Kerstin Schankweiler
Kerstin Schankweiler (* 1976 in Trier) ist eine deutsche Kunsthistorikerin. Seit 2019 ist sie Professorin für Bildwissenschaft im globalen Kontext an der Technischen Universität Dresden.
Leben
Schankweiler absolvierte ein Studium der Kunstgeschichte mit den Nebenfächern Klassische Archäologie und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Trier und der University of Queensland, wofür sie 2000 ein einjähriges Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes erhielt. Von 2002 bis 2008 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für verschiedene Museen tätig, im Besonderen die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, das Museum Ludwig sowie das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln.
2008 promovierte sie bei Viktoria Schmidt-Linsenhoff an der Universität Tier mit einer Dissertation zum Gegenwartskünstler Georges Adéagbo aus Benin. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts war Schankweiler von 2008 bis 2010 am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln tätig. Von 2010 bis 2015 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Kunst Afrikas des Kunsthistorischen Instituts der Freien Universität Berlin und von 2015 bis 2019 ebendort als Postdoktorandin am Teilprojekt Affektive Dynamiken von Bildern im Zeitalter von Social Media des Sonderforschungsbereichs Affective Societies tätig. In dieser Zeit war sie Mitinitiatorin des Research Network for Transcultural Practices in the Arts and Humanities (2017–2018).[1] Von 2016 bis 2024 war sie Fachredakteurin der Rezensionsjournale Kunstform und sehepunkte für den Schwerpunkt Kunstgeschichte und Kunsttheorie im Kontext des Globalen und Postkolonialen. Seit 2023 ist sie Mitglied des Editorial Boards der Zeitschrift 21: Inquiries into Art, History, and the Visual.[2]
Zum Juli 2019 trat Schankweiler die Juniorprofessur für Künste der Gegenwart an der Universität Siegen[3] an, folgte jedoch schon zum Oktober 2019 dem Ruf auf die Professur für Bildwissenschaft im globalen Kontext an das Institut für Kunst- und Musikwissenschaften der Technischen Universität Dresden.[4] Von Januar 2020 bis Ende 2024 war sie Mitglied des DFG-Netzwerks Kulturen ästhetischen Widerstands, welches im November 2024 seinen Abschluss fand.[5]
Kerstin Schankweiler ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern.
Forschungsschwerpunkte
Schankweiler forscht schwerpunktmäßig im Bereich der digitalen Bildkulturen sowie der Kunstgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts im globalen Kontext mit einem Fokus auf Afrika. Sie vertritt dabei das Modell einer transkulturellen Kunstgeschichtsschreibung. Weitere ihrer Forschungsschwerpunkte sind Affektökonomien, audiovisuelle Medien sowie Postkoloniale Theorien und Geschlechterstudien.
Schriften (Auswahl)
- Monografien
- Die Mobilisierung der Dinge: Ortsspezifik und Kulturtransfer in den Installationen von Georges Adéagbo. Transcript, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8376-2090-0.
- Bildproteste: Widerstand im Netz. Wagenbach, Berlin 2019, ISBN 978-3-8031-3688-6.
- Bildproteste: Digitale Bildkulturen. Wagenbach, Berlin 2019, ISBN 978-3-8031-4264-1.
- Herausgeberschaften
- mit Anna Pawlak: Ästhetik der Gewalt – Gewalt der Ästhetik. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaft, Weimar 2013, ISBN 978-3-89739-734-7.
- mit Verena Straub und Tobias Wendel: Image Testimonies. Witnissing in Times of Social Media. Routledge, London 2019.
- mit Eva-Maria Troelenberg und Anna Sophia Messner: Reading Objects in the Contact Zone Heidelberg University Publishing, Heidelberg 2021, ISBN 978-3-96822-049-9.
- mit Hilke Wagner, Mathias Wagner und Kathleen Reinhardt: Revolutionary Romances? Globale Kunstgeschichten in der DDR. Spector Books, Leipzig 2024, ISBN 978-3-95905-781-3.
Weblinks
- Literatur von Kerstin Schankweiler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kerstin Schankweiler auf der Website der Technischen Universität Dresden
- Kerstin Schankweiler auf der Website der Freien Universität Berlin
Einzelnachweise
- ↑ Executive Committee. 16. September 2016, abgerufen am 31. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ 21: Inquiries into Art, History, and the Visual. Abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ Neue ProfessorInnen. In: uni-siegen.de. Universität Siegen, 20. August 2019, abgerufen am 11. Dezember 2023.
- ↑ Jana Hartmann: Prof. Dr. Kerstin Schankweiler – Neue Professorin für „Bildwissenschaft im globalen Kontext“ am Institut für Kunst- und Musikwissenschaften. In: tu-dresden.de. Technische Universität Dresden, 30. Oktober 2019, abgerufen am 11. Dezember 2023.
- ↑ The Network. In: DFG-Netzwerk „Cultures of Aesthetic Resistance“. 26. Januar 2020, abgerufen am 31. Oktober 2025 (englisch).