Kirchberg an der Murr

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 48° 57′ N, 9° 20′ O
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 306 m ü. NHN
Fläche: 13,21 km²
Einwohner: 4144 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 314 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 71737, 71729
Vorwahl: 07144
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 038
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 2
71737 Kirchberg an der Murr
Website: www.kirchberg-murr.de
Bürgermeister: Frank Hornek
Lage der Gemeinde Kirchberg an der Murr im Rems-Murr-Kreis

Kirchberg an der Murr ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie

Geographische Lage

Kirchberg an der Murr liegt an der Murr, einem Nebenfluss des Neckar, zwischen Backnang und Marbach am Neckar. Das Gemeindegebiet hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Neckarbecken.[2] Die Gemeinde liegt auf 201 bis 349 m ü. NHN.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Kirchberg an der Murr gehören das Dorf Kirchberg an der Murr, die Weiler Frühmeßhof, Neuhof, Rundsmühlhof und Zwingelhausen und das Gehöft Obertorhöfe. Diese sechs Ortschaften werden in der Hauptsatzung als Ortsteile geführt. Deren offizielle Benennung erfolgt durch vorangestellten Gemeindenamen und durch Bindestrich nachgestellten Namen der Ortsteile.

Wüstungen

Auf dem Gemeindegebiet liegen zudem die abgegangenen Ortschaften Atzstetten,[3] Auhof, Eglofshofen,[4] Eichhalden, Kronfeld, Luttern,[3] Rundsmühle, Schwabstetten, Waibstatt, Inneres Höfle und Äußeres Höfle.[5][6]

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[7]

Geschichte

Antike

In der Römerzeit gehörte das heutige Gemeindegebiet zum Dekumatland (agri decumates) in der Provinz Obergermanien (Germania superior). Auf dem Gemeindegebiet entstanden mehrere römische Gutshöfe.[8] Diese wurden spätestens mit dem Limesfall aufgegeben. Römische Ansiedlungen befanden sich an folgenden Orten:

  • auf der Flur Kalkofen[9] bei den Obertorhöfen[10]
  • auf der Flur Eisenberg[8]
  • im Gebiet Eichhalden[8]
  • im Bereich Abstetter,[11] etwa an der Stelle des wüst gefallenen Orts Schwabstetten[8]
  • in der Unteren Au an der Stelle des späteren Auhofs[8][12]

Nach dem Limesfall und der Aufgabe des Dekumatlands besiedelten die Alemannen das weitgehend menschenleere Gebiet. Nach der Schlacht von Zülpich 496 kam das Gebiet in den Machtbereich der Franken, welche die christliche Mission der Alemannen förderten.

Frühes Mittelalter

Im frühen Mittelalter entstanden auf dem heutigen Gemeindegebiet von Kirchberg einige kleine Siedlungen. Keimzelle des heutigen Kirchberg dürfte wohl die Siedlung „Kronfeld“ gewesen sein, zu der auch die Kirchberger Mühle gehörte, die noch im 16. Jahrhundert den Namen Kronfelder Mühle trug. Wahrscheinlich verfügte Kronfeld bereits über eine eigene kleine Kirche (St. Lukas) und einen Friedhof. Dafür spricht der Fund von Reihengräbern aus der Zeit der Merowinger mit Grabbeigaben (Schwerter von Typ Sax) im Bereich der Kirchberger Mühle. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde dieses „Ur-Kirchberg“ aufgegeben und die Siedlung samt Kirche auf die damals Kirchberg genannte Anhöhe verlegt. Grund für die Aufgabe Kronfelds dürfte die regelmäßige Überschwemmung der Siedlung durch die Murr gewesen sein.[4]

Mittelalter

Kirchberg wurde am 11. April 1245 erstmals in einer zu Lyon ausgestellten Urkunde erwähnt. Mit diesem Schriftstück bestätigte Papst Innozenz IV. der Ordensgemeinschaft des Heiligen Augustinus zu Backnang Besitztümer und Rechte in verschiedenen Orten, darunter Kircberg (Kirchberg), Luter (Luttern) und Zwingelhusen (Zwingelhausen).[13]

Im 13. Jahrhundert waren die Herren von Wunnenstein in Kirchberg begütert. 1283 überließen Dieter Wolf von Wunnenstein und seine Frau Mechthild der Priorin von Kloster Mariental in Steinheim Einkünfte von ihren Gütern in Kirchberg und in Siebersbach in Sulzbach an der Murr.[14]

Ortsadlige wurden bereits im 13. Jahrhundert genannt. Albrecht Sorrer von Kirchberg wurde erstmals 1286 erwähnt.[15] Mitte des 14. Jahrhunderts waren zwei Generationen der Familie (alt pfaff Burchart und jung pfaff Burchart Sorrer) als Priester in Kirchberg tätig. Die Familie hatte auch in anderen Orten Besitz, beispielsweise erwarb Burkhard Sorrer am 20. Mai 1349 ein Lehen von Rudolf von Niederweißach (das ist Unterweissach) in Oberweissach.[16] Andere Angehörige der Familie waren Chorherren im Stift Backnang und Stiftsdamen zu Mariental in Steinheim, so die Edelfrau Adelheid Sorrer.[17]

Das Dorf Kirchberg befand sich das im Mittelalter größtenteils im Besitz der Herzöge von Teck. Am 12. Juli 1302 veräußerte Herzog Hermann von Teck seinen Besitz in Marbach, Murr, Lauffen am Neckar, zu Kirchberg und zu Rudersberg an Graf Eberhard von Württemberg.[14] Seitdem wird Kirchberg zu Altwürttemberg gezählt.

Neben der Familie Sorrer wohnte auch die Familie von Gaisberg im Dorf. Stammsitz des Geschlechts dürfte die schon lange abgegangene Burg Kirchberg an der Murr gewesen sein. Sie lag auf dem „Gaisberg“, einem felsigen Bergsporn des Rappenbergs. Erstmals erwähnt wurde der „ehrbare Mann“ Fritz Gaisberg (auch Friedrich Gaisberger) um 1320/1330. Mit ihm und seinem Vater beginnt die gesicherte Stammreihe des Geschlechts derer von Gaisberg. Nach Friedrich Freiherr von Gaisberg-Schöckingen war sein Urahn Fritz Gaisberg der Ältere Schultheiß von Kirchberg. Von der zweiten Generation der Familie ist Fritz Gaisberg der Jüngere bekannt. Er erwarb 1352 von der Witwe des Albrecht Hummel von Lichtenberg ein Rittergut in Großbottwar. Aus der dritten Generation ist Conrad Gaisberg bekannt, der Schultheiß in Kirchberg war. Er wird in einem Lagerbuch des Stifts Backnang genannt.[18] Die Herkunft dieses Geschlechts ist unklar, jedoch waren Angehörige der Familie schon um 1358 Augustiner-Chorherren in Backnang. Daraus kann geschlossen werden, dass die adlige Herkunft der „Gaisberger“ schon im 14. Jahrhundert allgemein anerkannt wurde, denn das Stift nahm nur Adlige als Mitglieder auf.[19] In der Folgezeit bekleideten Angehörige der Familie hohe Ämter in Württemberg und erwarben eine ganze Reihe Burgen und Schlösser. Nachfahren der Gaisberger leben u. a. auf Schloss Schöckingen.

Neuzeit

16. Jahrhundert

Mit Martin Luthers 95 Thesen von 1517 wurde die Reformation eingeleitet, die auch in Württemberg rasch Anhänger gewann. 1520 wurde Herzog Ulrich vom Schwäbischen Bund und von Bayern aus Württemberg vertrieben. Während dem Exil konvertierte Ulrich zum Protestantismus und konnte mit Hilfe Philipps des Großmütigen von Hessen nach Württemberg zurückkehren. 1535 führte er in seinem Herrschaftsgebiet die Reformation ein. Dabei sollten sämtliche Pfarreien visitiert und reformiert werden. Für den nördlichen Teil Württembergs wurde Erhard Schnepf berufen. Diejenigen Pfarrer, die bereit waren im Sinne der Reformation zu lehren, wurden in ihren Ämtern belassen. Wer sich weigerte und katholisch bleiben wollte, musste seine Pfarrei verlassen. Der Kirchberger Pfarrer Michel Rummel verweigerte im Gespräch mit Schnepf die lutherische Lehre und wurde daraufhin entlassen. Als erster evangelischer Pfarrer folgte auf ihn Johannes Finger, der bis 1542 in Kirchberg blieb. Auf ihn folgte Leonhard Rieger. Während seiner Dienstzeit gab es in Kirchberg Auseinandersetzungen mit Wiedertäufern, denen die Reformation nicht weit genug ging.[20]

17. Jahrhundert

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Kirchberg wiederholt geplündert, wodurch die Hälfte der Gebäude zerstört wurde und auch durch die eingeschleppte Pest im Jahre 1626 ein Drittel der Bevölkerung starb. Im Februar 1628 wurde der beliebte Schultheiß Hans Feilmetzger erschlagen auf einem Feld gefunden. Wie es sich herausstellte, war er von einem ortsfremden Söldner ermordet worden.[21] Nach dem Westfälischen Frieden 1648 beruhigte sich die Lage und die Bevölkerung konnte sich allmählich erholen. Einwohner kehrten zurück und Häuser konnten wiederaufgebaut werden.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg marschierten französische Soldaten 1693 unter dem als Mordbrenner bekannten Grafen Mélac von Heidelberg aus durch das Neckargebiet. Dabei hinterließen sie eine Spur der Verwüstung. Sie zerstörten Beilstein und Marbach und rückten durch Kirchberg in Richtung Backnang vor. Dabei kam es zu Plünderungen und zahlreichen Morden an Einwohnern. Die Soldaten des Sonnenkönigs schossen willkürlich auf die Dorfbewohner und schreckten auch nicht davor zurück, die Dorfkirche zu plündern: Sie holten die Kirchenglocken aus dem Turm, stahlen die Priestergewänder aus der Sakristei und zerschlugen die Pfeifen der Orgel. Am selben Tag starb der Kirchberger Pfarrer Christoph Caspar Haupt im Alter von nur 55 Jahren, vermutlich durch Misshandlungen oder Schock.[22]

Der Ort gehörte in altwürttembergischer Zeit zum Amt Marbach, aus dem im späteren 18. Jahrhundert das Oberamt Marbach wurde.

19. Jahrhundert

Am Beginn des 19. Jahrhunderts standen die großen Umwälzungen in Folge der Koalitionskriege, in deren Zusammenhang 1806 auch die Gründung des Königreichs Württemberg erfolgte. Nach diesen für die Bevölkerung einschneidenden Ereignissen mit ständigen kriegsbedingten Belastungen kam es 1816 zum Jahr ohne Sommer. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wanderten wegen derartiger Hungersnöte 184 Kirchberger aus; darunter auch nach Bessarabien, wo sie die Ansiedlung Lichtental gründeten, wobei einige Nachfahren nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zurückkamen.

Die Landwirtschaft war im 19. Jahrhundert noch die Haupteinnahmequelle der Einwohner Kirchbergs und blieb es auch bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Neben Ackerbau und Viehzucht wurde auch Weinbau in großem Stil betrieben. Alle Südhänge des Murrtals waren mit Wein bestockt. Auf einen Morgen standen etwa 2800 Rebstöcke. Die besten Weinlagen waren die Fluren Abstätter, Eichhalden, Halden, Klinge, Lerchenberg und Pälmen. Zum Anbau kamen hauptsächlich Weißwein-Sorten wie Elbling und Silvaner sowie die Rotwein-Sorte Trollinger. Vereinzelt kamen auch die Sorten Riesling und Clevner vor.[23] Der Weinbau geriet jedoch am Ende des 19. Jahrhunderts wegen der Reblaus und anderen Schädlingen in eine schwere Krise: Von Schädlingen befallenen Rebstöcke mussten herausgerissen und unverzüglich verbrannt werden. Gleichzeitig nahm der Obstbau immer mehr zu. Man pflanzte vorzugsweise Mostobst und von Steinobst Kirschen und Zwetschgen; auch Pfirsich- und Walnussbäume gediehen gut. Durch den neuen Bahnanschluss wurde gekühltes Bier und Kaffee für jedermann erschwinglich. Somit nahm der Weinbau ständig ab. Spätestens mit dem Ersten Weltkrieg und dem daraus resultieren Arbeitskräftemangel verschwand der Weinbau fast völlig. Lediglich in der Flur Pälmen konnte sich der Weinbau halten.

20. Jahrhundert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Infrastruktur in Kirchberg noch vergleichsweise unterentwickelt. Erst ab 1930 wurden die Straßenverhältnisse nach Affalterbach, Marbach und 1956 nach Backnang verbessert. Die Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg führte 1938 zur Zugehörigkeit zum Landkreis Backnang. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Kirchberg von 1945 bis 1952 im Land Württemberg-Baden, das 1945 in der Amerikanischen Besatzungszone gegründet worden war. 1952 gelangte die Gemeinde zum neuen Bundesland Baden-Württemberg. In der Nachkriegszeit entwickelte sich Kirchberg von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem Pendlerort.[24] Seit der Kreisreform von 1973 ist Kirchberg Teil des Rems-Murr-Kreises.

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Der Gemeinderat in Kirchberg an der Murr hat 14 Mitglieder. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2024
Sitze
2024
%
2019
Sitze
2019
Kommunalwahl 2024
 %
40
30
20
10
0
30,4 %
28,9 %
21,0 %
19,8 %
UBK
BUK
FLK
GGK
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
 %p
   2
   0
  −2
  −4
−0,8 %p
+1,9 %p
−2,3 %p
+1,5 %p
UBK
BUK
FLK
GGK
UBK Unabhängige Bürgerschaft Kirchberg 30,4 4 31,2 4
BUK Bürger Union Kirchberg 28,9 4 27,0 4
FLK Freie Liste Kirchberg 21,0 3 23,3 3
GGK Gesundes Gemeinwesen Kirchberg 19,8 3 18,3 3
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 68,1 % 66,8 %

Bürgermeister ist Frank Hornek (parteilos). Er wurde am 4. Februar 2018 mit 94,6 % der abgegebenen Stimmen für eine vierte Amtszeit im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 34,8 %.

Schultheißen und Bürgermeister

Die Schultheißen waren zumeist wohlhabende und angesehene Landwirte, die man umgangssprachlich auch Bauraschultes (Bauernschultes) nannte. Erst 1930 wurde in Württemberg die Amtsbezeichnung Schultheiß durch Bürgermeister ersetzt.

Schultheißen

Liste der Schultheißen (unvollständig, Amtszeiten teilweise unklar):

  • um 1320: Friedrich (Fritz) Gaisberg
  • um 1393: Konrad (auch Conrad oder Conz) Gaisberg[25]
  • um 1436: Konrad Honacker[26]
  • um 1481: Werner Ortwin[26]
  • ca. 1562 1576: Balthasar Zimmermann[26]
  • 1581–1601: Hans Orthwein[26]
  • 1601–1619: Hans Zimmer[26]
  • 1619–1626: Balthasar Plieninger[26]
  • 1626–1628: Hans Feilmetzer (auch Feilmetzger)[26]
  • 1628–1641: Caspar Golckh, Bader[26]
  • 1642–1666: Peter Feilmetzger[27]
  • 1666–?: Christoph Lempp[27]
  • um 1689: Conrad Gleich[27]
  • um 1690: Martin Zimmer[27]
  • 1699–1727: Paul Bühlmeyer[27]
  • ab 1727: Johann Daniel Hartmann[27]
  • 1737–1755: Johann Erhard Orthwein[27]
  • um 1755: Johann Friedrich Schweickherr, Vogtei-Schreiber[27]
  • 1759–1794: Friedrich Ludwig Pfitzenmaier, Oberförster[28]
  • 1794–1824: Caspar Holderle[28]
  • 1824–1827: Georg Jakob Layher[28]
  • 1827–1830: Carl Ludwig Steidle, Gastwirt[28]
  • 1831–1841: Christoph von Renz, Hauptmann a. D., Gutsbesitzer in Cleebronn[28]
  • 1841–1851: Heinrich Müller, Verwaltungsbeamter[28]
  • 1851–1869: Ludwig Schwaderer, Metzger und Gastwirt[28]
  • 1869–1887: Eduard Friedrich Henrichsen, Verwaltungsbeamter[29]
  • 1887–1929: Wilhelm Bopp[29]
  • 1929–1930: Ernst Gotthilf Silcher[29]

Mit der Gemeindereform wurde zum 1. Dezember 1930 die Bezeichnungen Schultheiß in Bürgermeister geändert und die Schultheißenämter in Bürgermeisterämter umbenannt.

Bürgermeister

  • 1930–1933: Ernst Gotthilf Silcher[29]
  • 1934–1939: Paul Gottlob Roller[29]
  • 1939–1946: Walter Bender[29]
  • 1942–1948: Karl Layher, Landwirt (von 1942 bis 1946 als Amtsverweser für den zur Wehrmacht eingezogenen W. Bender)[29]
  • 1948–1978: Walter Klenk[29]
  • 1978–1994: Erhard Häußermann[29]
  • seit 1994: Frank Hornek (parteilos)[30]

Wappen und Flagge

Die Gemeinde Kirchberg an der Murr führt ein Gemeindewappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "In rotem Wappenschild auf grünem Berge eine silberne (weiße) Kirche".[31]

Wappenbegründung: Die Gemeinde führt das redende Wappen seit 1937. Auf Antrag der Kommune verlieh am 24. Juli 1959 das baden-württembergische Innenministerium der Gemeinde Kirchberg das Recht, das beschriebenen Wappen zu führen.[31]

Die Gemeindefarben sind Weiß-Rot. Die Bannerflagge ist weiß-rot gespalten mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte. Die Fahne wurde 1959 eingeführt.[31]

Wirtschaft

Verkehr

Kirchberg hat seit 1879 Anschluss an die Bahnstrecke Backnang–Ludwigsburg. Mit der Eröffnung der Verlängerung der S-Bahn-Linie S4 zwischen Marbach und Backnang am 8. Dezember 2012 ist die Gemeinde an das Stuttgarter S-Bahn-Netz angebunden.

Durch Kirchberg führt der Stromberg-Murrtal-Radweg, der als Fernradweg von Karlsruhe nach Gaildorf führt und damit den Rheinradweg mit dem Kocher-Jagst-Radweg verbindet.

Bildungseinrichtungen

Die Gemeinde verfügt über eine Grundschule. 2018 wurde die Hauptschule mit Werkrealschule geschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Zu den sehenswerten Bauwerken gehören das Rathaus von 1787 und das alte Pfarrhaus, das 1617 ursprünglich als Privathaus erbaut wurde. Die Lukaskirche wurde in den 1770er Jahren errichtet.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Das Bürgerfest findet Ende Juni, eine Woche vor dem Backnanger Straßenfest statt. Dieses zweitägige Straßenfest wird von den Kirchberger Vereinen veranstaltet.
  • Der Krämermarkt findet zweimal jährlich, im April und September statt. An den Ständen in der Magengasse werden Kleider, Spielsachen, Korbwaren und vieles andere verkauft.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Jürgen Braun (* 1961), Politiker, Mitglied des Bundestags (AfD), lebt in Kirchberg
  • Ian Schölzel (* 1976), Kommunalpolitiker, Landrat, in Kirchberg aufgewachsen

Literatur

  • Kirchberg. In: Christoph Friedrich von Stälin (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Marbach (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 48). H. Lindemann, Stuttgart 1866, S. 213–219 (Volltext [Wikisource]).
  • Helmut Sorg: Streiflichter aus der Geschichte von Kirchberg an der Murr. Natur-Rems-Murr-Verlag, Remshalden-Buoch 1993, ISBN 3-927981-31-1.
Commons: Kirchberg an der Murr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Tabellengruppe 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes zum 31. Dezember 2024 (Hilfe dazu).
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009.
  3. a b Johannes Potratz: Wie unsere Städte und Dörfer entstanden. In: Backnanger Kreiszeitung (Hrsg.): Unsere Heimat. 1975.
  4. a b Otto Kleinknecht: Zur frühesten Geschichte des Murrgaus. In: Ludwigsburger Geschichtsblätter, Heft 19, Verlag J. Aigner, Ludwigsburg 1967, S. 64.
  5. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 512–513.
  6. Hauptsatzung der Gemeinde Kirchberg an der Murr vom 18. September 1980@1@2Vorlage:Toter Link/www.kirchberg-murr.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 111 kB).
  7. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Kirchberg an der Murr.
  8. a b c d e Heiner Kirschmer: Die Römer in und um Backnang. Backnang 1993, S. 12–13.
  9. Beschreibung des Oberamts Marbach, S. 217.
  10. svenbk: Villa Rustica , Kirchberg Murr (Kalkofen). In: Vicus Murrensis. 14. Februar 2025, abgerufen am 28. Dezember 2025 (deutsch).
  11. svenbk: Villa Rustica , Kirchberg Murr (Abstetter). In: Vicus Murrensis. 14. Februar 2025, abgerufen am 28. Dezember 2025 (deutsch).
  12. svenbk: Römisches Siedlungsgebiet , Kirchberg Murr (Untere Au). In: Vicus Murrensis. 12. Februar 2025, abgerufen am 28. Dezember 2025 (deutsch).
  13. Sorg, S. 6.
  14. a b Sorg, S. 11.
  15. Landesarchiv Baden-Württemberg (Hrsg.): Württembergisches Urkundenbuch. Band IX, Nr. 3563, 2016, S. 96.
  16. Rudolf von Niederweißach verkauft dem Kloster Backnang sein Lehenlin zu Oberweißach an das Seelgerät Burkhard Sorrers, Pfarrers zu Kirchberg, um 6 lb. h. Abgerufen am 5. Januar 2026.
  17. Sorg, S. 12.
  18. Gerhard Fritz: Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Stifts Backnang. In: Backnanger Jahrbücher, S. 74.
  19. Sorg, S. 6.
  20. Sorg, S. 24.
  21. Sorg, S. 35.
  22. Sorg, S. 38.
  23. Beschreibung des Oberamts Marbach, S. 216.
  24. https://www.kirchberg-murr.de/index.php?id=33 Geschichte Kirchbergs
  25. Sorg, S. 69.
  26. a b c d e f g h Sorg, S. 70.
  27. a b c d e f g h Sorg, S. 71.
  28. a b c d e f g Sorg, S. 72
  29. a b c d e f g h i Sorg, S. 73.
  30. Hornek will Kirchbergs Bürgermeister bleiben. Abgerufen am 3. Januar 2026.
  31. a b c Geschichte & Wappen. Abgerufen am 1. April 2021.