Kenny Baker (Entertainer)
Kenneth „Kenny“ Laurence Baker (* 30. September 1912 in Monrovia, Kalifornien; † 10. August 1985 in Solvang, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Sänger, Schauspieler und Entertainer.
Leben und Karriere
Baker studierte in den frühen 1930er-Jahren Musik am Long Beach City College in Los Angeles, als er mit dem Gewinn eines Radiowettbewerbes einen ersten Erfolg verbuchen konnte. Sein Preis war ein Engagement als Sänger im beliebten Nachtlokal Cocoanut Grove im Ambassador Hotel, Los Angeles.[1] Der Tenorsänger war ebenfalls ab etwa 1933 Mitglied des Studiochores von Warner Brothers und wirkte in diesem Zusammenhang auch im Abspann ungenannt am Musicalfilm Parade im Rampenlicht mit.
Bakers Durchbruch fiel in das Jahr 1935, als ihn der Entertainer Jack Benny im Cocoanut Grove singen sah und für seine Radioshow – eine der populärsten der USA – verpflichtete.[1] Baker trat erstmals am 3. November 1935 in Bennys Radiosendung The Jack Benny Program auf, in der er anschließend wöchentliche Auftritte mit jeweils einer Gesangseinlage hatte. Als Sänger innerhalb der Sendung war er der Ersatz für den allgemein beliebten Frank Parker. Nach Parkers Weggang war spekuliert worden, ob Benny einen großen Teil seines Publikums verlieren würde; Kenny Baker gefiel jedoch schnell großen Teilen des Publikums und übertraf bald Parker an Beliebtheit.[2] Baker verkörperte in der Sendung einen netten jungen Mann mit hoher Stimme, dessen häufige Unbedarftheit und Naivität die Hauptfigur von Jack Benny oft zur Verzweiflung brachte. Im Sommer 1939 verließ Baker das Jack Benny Program; über die Ursache gab es verschiedene Spekulationen, die von Gehaltsstreitigkeiten bis (von Baker angegeben) Frustration über das Festlegen auf die Persona des naiven jungen Mannes reichten.[3] Nach Bakers Weggang spielte Dennis Day den Rollentyp des etwas einfach gestrickten Sängers bis zum endgültigen Ende des Jack Benny Programs im Jahr 1965.
Dank seiner wachsenden Popularität durch die Radioauftritte erhielt Baker ab 1937 auch eine Reihe von Film-Hauptrollen. In Mr. Dodd Takes the Air spielte er etwa den gesanglich talentierten, arglosen Elektriker Claude Dodd, der mit allen Mitteln zum Gesangsstar gemacht werden soll. 1939 sah man ihn in einer tragenden Nebenrolle als sympathischen Zirkusbesitzer an der Seite der Marx Brothers in Die Marx Brothers im Zirkus. Weitere Hauptrollen hatte Baker in Victor Schertzingers Operettenverfilmung The Mikado (1939) und dem Musicalfilm Hit Parade of 1941 (1941). Seine vorletzte Kinorolle hatte er 1946 an der Seite von Judy Garland in dem erfolgreichen Musicalfilm The Harvey Girls von MGM. Insgesamt drehte er über zwei Dutzend Filme. Am Broadway übernahm er 1943 eine der Hauptrollen in der Originalproduktion von Kurt Weills Musical One Touch of Venus.
Im Laufe seiner Karriere nahm Baker mindestens über 70 Schallplatten auf,[4] unternahm zahlreiche Konzertreisen und Radioauftritte. Er wirkte noch mehrmals an Bennys Sendung als Gast mit, sang aber auch häufiger in der Show von Bennys Konkurrenten Fred Allen. In den frühen 1940ern tourte er mit Frances Langford durch die USA.[1] 1947 hatte Baker kurzzeitig seine eigene Radioshow The Kenny Baker Show.[5] Doch bereits Anfang der 1950er-Jahre zog er sich aus dem Showgeschäft weitgehend zurück; in einem Interview erklärte er später, seine vielen Touren durch die Vereinigten Staaten hätten ihn fast zum Fremden für seine eigenen Kinder werden lassen.[1] Baker war Anhänger der Christlichen Wissenschaft und hielt in späteren Jahren Vorträge zu religiösen Themen. Auch nahm er mehrere Alben mit religiöser Thematik auf, beispielsweise mit gesungenen Bibelversen.[6]
Aus seiner Ehe mit Geraldyne Louise Churchill, die von 1933 bis zur Scheidung 1968 währte, hatte er zwei Kinder. Baker starb 1985 im Alter von 72 Jahren an einem Herzinfarkt.[1] An ihn erinnert ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in der Kategorie Radio.
Filmografie
- 1933: Parade im Rampenlicht (Footlight Parade)
- 1933: Der Weihnachtsmann kommt (The Night Before Christmas, Kurzfilm)
- 1934: Der Raub der Frühlingsgöttin (The Goddess of Spring, Kurzfilm, Stimme)
- 1934: College Rhythm
- 1935: George White’s 1935 Scandals
- 1935: Memories and Melodies (Kurzfilm)
- 1935: Metropolitan
- 1936: King of Burlesque
- 1937: The King and the Chorus Girl
- 1937: Turn Off the Moon
- 1937: Die Marx Brothers: Ein Tag beim Rennen (A Day at the Races) (Cameo-Auftritt)
- 1937: Mr. Dodd Takes the Air
- 1937: 52nd Street
- 1938: The Goldwyn Follies
- 1938: Radio City Revels
- 1939: The Mikado
- 1939: Die Marx Brothers im Zirkus (At the Circus)
- 1940: Hit Parade of 1941
- 1943: Silver Skates
- 1943: Stage Door Canteen
- 1943: Doughboys in Ireland
- 1946: The Harvey Girls
- 1947: Calendar Girl
- 1951: Musical Comedy Time (Fernsehserie, Folge Miss Liberty)
Weblinks
- Kenny Baker bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Burt A. Folkart: Benny Show Singer Kenny Baker Dies : Tenor Also Appeared in Hit Films and Broadway Musicals. 5. Oktober 1985, abgerufen am 30. September 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Fein, Irving A. (1977): Jack Benny – An Intimate Biography. G. P. Putnam's Sons. S. 64.
- ↑ Tralfaz: Why Kenny Baker Quit Jack Benny. In: Tralfaz. 13. November 2011, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Kenny Baker (2). Abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
- ↑ This Day in Jack Benny: The Kenny Baker Show (BONUS). Abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
- ↑ 0.0 - Christian Science Hymns and Other Music - Kenny Baker - Vocalist - Index - Mary Baker Eddy Institute. 14. Februar 2020, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).