Kinichi Nakanishi
Kinichi Nakanishi (* 2. März 1892 in Tokio, Japan; † 23. September 1964 in Los Angeles, Kalifornien) war ein japanisch-amerikanischer Maler und Fotograf der Issei-Generation. In den 1920er-Jahren stellte er vor allem in Los Angeles, San Diego und San Francisco impressionistisch geprägte Landschaften und Porträts aus.[1]
Leben
Kinichi Nakanishi wurde als Sohn von Mitsu (geb. Hayakawa) und Tojiro Nakanishi in Tokio geboren. Nach dem Abschluss eines Studiums an einer Gartenbauhochschule wanderte er im Jahr 1914 in die Vereinigten Staaten aus. Am 11. August 1914 traf er in San Francisco mit dem Schiff S.S. Shinyo Maru ein und reiste anschließend nach Los Angeles weiter. Ab 1917 absolvierte er, während er als Kassierer bei der Zeitung Los Angeles Sun arbeitete, ein Kunststudium bei den Landschaftsmalern Dana Bartlett und Henry W. Cannon sowie beim Aquarellmaler Jack Wilkinson Smith.[1]
Er gehörte zu den frühen Mitgliedern der Art Students League of Los Angeles, deren Schülerkreis zahlreiche japanischstämmige Künstler umfasste. 1920 nahm er an der 11th Annual Gold Medal Juried Exhibition des Museums of History, Science and Art in Los Angeles teil, die vom California Art Club kuratiert wurde, dessen Mitglied er ebenfalls war. Im selben Jahr wurden seine Werke Five P.M. und Poetry of the Trees in einer Ausstellung des California Art Club in der San Diego Gallery of Fine Arts gezeigt. 1922 wurde sein Gemälde Bathers im Katalog der zweiten Ausstellung der East West Art Society in San Francisco reproduziert. Seine letzte bekannte Ausstellung fand 1923 mit der Group of Independent Artists in Los Angeles statt.[1]
Laut der Volkszählung von 1930 arbeitete Kinichi Nakanishi als Verkäufer in einem Geschäft für Künstlerbedarf und lebte in der San Pedro Street in Los Angeles. Vermutlich war er im Iwata Art Store in Little Tokyo beschäftigt. Am 9. Juli 1933 heiratete er die Issei Aiko Sato, doch die Ehe wurde bereits am 29. Dezember 1933 geschieden. Am 23. September 1935 heiratete er in Orange, Kalifornien, Chiyo Machikawa. Auf der Heiratsurkunde bezeichnete er sich als Fotograf.[1]
Internierung 1942–1945
Im Jahr 1942 wurden Kinichi Nakanishi und seine Ehefrau Chiyo zunächst in das Santa Anita Assembly Center und von dort aus in das Internierungslager Jerome in Arkansas überstellt. Dort arbeitete er als Lehrer an der Kunstschule des Lagers und stellte eigene Arbeiten aus. Die Lagerunterlagen verzeichnen ihn zudem als Fotolaboranten. In einem Bericht der Denson Tribune vom 13. August 1943 wird seine Beteiligung an einer Ausstellung des Kunstlehrgangs der Highschool im Block 23-1-C/D erwähnt. Nach der Schließung des Lagers Jerome im Juni 1944 wurden beide in das Lager Granada (Amache) in Colorado verlegt. 1945 verließen sie das Lager: Chiyo kehrte nach Los Angeles zurück, während Nakanishi im Mai 1945 nach New York abreiste. Angaben über seine Tätigkeit dort sind nicht bekannt.[1]
Nach dem Krieg lebte das Ehepaar wieder in Los Angeles und nahm gemeinsam den Familiennamen Machikawa an. Am 11. November 1954 wurde er unter dem Namen Kinichi Machikawa naturalisiert. Als Wohnsitz ist die 2520 E. 2nd Street in Los Angeles verzeichnet. Kinichi Nakanishi starb am 23. September 1964 in Los Angeles. Hinweise auf eine Wiederaufnahme seiner künstlerischen Tätigkeit nach 1945 liegen nicht vor.[1]
Literatur
- Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson, Paul J. Karlstrom (Hrsg.): Asian American Art: A History, 1850–1970. Stanford University Press, Stanford 2008.
- Edan Milton Hughes: Artists in California, 1786–1940. Hughes Publishing Company, San Francisco 1989.
Weblinks
- Densho Encyclopedia
- askART
- California Asian American artists biographical survey records, circa 1850–2007