Kirche Jahnshain
Die evangelische Dorfkirche Jahnshain ist eine im Kern romanische, gotisch ausgebaute Saalkirche im Ortsteil Jahnshain von Frohburg im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zum Kirchspiel Geithain-Frohburg-Lunzenau im Kirchenbezirk Leipziger Land der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Geschichte und Architektur
Die ursprünglich romanische Saalkirche vom Anfang des 12. Jahrhunderts wird im Erscheinungsbild heute durch den um das Jahr 1500 angefügten, hohen gotischen Chor bestimmt. Eine Restaurierung erfolgte im Jahr 1995. Das Bauwerk ist ein verputzter Bruchsteinbau; der eingezogene, deutlich höhere Chor ist mit Fünfachtelschluss und Maßwerkfenstern versehen. Die Strebepfeiler (an der Südseite ist ein romanischer Männerkopf eingemauert) zeigen an, dass der Chor durch eine geplante, jedoch nicht ausgeführte Einwölbung geschlossen werden sollte. Am südlichen Ansatz des Westgiebels befindet sich eine Konsole in Form eines stützenden Armes. Eine Wiederholung dieses Motivs ist am Kämpfer des Rundbogenportals an der Nordseite zu finden, heute jedoch durch den Eingangsbau verdeckt.
Das flachgedeckte Innere ist überraschend hell; ein hoher spitzer Triumphbogen führt zum Chor. Ringsum sind nahezu umlaufende Emporen eingebaut; an der Nordseite wurden sie entfernt, und eine gemalte, florale Fensterrahmung wurde restauriert. Eine Spitzbogenpforte mit Verstäbungen führt zur tonnengewölbten Sakristei.
Ausstattung
Der Altar ist mit gemalten Szenen aus dem Leben Christi in sechs Feldern von 1707 versehen, der Rahmen stammt aus dem Jahr 1838. Die Kanzel aus Sandstein mit Maßwerkformen ruht auf einer gedrehten Säule und ist auf das Jahr 1686 datiert. Die Taufe aus Sandstein ist mit Maßwerkformen verziert und auf das Jahr 1554 (?) datiert. Eine spätgotische Sakramentsnische mit Christuskopf stammt aus dem 16. Jahrhundert. Eine fein gefasste Christusfigur wurde um das Jahr 1510 geschaffen.
Die Orgel ist ein Werk von Johann Michael Gottlob Böhme aus den Jahren 1809 mit elf Registern auf einem Manual und Pedal, das nach Abgabe der Prospektpfeifen im Jahr 1917 durch Reinhard Schmeisser im Jahr 1959 überholt wurde. Die Disposition lautet:[1]
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- Koppel: Man/P
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 411–412 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Ulrich Dähnert: Historische Orgeln in Sachsen. 1. Auflage. Verlag Das Musikinstrument, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-920112-76-8, S. 158–159.
Koordinaten: 50° 59′ 41,8″ N, 12° 38′ 30,7″ O