Kirche Thalheim/Erzg.
Die evangelische Kirche Thalheim ist eine spätklassizistische Saalkirche in Thalheim/Erzgeb. im Erzgebirgskreis in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Evangelisch-Lutherische Kirche im Zwönitztal des Kirchenbezirks Annaberg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Geschichte und Architektur
Die spätklassizistische Saalkirche wurde nach einem Entwurf aus dem Jahr 1840 von Christian Friedrich Uhlig aus Altenhain bei Chemnitz durch dessen Söhne Carl Ferdinand und Gustav Wilhelm Uhlig in den Jahren 1849/50 erbaut. Restaurierungen wurden in den Jahren 1965/66 (innen) und 1981–85 (außen) durchgeführt.
Die Kirche ist ein klar gegliederter Putzbau mit gerade geschlossenem Chor und wird durch ein Walmdach abgeschlossen. Der Chor und das Südportal mit der Jahreszahl 1849/50 sind durch Risalite betont. Der Westturm ist über quadratischem Grundriss erbaut und wird durch eine geschweifte Haube und eine kräftige Laterne abgeschlossen.
Der helle, flachgedeckte Innenraum zeigt den charakteristischen, schlicht-kultivierten und wohlproportionierten Stil von Uhlig, der ähnlich in den Kirchen von Mildenau (Kreis Annaberg) und Pappendorf (Kreis Mittweida) sichtbar ist. Umlaufende zweigeschossige Emporen prägen den Innenraum; diese sind im Chorbereich beiderseits des Portikus-Kanzelaltars geschweift und über dem Altar zu verglasten Logen ausgebaut. Korrespondierend dazu sind zweigeschossige Logen an der westlichen Seite mit einbezogener Orgelempore angeordnet.
Ausstattung
Die oktogonale Holztaufe mit der Jahreszahl 1850 zeigt auf dem Deckel eine geschnitzte Figurengruppe, welche die Segnung der Kinder durch Christus darstellt. Ein prachtvoller Kronleuchter aus Holz ist reich verziert mit geschnitzten Engelsköpfen und Akanthusblattwerk; er stammt ebenfalls aus dem Jahr 1850.
Die Orgel ist ein Werk von Jehmlich aus dem Jahr 1922 mit heute 46 Registern auf drei Manualen und Pedal. Sie gilt als eine der wenigen spätromantischen Orgeln, die mit ihrem ursprünglichen Klangcharakter weitgehend erhalten sind.[1] Beim Umbau wurde der Prospekt des Vorgängerinstruments von Göthel aus den Jahren 1851–53 um zwei Seitenfelder erweitert und wiederverwendet.
In der Turmvorhalle erinnert eine Grabplatte an Johannes Elias Priesels Söhnlein († 1654). Im Pfarrgarten befindet sich die runde Kuppa eines romanischen Taufsteins, der vermutlich aus dem Vorgängerbauwerk stammt.
Literatur
- Barbara Bechter, Wiebke Fastenrath, Heinrich Magirius (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 931–932 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Informationen zur Orgel auf organindex. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
Koordinaten: 50° 42′ 14,2″ N, 12° 51′ 10,1″ O