Kirche Buchholz (Vierkirchen)
Die evangelische Dorfkirche Buchholz ist eine barocke Saalkirche im Ortsteil Buchholz der Gemeinde Vierkirchen im Landkreis Görlitz in Sachsen. Sie gehört zum Pfarrsprengel Waldhufen-Vierkirchen im Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz, der Teil der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist. Sie ist vom 1. April bis zum 31. Oktober regulär geöffnet.[1]
Geschichte und Architektur
Die Kirche ist eine kleine Saalkirche aus dem Jahr 1703, die unter Einbeziehung älterer Reste erbaut wurde. Im 19. Jahrhundert wurden Umbauten vorgenommen, Restaurierungen des Äußeren und Inneren erfolgten in den Jahren 1994/95.
Das Bauwerk ist ein verputzter Bruchsteinbau mit mächtigem Satteldach und rundbogigen Fenstern; ein schwerer, hölzerner Dachreiter auf oktogonalem Grundriss wurde 1863/64 errichtet. Das Bauwerk hat einen geraden Ostschluss; an der Ostseite ist ein polygonaler Fachwerkanbau mit der Treppe zur Empore angebaut.
Innen ist der Saal durch ein hölzernes Tonnengewölbe abgeschlossen; Emporen sind an der West-, Süd- und Ostseite zweigeschossig ausgebildet, die letztere ist mit Laubmalereien und gemalten Docken versehen und auf das Jahr 1709 datiert. An der Nordwand sind zwei reich stuckierte, mit Akanthusranken geschmückte Logen vom Anfang des 18. Jahrhunderts angebracht. Unter der östlichen Loge befindet sich ein großes Stuckrelief mit Tugendallegorien, das auf das Jahr 1705 datiert ist. Unter der Kanzeltreppe ist eine Inschrift angebracht, die auf das Jahr 1709 sowie die erste Ausmalung der Kirche durch Christian Hübner aus Löbau verweist, darunter wurde eine Ergänzung durch Angaben zu der Restaurierung von 1927/28 durch Walter Rhaue aus Görlitz vorgenommen.
Ausstattung
Das Hauptstück der Ausstattung ist ein barocker Holzaltar mit einem reichen Aufbau, der in der Predella ein Gemälde des letzten Abendmahls zeigt; darüber befindet sich ein von Halbsäulen gerahmtes Kreuzigungsgemälde in vergoldetem Rahmen, seitlich sind reiche Akanthusschnitzereien mit der Jahreszahl 1704 angeordnet. Die Holzkanzel mit farbig gefassten Figuren von Christus und den Evangelisten am Kanzelkorb ist auf das Jahr 1709 datiert. Das einfache Taufgestell aus Holz hat ein Zinnbecken aus dem Jahr 1687.
Am Tonnengewölbeansatz südlich des Altares sind drei Medaillongemälde der Kollatoren Joachim, Johann Georg und Gustav Moritz von Gersdorf angeordnet, darunter ist eine Inschrifttafel mit plastischen Barockrahmen und Engelsfiguren aus der Zeit um 1740 zu sehen.
Als Musikinstrument wird eine elektronische Orgel verwendet.[1]
An der Westwand unter der Orgel befindet sich das Epitaph derer von Warnsdorf aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Unter der Empore ist die Grabplatte eines Pfarrers aus Sandstein eingemauert, sie zeigt im Vierpass eine Darstellung des Verstorbenen im Talar, vermutlich vom Anfang des 18. Jahrhunderts.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen I. Regierungsbezirk Dresden. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1996, ISBN 3-422-03043-3, S. 72 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Website des Förderkreises Alte Kirchen. Abgerufen am 26. September 2025.
Koordinaten: 51° 11′ 55,3″ N, 14° 41′ 41″ O