Kenji Herbert

Kenji Herbert (* um 1988 in Wien) ist ein japanisch-österreichischer Jazz- und Improvisationsmusiker (Gitarre, Komposition).

Leben und Wirken

Herbert wuchs in Osaka und Kobe in Japan auf; sein Vater nahm ihn bereits als kleines Kind mit zu den Konzerten seines Onkels Peter Herbert.[1] Er erhielt eine klassische Ausbildung auf der Geige und spielte sowohl in Schulorchestern als auch in Kammermusikensembles, bevor er zur Gitarre wechselte. 2004 besuchte er die JIMS – summer academy for Jazz and Improvised Music Salzburg.[2] Von 2006 bis 2008 studierte er an der Musikakademie der Stadt Basel bei Wolfgang Muthspiel; seinen Master-Abschluss absolvierte er in Boston am Berklee College of Music, wo er zwischen 2009 und 2011 bei Mick Goodrick und David Tronzo studierte.[3]

Herbert verbrachte zehn Jahre in New York City, wo er sich als Bandleader und Sideman in der kreativen Musikszene etablierte und unter eigenem Namen die Alben Superluminal (2012), The Way the Light Falls (Inner Circle Music, 2016) und As If for Now (Urchin Records, 2021) und im Duo mit Yūsuke Yamamoto Ambient Works sowie mit Vinicius Cajado Uni veröffentlichte. Auch arbeitete er eng mit Arooj Aftab, Yuhan Su, Song Yi-jeon und Zack Nestel-Patt zusammen. Gemeinsam mit Keisuke Matsuno war er einer der Hauptdarsteller in Misaki Matsuis Dokumentarfilm Mit Kenji & Keisuke – Brooklyn, New York, der 2017 erschien.[3]

Seit 2021 lebt Herbert in Wien. Dort leitet er ein Trio mit Vinicius Cajado (Kontrabass) und Lukas König (Schlagzeug), dessen Album A Million Forests of the Fall 2024 bei Unit Records erschien[4] und „im Spannungsfeld zwischen Jazz, Indie-Rock und Ambient Music eine neue überraschungsreiche Dimension erkundet.“[5] Gemeinsam mit Peter Herbert leitet er die Band The Scruffy Herberts. Weiterhin gehört er zu den Bands von András Dés, Matthew Halpin, Jure Pukl, Susanna Gartmayer und Georgia Weber’s Sleeved Hearts. Er ist auch auf Verena Zeiners Radical Care und Anna Sophia Defants s:e zu hören.

2025 wurde Herberts Trio-Album A Million Forests of the Fall mit dem Österreichischen Jazzpreis als bestes Album ausgezeichnet.[5]

Einzelnachweise

  1. Kenji Herbert about Directions in Jazz. In: 15questions.net. 2025, abgerufen am 29. Oktober 2025 (englisch).
  2. Nick Balkin: Jazz at Lincoln Center's “Monday Nights with WBGO” Series to Feature Berklee Global Jazz Institute Octet. In: Berklee. 18. Oktober 2010, abgerufen am 29. Oktober 2025 (englisch).
  3. a b Kenji Herbert. In: Unit Records. Abgerufen am 29. Oktober 2025.
  4. Summer beats + 5 Millionen Pesos: Kenji Herbert. In: Oe1. 22. Juni 2025, abgerufen am 29. Oktober 2025.
  5. a b Österreichischer Jazzpreis an Kenji Herbert Trio und Christian Muthspiel. In: Der Standard. 27. Oktober 2025, abgerufen am 29. Oktober 2025.