Kirche Hörsingen

Die evangelische Dorfkirche Hörsingen ist eine im Kern romanische, barock umgebaute Saalkirche im Ortsteil Hörsingen von Oebisfelde-Weferlingen im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Behnsdorf im Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Geschichte und Architektur

Die Kirche ist ein rechteckiger Putzbau mit einem Westquerturm in Schiffsbreite, welcher aus dem 12. Jahrhundert stammt. Eine Erweiterung nach Osten erfolgte nach einem Datum im Giebelfeld 1683. Renovierungen wurden in den Jahren 1710, 1899 und 1924 durchgeführt; die Ausstattung wurde im Jahr 1985 unsachgemäß instandgesetzt.

In das romanische Kernbauwerk sind Portale nach Norden und Süden eingelassen, das Südportal ist mit Giebelsturz versehen und zeigt im Gewände einen frühromanischen Grabstein mit Stabkreuz. Das Innere ist flachgedeckt; Emporen sind im Westen und im Norden eingebaut. Die Ausmalung mit einfachen christlichen Symbolen an der Decke und der Südwand stammt vermutlich aus dem Jahr 1924. Die Westempore und die westliche Nordempore stammen vermutlich aus dem Jahr 1644; die östliche Nordempore ist auf 1700 datiert; etwa gleichzeitig erfolgte die handwerklich-naive Emporenbemalung mit Szenen aus dem Leben Jesu, vermutlich nach Vorlagen aus dem 17. Jahrhundert. Dargestellt sind Mariä Verkündigung, Geburt Jesu, Abendmahl, die Ölbergszene, Christus vor Kaiphas, die Geißelung Christi, Ecce homo, Christus vor Pilatus, die Kreuztragung, die Grablegung, Christus in der Vorhölle, Auferstehung und Himmelfahrt, Jüngstes Gericht sowie die Ausgießung des Heiligen Geistes.

Die Farbglasfenster zeigen Wappen des Friedrich Johann Graf von Alvensleben, datiert auf das Jahr 1899. In der Ostwand ist eine Sakramentsnische aus dem 16. Jahrhundert erhalten.

Ausstattung

Der Altaraufsatz aus Holz stammt möglicherweise aus dem Jahr 1710 (diese Jahreszahl ist seit 1985 anstelle des IHS eingefügt), mit flankierenden Palmbäumen, einer geschnitzten Kreuzigungsgruppe und schwebendem Gerichtsengel darüber.

Die polygonale Kanzel ist mit Evangelistengemälden aus der Zeit um 1600 versehen, der Taufengel stammt aus der Zeit um 1710. Die Orgel mit neuromanischem Prospekt ist ein Werk von August Troch aus dem Jahr 1864, das mehrfach wiederhergestellt wurde.[1]

Beachtenswert ist die Bronzeglocke in Zuckerhutform, die in Wachsfadentechnik geschaffen wurde und aus dem 13. Jahrhundert stammt.

Literatur

Commons: Dorfkirche Hörsingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Website des Organisten Matthias Müller

Koordinaten: 52° 16′ 45,1″ N, 11° 9′ 25,1″ O