Kieferntrogon

Kieferntrogon

Kieferntrogon (Euptilotis neoxenus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Trogone (Trogoniformes)
Familie: Trogone (Trogonidae)
Gattung: Euptilotis
Art: Kieferntrogon
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Euptilotis
Gould, 1858
Wissenschaftlicher Name der Art
Euptilotis neoxenus
(Gould, 1838)

Der Kieferntrogon (Euptilotis neoxenus) ist eine Vogelart aus der Familie der Trogone, die im westlichen Mexiko im Sierra-Madre-Occidental-Gebirge vorkommt.

Merkmale

Kieferntrogone erreichen eine Gesamtlänge von 30,5 bis 35,5 Zentimeter und ein Gewicht von 103 bis 148,5 Gramm. Weibchen sind im Durchschnitt etwas schwerer als die Männchen. Beide Geschlechter sind überwiegend grün gefärbt, der Bauch ist rot. Die Schwanzunterseite ist weiß, die Oberseite ist bläulich. Der Kopf der Männchen ist schwärzlich und ihr grüner Rücken schimmert bläulich. Weibchen sind ähnlich, aber insgesamt unscheinbarer gefärbt. Die Iris ist dunkelbraun, der Augenring ist grau, der Schnabel ist grau-blau, seine Basis ist schwarz, das Schnabelinnere ist orange. Beine und Zehen sind braun.[1]

Vom Bronzetrogon (Trogon mexicanus), der ebenfalls in der Sierra Madre Occidental vorkommt, kann der Kieferntrogon leicht durch den größeren Weißanteil an der Färbung der Schwanzunterseite unterschieden werden.[1]

Lebensraum und Lebensweise

Der Kieferntrogon kommt in der Sierra Madre Occidental in Höhen zwischen 1800 und 3000 Metern in immergrünen Kiefern- und Kiefern-Eichenwäldern vor. Das Verbreitungsgebiet reicht vom Norden von Chihuahua und Sonora über Durango, Zacatecas und Nayarit bis Michoacán im Süden. Er war in Mexiko endemisch, seit 1977 wurden immer wieder einzelne Exemplare im Süden von Arizona und New Mexico beobachtet. Etabliert ist er dort jedoch noch nicht. Der Kieferntrogon ernährt sich wahrscheinlich vor allem von Insekten und Früchten und frisst unter anderem Raupen und andere Insektenlarven, Laubheuschrecken, Motten, Brombeeren und die Früchte der Erdbeerbäume.[1]

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungsaktivitäten der Kieferntrogone beginnen zwischen Juni und August und enden im Oktober. Möglicherweise sind sie abgestimmt mit der von Juli bis August dauernden Regenzeit; da es danach besonders viele Früchte und Insekten gibt. Die Vögel brüten in Baumhöhlen, die natürlich entstanden oder z. B. von großen Spechten angelegt wurden. Das Gelege besteht aus 2 bis 4 hellblauen bis grünlich-blauen Eiern, die ca. 22 Tage lang bebrütet werden. Beide Eltern füttern die Jungvögel, die nach dem Schlupf zunächst blind und unbefiedert sind. Das Gefieder beginnt am 5 Tag zu wachsen und ist nach 10 bis 16 Tagen voll ausgebildet. Die Jungvögel werden 29 bis 31 Tage nach dem Schlupf flügge.[1]

Systematik

Der Kieferntrogon wurde 1838 durch den britischen Ornithologen John Gould unter der Bezeichnung Trogon neoxenus erstmals wissenschaftlich beschrieben.[2] Zwanzig Jahre später führt Gould die Gattung Euptilotis ein,[3] zu der nur der Kieferntrogon gehört. Euptilotis ist die Schwestergattung von Pharomachrus, zu der auch der bekannte Quetzal (Pharomachrus mocinno) gehört.[4]

Gefährdung

Nach Angaben der IUCN ist der Bestand des Kieferntrogons ungefährdet. 2020 wurde die Anzahl geschlechtsreifer Exemplare auf 20.000 bis 50.000 Individuen geschätzt.[5]

Einzelnachweise

  1. a b c d E. R. Gulson (2020). Eared Quetzal (Euptilotis neoxenus), Version 1.0. In Birds of the World (T. S. Schulenberg, Hrsg.). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. doi: 10.2173/bow.earque.01
  2. a b J. Gould (1835–1838): A monograph of the Trogonidae, or family of trogons. 1st. Edition. London DOI: 10.5962/bhl.title.123276
  3. J. Gould (1858): A monograph of the Trogonidae, or family of trogons. ed.2 pt1 pl.4
  4. Carl H. Oliveros, Michael J. Andersen, Peter A. Hosner, William M. Mauck, Frederick H. Sheldon, Joel Cracraft, Robert G. Moyle: Rapid Laurasian diversification of a pantropical bird family during the Oligocene–Miocene transition. In Ibis. Band 162, Nr. 1, 2020, S. 137–152, doi:10.1111/ibi.12707.
  5. Euptilotis neoxenus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2020. Eingestellt von: BirdLife International, 2020. Abgerufen am 12. Dezember 2025.