Kim Yŏng-nam

Kim Yŏng-nam (2014)

Koreanische Schreibweise
Chosŏn’gŭl 김영남
Hancha 金永南
Revidierte
Romanisierung
Gim Yeong-nam
McCune-
Reischauer
Kim Yŏngnam

Kim Yŏng-nam (auch Kim Jongnam[1] geschrieben; * 4. Februar 1928 im Landkreis Myŏngch’ŏn-gun, Unterprovinz Kankyō-hokudo, Japanisches Kaiserreich; † 3. November 2025 in Pjöngjang[2]) war ein nordkoreanischer Politiker.

Er war von 1983 bis 1998 Außenminister und von 1998 bis April 2019 Vorsitzender des Präsidiums der Obersten Volksversammlung der DVRK, damit protokollarisches Staatsoberhaupt des Landes, und seit 1980 Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees (ZK) der Partei der Arbeit Koreas (PdAK). Seit Oktober 2010 war er auch Mitglied des Präsidiums des Politbüros der Partei der Arbeit Koreas.[3]

Leben

Kim Yŏng-nam wurde geboren, als Korea eine Provinz des Japanischen Kaiserreichs war. Nach japanischer Lesung von 金永南 lautet sein Name Kin Einan. In den 1950er Jahren studierte er in der Sowjetunion und wurde stellvertretender Vorsitzender des Komitees für Kulturelle Auslandsbeziehungen und des Nationalen Komitees für den Schutz des Friedens. Ab 1956 war er in der Abteilung für Außenpolitik beim ZK der PdAK tätig. 1961 wurde er stellvertretender Vorsitzender der PdAK in der Provinz Süd-Hamgyŏng, etwa 1970 Mitglied des ZK der PdAK und 1972 Vorsitzender der Abteilung Außenpolitik des ZK der PdAK.

Von 1983 bis 1998 war er Minister für Auswärtige Angelegenheiten der DVRK.

Er galt formell als „Nummer zwei“ der Staatsführung der DVRK hinter Kim Jong-il, der bis zu seinem Tode am 17. Dezember 2011 Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission der DVRK und Generalsekretär der PdAK war. Unter Kim Jong-ils Sohn und Nachfolger Kim Jong-un behielt Kim Yŏng-nam seine Posten. Medienberichte sahen seine Position nach der Hinrichtung Jang Song-thaeks, der als Strippenzieher im Hintergrund galt, gestärkt.[4]

Sonstiges

Kim Yŏng-nams jüngerer Bruder Kim Ki-nam (1929–2024) war ebenfalls hoher Parteifunktionär. Er war für Medien und Kultur zuständig und galt als führender Ideologe der Staatspartei.[4]

Commons: Kim Yŏng-nam – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Dynamische Entwicklung der engen Beziehungen DDR-KDVR. (PDF; 1,7 MB) In: Neues Deutschland. 8. Dezember 1984, S. 1, archiviert vom Original am 5. Juli 2010; abgerufen am 9. Mai 2024 (B-Ausgabe).
  2. Shreyas Reddy: Kim Yong Nam, North Korea’s former nominal head of state, dies at 97. In: NK News. 4. November 2025, abgerufen am 4. November 2025 (englisch).
  3. The Pyongyang Times, 2. Oktober 2010, S. 4.
  4. a b Uwe Schmitt: Nordkorea: Ein verglühter Basketball-Star spielt Kims Hofnarr. In: welt.de. 20. Dezember 2013, abgerufen am 8. Mai 2024.