Kirche Ramsdorf
Die evangelische Dorfkirche Ramsdorf ist eine im Kern romanische Saalkirche im Ortsteil Ramsdorf von Regis-Breitingen im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde an Pleiße und Schnauder im Kirchenbezirk Leipziger Land in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Geschichte und Architektur
Die romanische Chorturmkirche wurde gotisch erweitert (an einem vermauerten Fenster im Südwesten zu erkennen, das vermutlich von einem Treppenaufgang stammt). Im 16. und 17. Jahrhundert erfolgten Erneuerungen. Turmoktogon und Turmhelm wurden im Jahr 1745 erbaut. Eine Erneuerung, bei der die Fenster vergrößert wurden, erfolgte im Jahr 1869; Restaurierungen gab es in den Jahren 1937 und 1967. Das Bauwerk ist ein Putzbau mit eingezogenem querrechteckigem Chorturm, das Glockengeschoss ist ungleichmäßig oktogonal mit Zeltdach und offener Laterne gestaltet; der Chorschluss ist gerade.
Das Innere ist flach gedeckt; das Turmjoch ist durch einen Bogen ausgeschieden. An der Ostseite des Turmes sind Ansätze einer Apsis erhalten. Die Sakristei ist durch ein Kreuzgratgewölbe geschlossen. Die Emporen und die Patronatsloge stammen aus der Zeit um 1770.
Ausstattung
Das Hauptstück der Ausstattung ist ein Epitaphaltar mit der Jahreszahl 1630 mit Säulengliederung und manieristischem Gemälde des Jüngsten Gerichts; in der Predella ist die Familie Rudolfs von Bünau dargestellt; das Werk befand sich ursprünglich in der Betstube der Familie. Die achteckige Kanzel mit Säulengliederung stammt vermutlich vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Porphyrtuff-Taufe mit Engelsköpfen hat eine Taufschale mit der Jahreszahl 1652.
Ein lebensgroßer hölzerner Kruzifixus ist ein Werk des 17. Jahrhunderts. Grabdenkmäler für Rudolf von Bünau († 1597) mit einer Darstellung des knienden Verstorbenen und für Anna von Bünau († 1606) sind erhalten. An der Außenwand befindet sich ein Rokoko-Grabstein aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit Freimaurerzeichen und Baumeisterwerkzeugen.
Orgel
Die Orgel ist im Kern ein Werk von Johann David Gerstenberger aus dem Jahr 1767 mit elf Registern auf einem Manual und Pedal. Das Instrument wurde nach mehreren Umbauten im Jahr 1966 durch Reinhard Schmeisser überholt und wiederhergestellt; nur noch ein Teil des Pfeifenwerks ist original.[1] Die Disposition lautet:
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Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 831–832 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Ulrich Dähnert: Historische Orgeln in Sachsen. 1. Auflage. Verlag Das Musikinstrument, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-920112-76-8, S. 234–235.
Koordinaten: 51° 5′ 30,8″ N, 12° 22′ 24,9″ O