Kia Vahland
Kia Vahland (* 1970) ist eine deutsche Kunsthistorikerin, Journalistin und Sachbuchautorin.
Leben
Kia Vahland wurde nach einem Zeitungsvolontariat und Studium der Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Rom, Hamburg und Dijon über Sebastiano del Piombos lyrische Frauenbildnisse bei Martin Warnke in Hamburg promoviert.
Sie war als Redakteurin für die Zeitschrift Art – Das Kunstmagazin und Redakteurin bei der ZDF-Sendung „Willemsens Woche“.[1][2] Seit 2008 arbeitet sie als Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, wo sie bis 2017 das Kunstressort im Feuilleton leitete und 2018 das SZ-Meinungsressort mitgründete.[3] Sie ist Kolumnistin bei Radio Bremen Zwei[4] und dem Schweizer Onlinemagazin Republik[5] und schreibt historische Porträts und Essays für Geo Epoche.[6] Zudem unterrichtet sie am Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München[7], der Hochschule für Musik und Theater München[8] und der Deutschen Journalistenschule München. Vahland wirkte in 2020 und 2021 als Sprecherin der ersten Jury des Deutschen Sachbuchpreises vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.[9][10] Ihre eigene Arbeit wurde unter anderem mit dem Michael-Althen-Preis der Frankfurter Allgemeinen Zeitung 2016 ausgezeichnet und für den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse 2019 nominiert.[11][12]
Vahland schreibt über Themen der Kunst, Kultur, Politik und Geschichte.[13] Ihr Themenspektrum reicht von der Zeitgeschichte über Erinnerungskultur bis zum Klimawandel in Städten.[14][15][16] Sie recherchierte für die Süddeutsche Zeitung etliche NS-Raubkunstfälle, darunter zu Wassily Kandinskys Gemälde „Das bunte Leben“[17] und im Rahmen der Panama-Papers-Enthüllungen zu „Homme assis appuyé sur une canne“ von Amedeo Modigliani.[18] Vahland deckte mehrere Fehlzuschreibungen von Kunstwerken an berühmte Altmeister auf.[19] Als eine der ersten kritisierte sie die Zuschreibung des Gemäldes „Salvator Mundi“ an Leonardo da Vinci[20][21] und des „Julius II.“-Porträts aus dem Frankfurter Städel[22] an Raffael.[23]
In ihren kunsthistorischen Büchern, Kolumnen und Fernsehauftritten[24][25] wirft sie einen gegenwärtigen Blick auf berühmte Werke alter Meister. »Vahland erdet auffällig diszipliniert jede ihrer visuellen Assoziationen, Spielereien durch hartes Quellenstudium und soziologische und zeitgeschichtliche Bezüge«, urteilte Die Welt.[26]
Auszeichnungen, Nominierungen und Stipendien (Auswahl)
- Fellowship am Thomas Mann House, Los Angeles[27]
- Fellowship am Wissenschaftskolleg zu Berlin (Institute for Advanced Study)[28]
- Senior Fellowship am Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald[29]
- Fellowship am Cluster of Excellence „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz[30]
- Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse (Nominierung) für Leonardo da Vinci und die Frauen. Eine Künstlerbiographie, erschienen 2019 im Insel Verlag[31]
- Stipendium am Deutschen Studienzentrum Venedig[32]
- Gewählt unter die zehn Kulturjournalisten des Jahres 2017 (Medium Magazin)[33]
- Nannenpreis 2017 (Shortlist), Kategorie Investigation, für „Panama Painting“[34] (erschienen in der Süddeutschen Zeitung, Buch Zwei, am 9. April 2016)[35]
- Michael-Althen-Preis für Kritik 2016 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit der Reportage Meister, die vom Himmel fallen (erschienen in der Süddeutschen Zeitung, Buch Zwei, am 2. Oktober 2015)
- Reporterpreis 2016, Beste Reportage (Nominierung) für „Panama Painting“ (erschienen in der Süddeutschen Zeitung, Buch Zwei, am 9. April 2016)[36]
- Kritikerpreis des HBS Kulturfonds 2015 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung[37]
- Journalist in Residence Fellowship 2025/2026 des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung.[38]
Schriften (Auswahl)
- Sebastiano del Piombo. Ein Venezianer in Rom. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7757-2144-8 (Biografie; 95 S.).
- Michelangelo & Raffael. Rivalen im Rom der Renaissance. C. H. Beck Verlag, München 2012, ISBN 978-3-406-63993-7 (207 S.).
- Lorbeeren für Laura. Sebastiano del Piombos lyrische Bildnisse schöner Frauen (= Studi. Schriftenreihe des Deutschen Studienzentrums in Venedig. N. F., Band 4). Akademieverlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-05-004937-3, urn:nbn:de:101:1-2019022016341565133776 (271 S.).
- Ansichtssachen. Alte Bilder, neue Zeiten (= Insel-Bücherei. Nr. 1448). Insel Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-458-19448-4 (Aufsatzsammlung, 110 S.).
- Leonardo da Vinci und die Frauen. Eine Künstlerbiografie. Insel Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-458-17787-6 (347 S.).[1]
- The Da Vinci Women. The Untold Feminist Power of Leonardo’s Art, Black Dog & Leventhal, New York 2020.[39]
- Schattenkünstler. Von Caravaggio bis Velázquez. Insel Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-458-19506-1 (115 S.).
- Giovanni Boccaccio: Von berühmten Frauen (Nachwort), C. H. Beck Verlag 2021.[40]
- Gartenreich Wörlitz. Ausflug in eine Utopie. Insel Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-458-19499-6 (85 S.). (Insel-Bücherei 1499).[41]
- Farbe bekennen. Alte Bilder, neue Zeiten. Insel Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-458-19528-3. (Insel-Bücherei 1528).[42]
- Caspar David Friedrich und der weite Horizont. Insel Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-458-19535-1.
- Kunstgeschichten. Alte Bilder, neue Zeiten. Suhrkamp / Insel Bücherei, Berlin 2025, ISBN 978-3-458-19551-1.
Weblinks
- Literatur von und über Kia Vahland im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Dr. Kia Vahland. bei kress.de (Biogramm)
- Kia Vahland als Autorin bei der Süddeutschen Zeitung
- Literatur von Kia Vahland erschienen beim Suhrkamp Verlag
- Kia Vahland als Lehrbeauftragte an der LMU München
- Literaturagentur von Kia Vahland
- Kia Vahland als Kolumnistin für Bremen Zwei
Einzelnachweise
- ↑ Kia Vahland. Süddeutsche Zeitung, 31. März 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Kia Vahland: Kia Vahland. 17. August 2024, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Kia Vahland. Süddeutsche Zeitung, 31. März 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Kunst Kolumne – Bremen Zwei. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Vahland. In: Republik. 14. März 2022 (republik.ch [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
- ↑ Kia Vahland. 17. September 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Dr. Kia Vahland – Institut für Kunstgeschichte – LMU München. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Dr. Kia Vahland. In: HMTM. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Deutscher Sachbuchpreis 2021: Jury nominiert acht Sachbücher. In: buchreport. 6. April 2021, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Deutscher Sachbuchpreis: Deutscher Sachbuchpreis 2021 – Preisverleihung auf YouTube, 20. August 2021, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Kia Vahland auf suhrkamp.de. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 15. Juni 2022; abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Preis der Leipziger Buchmesse – Die 15 Buchtitel der Shortlist. In: Deutschlandfunk Kultur. Deutschlandradio, 14. Februar 2019, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Kia Vahland. Süddeutsche Zeitung, 31. März 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Kia Vahland: Polens Solidarität mit der Ukraine erklärt sich aus eigener Geschichte. 24. August 2023, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Kia Vahland: NS-Erinnerungskultur ist Fehlerkultur. 6. September 2023, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Kia Vahland: Der große Umbau. Süddeutsche Zeitung, 16. November 2023, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Ist „Das bunte Leben“ von Kandinsky NS-Raubkunst? 3. März 2017, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Panama Painting. Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Publikationen – Institut für Kunstgeschichte – LMU München. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Auf den Spuren eines Genies. In: Süddeutsche Zeitung. 9. November 2011.
- ↑ Salvator Mundi: Warum die „männliche Mona Lisa“ so umstritten ist. 25. Dezember 2023, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Städel erwarb Portrait Papst Julius' von Raffael und Werkstatt. Abgerufen am 1. November 2025.
- ↑ Von Arno Orzessek. In: Deutschlandfunk Kultur. Deutschlandradio, 3. November 2012, abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Dokus & Reportagen im BR: Caspar David Friedrich – hier anschauen. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Giganten der Kunst: Caspar David Friedrich – hier anschauen. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Leonardo da Vinci war ein Feminist – WELT. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
- ↑ Vahland. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Wissenschaftskolleg zu Berlin. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Vahland, Dr. Kia – Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Ehemalige Journalists-in-Residence | Cluster Alumni | Personen | Über uns | The Politics of Inequality. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Leonardo da Vinci und die Frauen. Buch von Kia Vahland (Insel Verlag). Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2025; abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Kia Vahland. In: Deutsches Studienzentrum in Venedig. Abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Kia Vahland. In: medium magazin. Abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Panama Painting. Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
- ↑ Nannen-Preis. - 2017. Abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Bernd Wilken: Reporter-Forum: 2016. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 14. August 2025; abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Marco Raupach: Kia Vahland ist Gewinnerin des Kritikerpreises des hbs kulturfonds. In: Museumsreport. 19. Oktober 2015, abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Journalist in Residence. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
- ↑ Kia Vahland: Kia Vahland. In: Hachette Book Group. 5. Februar 2019, abgerufen am 6. November 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Boccaccio, Giovanni | Von berühmten Frauen. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 9. August 2025; abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Kia Vahland über Wörlitz. Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 25. April 2022.
- ↑ Kia Vahland über die Aktualität berühmter Gemälde. Süddeutsche Zeitung, 17. Oktober 2023, abgerufen am 20. Oktober 2023.