haben muss. Ihm lag auch ein Herrensitz nahe. Doch wurden beide nach der Brandkatastrophe zugunsten von Langenburg aufgegeben. Unterregenbach blieb ein unbedeutender Weiler, der aber noch bis um 1700 Marktrechte besaß. Die Pfarrei Unterregenbach erhielt 1579 auch Oberregenbach. Beide Orte gehörten stets zu Langenburg, blieben aber eine eigene Pfarrei und bildeten die Kirchengemeinde Unterregenbach, die bis zum Zusammenschluss mit dem Kirchenbezirk Blaufelden auch zum Kirchenbezirk Langenburg gehörte.
Ab 1. Januar 2012 bildeten die drei Kirchengemeinden Langenburg, Bächlingen und Unterregenbach zunächst eine Gesamtkirchengemeinden und fusionierten zum 1. Januar 2017 nun zur Evangelischen Kirchengemeinde Langenburg.
Verbundkirchengemeinde Leukershausen-Mariäkappel
Als Verbundkirchengemeinde sind die ehemals selbstständigen Kirchengemeinden Leukershausen und Mariäkappel miteinander verbunden; sie werden bereits seit 1928 vom Pfarramt in Mariäkappel betreut.
Kirchengemeinde Lendsiedel
Die Kirchengemeinde Lendsiedel (ca. 780) umfasst den Stadtteil Lendsiedel mit den zugehörigen Weilern der Stadt Kirchberg an der Jagst. Eine Kirche wird in Lendsiedel 1231 erstmals erwähnt, ab 1245 St Pankratius, ab 1489 St. Stephan. Das Patronat besaßen die Zähringer, die es 1231 dem Stift Backnang schenkten, von wo es 1350 an Württemberg vertauscht wurde. Im 15. Jahrhundert gehörte es den Herren von Vellberg und ab 1563 gehörte es Hohenlohe. Die Pfarrei umfasste das gesamte Umland von Beimbach bis Triensbach. Doch wurden nach und nach eigene Pfarreien errichtet. Die heutige Stephanuskirche in Lendsiedel hat einen romanischen Westturm von 1245 und ein spätgotisches Schiff von 1511. Der Chor mit Orgel stammt von 1702. Im Innern sind eine Steinkanzel von 1517 sowie mehrere Grabmale des 16. bis. 18. Jahrhunderts zu sehen. Bis zum Zusammenschluss mit dem Kirchenbezirk Blaufelden gehörte die Kirchengemeinde Lendsiedel zum Kirchenbezirk Langenburg.
Kirchengemeinde Leukershausen
Die Kirchengemeinde Leukershausen (ca. 720 Gemeindeglieder) umfasst den Ortsteil Leukershausen mit den zugehörigen Weilern Bergertshofen, Haselhof, Selgenstadt, Vötschenhof und Waidmannsberg der Gemeinde Kreßberg. Ein Pfarrer wird in Leukershausen bereits 1285 genannt. Das Patronatsrecht der Kirche Johannes Baptist besaß das Hochstift Würzburg. Dieses Recht wurde 1368 an das Hospital in Dinkelsbühl verliehen. Nach der 1534 eingeführten Reformation wurde der Pfarrer von Dinkelsbühl benannt und von Ansbach eingesetzt. An den Chorturm der alten Kirche vom Anfang des 15. Jahrhunderts wurde 1758 ein neues Schiff angebaut. Der Fachwerkaufsatz des Turmes wurde 1830 in massiver Bauweise erneuert. Im Chor befindet sich noch ein Kreuzrippengewölbe mit dem Wappen der Herren von Ellrichshausen. Den Altar ziert ein Holzrelief, welches Christus und die zwölf Apostel zeigt, aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Im Turm hängt ein vierstimmiges Geläut von welchem die älteste Glocke aus dem 14. Jahrhundert stammt.
Die Nikolauskapelle in Bergertshofen ist in Teilen noch romanischen Ursprungs. Sie wurde 1370 erstmals erwähnt. Der kleine Rechteckbau hat einen tonnengewölbten Ostchor. Ein Wandgemälde aus dem 15. Jahrhundert wurde 1950 aufgedeckt. Von einem ehem. Flügelaltar hat sich lediglich die Statue des Hl. Nikolaus aus der Zeit um 1520 erhalten. Heute ziert den Altar eine Holzschnitzerei mit Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Christi, welche 1951 von Edelgarde vom Berge und Herrendorff geschaffen wurde.
Kirchengemeinde Mariäkappel
Die Kirchengemeinde Mariäkappel (ca. 1.100) umfasst den Ortsteil Mariäkappel mit den zugehörigen Weilern der Gemeinde Kreßberg. Eine Kapelle zu Unserer Lieben Frau, 1366 erstmals erwähnt, gehörte zur Pfarrei. 1461 wurde sie zur Kaplanei und 1481 zur Pfarrei erhoben. Die heutige Kirche wurde 1480/81 erbaut. Das flachgedeckte Schiff wurde 1523 erneuert. Im Innern befindet sich ein Flügelaltar vom 16. Jahrhundert mit Schnitzbildern und Gemälden.
Kirchengemeinde Leuzendorf
Die Kirchengemeinde Leuzendorf (ca. 340) umfasst den Stadtteil Leuzendorf mit den meisten zugehörigen Weilern der Stadt Schrozberg. Kirchlich war Leuzendorf zunächst Filiale von Leuzenbronn (heute zu Bayern gehörig). 1346 wurde die Kapelle St. Alban zur Pfarrkirche erhoben. Das Patronat hatte das Stift Neumünster in Würzburg inne, dann die Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber. Die Kirche wurde 1346 umgebaut, das Schiff stammt von 1729. Die Kirche wurde 1796 renoviert und 1951 erneuert. Dabei wurde der im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstörte Turm wiederhergestellt.
Im zugehörigen Weiler Gemmhagen gibt es eine Kapelle St. Maria, die 1340 erstmals erwähnt und 1701 erneuert wurde.
Kirchengemeinde Marktlustenau
Die Kirchengemeinde Marktlustenau (ca. 800) umfasst den Ortsteil Marktlustenau mit den zugehörigen Weilern Ober- und Unterstelzhausen, Hohenkreßberg, Riegelbach, Halden, Tempelhof, Bräunersberg, Schönbronn und Gaisbühl der Gemeinde Kreßberg. Die Kirche St. Georg Marktlustenau wurde 1285 erstmals erwähnt. Zu ihr gehörte bis 1458 auch Waldtann. 1530 führten die Seckendorff die Reformation ein. Die Gegenreformation scheiterte größtenteils, führte aber zur Gründung einer katholischen Pfarrei, so dass die Kirche bis 1896 von beiden Gemeinden simultan genutzt wurde. Dann erbaute sich die katholische Gemeinde eine eigene St. Georgskirche. Die alte ursprünglich romanische Chorturmkirche im ehemaligen Kirchhof mit netzrippengewölbtem Chor dient seither allein der evangelischen Kirchengemeinde. Seit 1. April 2007 betreut das Pfarramt Marktlustenau auch die Nachbarkirchengemeinde Waldtann, nachdem das dortige Pfarramt aufgehoben wurde. Bereits seit März 2007 trägt das Pfarramt Marktlustenau den Doppelnamen Marktlustenau-Waldtann.
Kirchengemeinde Onolzheim
Die Kirchengemeinde Onolzheim (ca. 1.150 Kirchenglieder) umfasst den Crailsheimer Stadtteil Onolzheim. Im Jahre 1404 wurden vom Würzburger Weihbischof Nikolaus Possek Chor und Altar einer Kapelle geweiht und 1415 mit einem Ablass begabt (der Ablassbrief des Bischofs von Damaskus befindet sich im Staatsarchiv Ludwigsburg). Die älteste Glocke der Marienkirche stammt aus dem Jahre 1475. 1476 wurde eine eigene Pfarrei errichtet, die aber erst nach der Reformation endgültig von Crailsheim getrennt wurde. 1754 wurde der Grundstein für das neue Kirchenschiff gelegt. Der ansbachische Landbaumeister David Steingruber fertigte den Plan. 1872 wurde das Kirchenschiff nochmals um 3,5 Meter verlängert. Eine gründliche Renovierung erfuhr die Marienkirche im Jahre 1970: Die Ansbacher Kirchenwand mit Altar und Kanzel übereinander wurde aufgegeben. Die Turmseite erhielt eine Bretterwand, die Seitenempore wurde entfernt, und stattdessen eine neue Westempore erstellt, auf der die Orgel ihren Platz fand. 1995 wurde die Kirche außen und 2002 innen renoviert. Bei der Innenrenovierung war die gravierendste Änderung, dass die hölzerne Altarwand mit einem Gemälde „Auferstehung“ des Karlsruher Künstlers Thomas Gatzemeier auf eine Größe von 7,14 m mal 8,50 m (ca. 60 m²) versehen wurde. Mittelgang und neue Kanzel, Veränderung der beiden Eingänge, neue Beleuchtung waren weitere Punkte der Renovierung. Das Pfarrhaus der Kirchengemeinde wurde 1980 erbaut. Anstelle des alten Schulhauses und späteren Rathauses der Gemeinde Onolzheim entstand 1989 das jetzige Gemeindehaus der Kirchengemeinde.
Kirchengemeinde Rechenberg
Die Kirchengemeinde Rechenberg (ca. 600) umfasst den Ortsteil Rechenberg und die zugehörigen Weiler sowie den Weiler Hörbühl der Gemeinde Stimpfach und die Gemeinde Jagstzell im Ostalbkreis. Kirchlich gehörte Rechenberg zunächst zu Stimpfach. 1501 ist eine Kapelle zum Heiligen Blut bezeugt, die aber später abging. Die Ortsherrschaft führte 1555 die Reformation ein und 1567 wurde eine eigene Pfarrei errichtet. Ellwangen hatte ursprünglich das Patronatsrecht, das 1608 als Lehen wieder an Ellwangen zurückfiel. Von dort wurde die Gegenreformation durchgeführt, die sich jedoch nicht völlig durchsetzen konnte. Die heutige evangelische Pfarrkirche wurde 1619/20 als Turmchoranlage erbaut. Der Turm hat ein Zwiebeldach. Die Innenausstattung stammt aus dem Jahr 1728.
In die katholische Nachbargemeinde Jagstzell zogen überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg auch evangelische Bewohner. Sie wurden der evangelischen Kirchengemeinde Rechenberg zugeordnet. 1964 wurde in Jagstzell eine eigene Kirche, die Christuskirche erbaut.
Kirchengemeinde Riedbach
Die Kirchengemeinde Riedbach (ca. 115) umfasst den Stadtteil Riedbach und den Weiler Eichswiesen und ist somit kleiner als der Stadtteil von Schrozberg. Kirchlich gehörte Riedbach zunächst zu Billingsbach, dann zu Ettenhausen, von dessen Pfarrei die Kirchengemeinde Riedbach heute wieder betreut wird. Zwischendurch hatte Riedbach ab 1630 auch eine eigene Pfarrei und ab 1916 gehörte der Ort zu Herrentierbach. Von der alten Kapelle in Riedbach stammt noch der Turmchor mit Kreuzrippengewölbe. Das Schiff wurde 1762 erbaut. Die Kirche beherbergt eine Kreuzigungsgruppe von 1684.
Kirchengemeinde Rot am See
Die Kirchengemeinde Rot am See (ca. 1.800) umfasst den Hauptort der Gemeinde Rot am See mit einigen zugehörigen Weilern, z. B. Brettenfeld und Musdorf. Die Kirche wurde im 12./13. Jahrhundert erbaut und später mehrfach verändert. 1285 wurde sie als St. Martinskirche erstmals erwähnt. Das Patronat gehörte als würzburgisches Lehen den Herren von Lobenhausen, dann den Grafen von Flügelau, schließlich den Hohenlohern. 1478 wurde der Ort Musdorf und nach der Reformation 1528 der Ort Kühnhard und der Weiler Limbach (Wallhausen) der Pfarrei eingegliedert. Limbach wurde 1812 der Pfarrei Schainbach zugeteilt. Die Kirche mit gotischem Westportal besitzt einen Taufstein von 1606.
In Musdorf gibt es eine frühgotische Kapelle St. Michael mit kreuzrippengewölbtem Turmchor, die später umgebaut wurde. Sie gehörte ursprünglich zur Pfarrei Schmalfelden und seit 1478 zu Rot am See. Seit 1812 gehört auch Oberwinden zur Pfarrei Rot am See, zuvor zu Beimbach.
Kirchengemeinde Roßfeld
Die Kirchengemeinde Roßfeld (ca. 1.100) umfasst den Stadtteil Roßfeld und die zugehörigen Weiler der Stadt Crailsheim. Die Legende besagt, dass die Ritter, welche die Kirche besuchten, ihren Rossen währenddessen freien Lauf ließen, woher sich der Name des Ortes Roßfeld erklären soll. Der Kirchenpatron Martin ist erst seit dem Jahr 1337 bezeugt. Die Reformation wurde in Roßfeld bereits im Jahr 1533 eingeführt. Der damalige Pfarrer Johann Breitengrasser war auch einer der lokalen Anführer im Bauernkrieg. Der Taufstein im Innern der Kirche stammt aus dem Jahr 1617. Die heutige Form erhielt die Martinskirche 1713/14. Damals wurde die Kanzel ist über dem Altar angeordnet. Die Orgel befindet sich jedoch, für die Form der Ansbacher Kanzelwand unüblich, gegenüber auf der Empore. Der Kirchturm mit der heutigen Dachform wurde 1779 erbaut.
Neben der Kirche besitzt die Kirchengemeinde Roßfeld seit 2001 ein Gemeindehaus, das Martinshaus. Das drei Buntglasfenster im großen Saal stammen aus der ehemaligen amerikanischen Militärkirche auf dem Gebiet Hirtenwiesen.
Kirchengemeinde Satteldorf
Die Kirchengemeinde Satteldorf (ca. 1.800) umfasst den Kernort und die zugehörigen Weiler der Gemeinde Satteldorf. Die Pfarrei in Satteldorf wird zum ersten Mal auf einer Kreuzzugsliste im Jahr 1285 erwähnt. Schon damals gehört der Ort zum Crailsheimer Kapitel (Dekanat), das damals Pfarreien diesseits und jenseits der heutigen württembergisch-bayerischen Grenze umfasst. Das Patronatsrecht für die örtliche Nikolauskirche wechselt mehrfach zwischen den Besitzern des hoch über der Jagst gelegenen Schlosses Burleswagen und der auf „niederem Felsen“ liegenden Burg Neidenfels. Der Burgbezirk Neidenfels bildet im Spätmittelalter eine nichtselbstständige Pfarrei, in deren Kapelle zur Hl. Mechthild bis 1500 ein Kaplan seine Dienste versieht. Später wird Neidenfels vom Satteldorfer Pfarrer betreut. Die Mechthildiskapelle wird Mitte des 19. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen. Neidenfels bildete jedoch eine eigenständige Kirchengemeinde, die erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 7. Januar 1925 mit der Kirchengemeinde Satteldorf vereinigt wurde.
1528 wird in Satteldorf die Reformation durch Markgraf Georg den Frommen eingeführt. Erster evangelischer Pfarrer am Ort ist Heinrich Reitheinz (1528–1535?), von dem es in den Visitationsakten heißt, seine „Predigt“ sei „arg baufällig“ gewesen. Die langjährigen rechtlichen Beziehungen zum Markgrafentum Ansbach-Brandenburg befördern eine lutherische Ausprägung der Reformation in Satteldorf und führen zu einem bilderfreundlichen Baustil der Nikolauskirche. Älteste bauliche Spuren des Gotteshauses führen bis ins 13. Jahrhundert zurück (Chorbereich). Die Kirche wurde mehrmals vergrößert (u. a. 1522) und erhielt ihre heutige barockisierte Gestalt im Jahr 1711. Damals wurde auch der Turm erhöht. Optisches Zentrum der Kirche ist ein Hochaltar aus dem Jahr 1726 von Schreiner Hörler. 1735 erhielt die Kirche die erste Orgel. Durch die napoleonische Neugliederung der Herrschaftsverhältnisse kommt Satteldorf Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst unter bayerische (1806), später unter württembergische (1810) Oberhoheit. 1826 ging auch das Patronat von Graf Soden auf Rittergut Neidenfels auf den württembergischen Staat über. 1961 bis 1964 wurde die Kirche erneuert. Dabei erhielt sie ein neues Gestühl, eine Ölheizung, eine elektrische Turmuhr und eine neue Orgel im seitherigen „Käppele“. 1955 wurde die benachbarte Pfarrscheuer zum Gemeindehaus mit Schwestern- und Kindergärtnerinnenwohnungen umgebaut. Die Kirchengemeinde unterhielt damals auch einen Kindergarten, der seit 1980 im Schulgebäude untergebracht ist und sich seither in Trägerschaft der bürgerliche Gemeinde befindet.[5]
Kirchengemeinde Schmalfelden
Die Kirchengemeinde Schmalfelden (ca. 350) umfasst den Stadtteil Schmalfelden mit den zugehörigen Weilern der Stadt Schrozberg. Eine Kirche wird in Schmalfelden bereits 1285 erstmals genannt. Ab 1489 wird sie St. Laurentiuskirche genannt. Sie gehörte dem Stift Neumünster in Würzburg. Nach der Reformation hatte Ansbach die kirchlichen Rechte, doch behielt das Stift Neumünster noch ein Bestätigungsrecht. Bereits seit 1483 gab es eine Kaplanei, die in der Reformationszeit zur Pfarrei umgewandelt wurde. Die Kirche mit romanischen Turmchor wurde gotisch verändert. Der tonnengewölbte Chor hat neuaufgedeckte Fresken. Das Schiff wurde 1855 in Kreuzform erweitert. 1964/65 erhielt die Kirche eine asymmetrische Decke. Bis zum Zusammenschluss mit dem Kirchenbezirk Blaufelden gehörte die Kirchengemeinde Schmalfelden zum Kirchenbezirk Langenburg.
Kirchengemeinde Schrozberg
Die Kirchengemeinde Schrozberg (ca. 1.970) umfasst die Kernstadt mit den zugehörigen Weilern der Stadt Schrozberg. Kirchlich gehörte Schrozberg zunächst zu Oberstetten, hatte jedoch eine Kirche, die ab 1453 als St. Simon und Judas-Kirche bezeichnet wird. Einen eigenen Pfarrer hatte Schrozberg wohl ab 1464. Die Reformation setzte sich nur zögerlich durch. Bis 1571 galt die ansbachische, dann die hohenlohische Kirchenordnung. Die heutige Kirche wurde 1614 errichtet. Dabei wurde der Turmchor der Vorgängerkirche des 14./15. Jahrhunderts beibehalten. Der Chor hat ein Kreuzrippengewölbe, das Schiff hat eine flache Stuckdecke. Bis 1828 gab es auch eine Kapelle, in der bis 1748 noch Gottesdienste gefeiert wurden. Die Kapelle wurde 1828 abgebrochen. Bis zum Zusammenschluss mit dem Kirchenbezirk Blaufelden gehörte die Kirchengemeinde Schrozberg zum Kirchenbezirk Langenburg.
Im zugehörigen Weiler Krailshausen gibt es eine Filialkirche in einem ummauerten Kirchhof. Die ursprünglich romanische Kirche wurde mehrfach verändert. Im Kreuzrippengewölbte des Turmchors und an der Nordwand des Schiffs sind Wandmalereien zu sehen.
Kirchengemeinde Spielbach-Heiligenbronn
Zur Kirchengemeinde Spielbach-Heiligenbronn gehören etwa 400 Gemeindeglieder. Die Gemeinde wird vom Pfarramt Leuzendorf betreut.[6]
Kirchengemeinde Tiefenbach-Triensbach-Lobenhausen
Zum 1. Januar 2019 fusionierten die bis dahin selbstständigen Kirchengemeinden Tiefenbach, Triensbach und Lobenhausen zur neuen Kirchengemeinde Tiefenbach-Triensbach-Lobenhausen.
Nachdem im Jahr 2025 die Pfarrstelle in Tiefenbach aufgehoben wurde, wird die Kirchengemeinde vom Pfarramt Roßfeld mitbetreut.[7]
Kirchengemeinde Waldtann
Die Kirchengemeinde Waldtann (ca. 970) umfasst den Ortsteil Waldtann mit den Weilern Asbach, Bergbronn, Mistlau, Rötsweiler, Ruppersbach, Stegenhof und Vehlenberg der Gemeinde Kreßberg. 1385 wurde zum ersten Mal eine Kirche in Wandtann als Filiale von Marktlustenau erwähnt. 1457 wurde an der St. Ägidiuskapelle Waldtann eine eigene Pfarrei errichtet. Durch Ansbach wurde in den Jahren 1522 bis 1525 die Reformation eingeführt. Die Kirche mit rippenkreuzgewölbtem Turmchor überstand den Brand des Ortes während des Dreißigjährigen Krieges. Der Hochaltar mit Gemälden und Figuren stammt aus den Jahren um 1700. Die Kanzel ist barock, der Taufstein gotisch. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche durch Artilleriebeschuss beschädigt, dann aber wieder restauriert. Mit Wirkung vom 1. April 2007 wurde das Pfarramt Waldtann aufgehoben. Seither wird die Kirchengemeinde Waldtann vom Pfarramt Marktlustenau-Waldtann mit Sitz in Marktlustenau betreut.
Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 12. Januar 1956 gab es einen kleinen Gebietsaustausch der Kirchengemeinde Waldtann zugunsten der benachbarten Kirchengemeinde Westgartshausen.
Kirchengemeinde Wallhausen-Schainbach
Das gemeinsame Pfarramt der Kirchengemeinde (ca. 1300 Gemeindeglieder) ist in Wallhausen angesiedelt.
Kirchengemeinde Weipertshofen
Die Kirchengemeinde Weipertshofen (ca. 650 Gemeindeglieder) umfasst den Ortsteil Weipertshofen mit den zugehörigen Weilern Gerbertshofen, Hochbronn, Käsbach, Klinglesmühle und Nestleinsberg sowie den Kernort und den Wohnplatz Siglershofen der Gemeinde Stimpfach. Kirchlich gehörte Weipertshofen zunächst zu Stimpfach. Nach der Reformation schlossen sich die meisten Bewohner dem neuen Glauben an. Sie wurden dann vom Pfarramt Westgartshausen betreut. Die mittelalterliche St. Georgskapelle des Ortes wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, erhalten blieb nur der spätgotische Turmchor, der dann ab 1671 in die wiederaufgebaute Kirche integriert wurde. Der Turm wurde 1821 erneuert, das Schiff 1878 erweitert. 1892 wurde Weipertshofen eine eigene Pfarrei. 1968 wurde die Kirche völlig umgebaut. Im katholisch gebliebenen Hauptort Stimpfach zogen überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg evangelische Bewohner zu. Sie wurden der Kirchengemeinde Weipertshofen zugeordnet. Die zu Stimpfach gehörigen Weiler gehören teilweise auch zu den Kirchengemeinden Rechenberg und Honhardt.
Kirchengemeinde Westgartshausen-Goldbach
Die Kirchengemeinde Westgartshausen-Goldbach entstand zum 1. Januar 2025 aus den bisherigen Kirchengemeinden Goldbach und Westgartshausen.[8]
Kirchengemeinde Wiesenbach
Die Kirchengemeinde Wiesenbach (ca. 700 Gemeindeglieder) umfasst den Ortsteil Wiesenbach mit den zugehörigen Weilern (darunter Engelhardshausen) der Gemeinde Blaufelden. Kirchlich gehörte der Ort zunächst zu Brettheim. Nach der Reformation wurde Wiesenbach um 1530 eigene Pfarrei. Die dem Hl. Ulrich geweihte Kirche wurde 1350 als Kapelle erstmals genannt. Der Turmchorbau mit Kreuzrippengewölbe stammt aus dem 14. Jahrhundert. Das Schiff im Fachwerkstil wurde vermutlich im 16. Jahrhundert erhöht.
Engelhardshausen bildete bis 1933 eine eigene Filialkirchengemeinde, die durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 6. Juli 1933 aufgehoben und mit der Muttergemeinde Wiesenbach vereinigt wurde. Die Kirche in Engelhardshausen, dem Hl. Leonhard geweiht, steht auf einer Anhöhe über dem Weiler. Die ehemalige Wallfahrtskirche hat einen langgezogenen spätgotischen Chor mit Kreuzrippengewölbe. Das Schiff mit Rundbogenportal stammt aus dem Jahr 1555.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Kirchliches Gesetz über die evangelischen Kirchenbezirke (Kirchenbezirksordnung – KBO). In: Fachinformationssystem Kirchenrecht. Evangelische Landeskirche in Württemberg, 24. Oktober 2025, abgerufen am 11. Januar 2026 (siehe § 1 Abs. 4.).
- ↑ Zusammenschluss der drei evangelischen Kirchengemeinden in Fichtenau. In: Website des Evangelischen Kirchenbezirks Crailsheim-Blaufelden. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Fusion der drei Kirchengemeinden Gröningen, Ellrichshausen und Bronnholzheim. (PDF, 104 KB) In: Website der Stadt Satteldorf. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Herzlich Willkommen in der Gesamtkirchengemeinde Gründelhardt-Oberspeltach-Spaichbühl. In: miteinander-kirche.de. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Internetauftritt der Kirchengemeinde Satteldorf
- ↑ Herzlich Willkommen in der Ev. Kirchengemeinde Spielbach-Heiligenbronn. In: Website des Evangelischen Kirchenbezirks Crailsheim-Blaufelden. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Das ändert sich: Gottesdienste ab Sommer. In: Evangelische Kirchengemeinde Roßfeld (Hrsg.): Martinsbote. Band 2025, Nr. 1. Crailsheim 2025, S. 4 (kirchenbezirk-crailsheim-blaufelden.de [PDF]).
- ↑ Julia Christine Vogelmann: Fusion zweier Kirchengemeinden in Crailsheim: Goldbach und Westgartshausen gehören jetzt zusammen. In: Südwest Presse. 14. Januar 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.