Ken Nishi
Ken Nishi (* 7. Juni 1916 in Salinas, Kalifornien; † 7. Dezember 2001 in Tappan, New York) war ein US-amerikanischer Maler japanischer Abstammung (Nisei), der mit verschiedenen Bild- und Werkstoffen wie Aquarell, Öl und Gouache sowie Holz und Stein arbeitete. Sein künstlerisches Schaffen wurde durch seine Ausbildung in Kalifornien, seine Erfahrungen während des Zweiten Weltkriegs und seine späteren Aufenthalte in Nova Scotia geprägt.[1]
Leben
Ken Nishi wurde 1916 in Salinas, Kalifornien, geboren. Während sein Vater an der Modernisierung der landwirtschaftlichen Produktion der Region beteiligt war, war seine Mutter eine versierte Tanka-Poetin. Nach dem Schulabschluss besuchte er das Salinas Junior College, um Kunst zu studieren. 1937 zog er nach Los Angeles, um am Chouinard Art Institute zu studieren. Dort war er unter anderem Schüler von Millard Sheets. Er schloss seine Ausbildung mit Auszeichnung ab. 1939 arbeitete er als Sheets' Assistent an einem Wandbild für die Weltausstellung auf Treasure Island.[1]
Während des Zweiten Weltkriegs diente er in der US-Armee. Gleichzeitig wurde seine Familie in ein amerikanisches Internierungslager für Menschen japanischer Abstammung gebracht. Während seiner Stationierung in Fort Leonard Wood im Bundesstaat Missouri fertigte er Wandmalereien in Freizeiteinrichtungen der Armee an. Ein zeitgenössisches Pressefoto dokumentiert ein von ihm geschaffenes, vierzig Fuß langes Wandbild im Lesesaal des Service Clubs, das eine ländliche Szenerie aus Missouri zeigt und einen afroamerikanischen Landwirt darstellt. In diesen Jahren nahm Ken Nishi zudem an Ausstellungen in St. Louis und Springfield, Missouri, teil.[1] Später hielt Ken Nishi sich im Raum Chicago auf und war dort an weiteren Ausstellungen beteiligt. Dort lernte er Setsuko Matsunaga kennen, die er später heiratete und die eine bedeutende Soziologin und Wissenschaftlerin wurde. In Chicago leitete Nishi den Kunstzirkel „Friday Night Art Club“ und gehörte der Gaka Art Guild an, einer Gruppe überwiegend japanisch-amerikanischer Künstler:innen, die regelmäßig ausstellten.[1]
Nach der Übersiedlung der Familie nach New York im Jahr 1952 war Ken Nishi in verschiedenen kunsthandwerklichen und gestalterischen Bereichen tätig, darunter als Drucker, Bildhauer, Möbelbauer, Lehrer sowie als künstlerischer Leiter des Rockland Center for the Arts. Bereits seit 1949 verbrachte die Familie zudem einen Teil des Jahres in Nova Scotia, was einen prägenden Einfluss auf Nishi und sein späteres Werk hatte. Ken Nishi verstarb am 9. Dezember 2001 in Tappan, New York.[1]
Werk
Ken Nishi arbeitete in unterschiedlichen künstlerischen Medien, darunter Malerei, Zeichnung, Holz- und Stein. Neben seiner eigenen künstlerischen Produktion engagierte er sich über viele Jahre als Kunstlehrer, Werkstattleiter und Organisator lokaler Kunstprogramme.[2]
Einzelausstellungen
- 1942: Ozark Arts and Crafts Gallery, Springfield (Missouri)
- 1943: St. Louis Public Library, St. Louis (Missouri)
- 1950: Ruth Dickens Gallery, Chicago
- 1963, 1970–1978: Rockland Center for the Arts, West Nyack (New York)
Eine umfassende Retrospektive seines Schaffens fand 1999 unter dem Titel Ken Nishi: Reflections in Time in der Art Gallery of Nova Scotia in Halifax statt.
Literatur
- Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson, Paul J. Karlstrom (Hrsg.): Asian American Art: A History, 1850–1970. Stanford University Press, Stanford 2008.
- Ken Nishi: Reflections in Time. Ausstellungskatalog. Art Gallery of Nova Scotia, Halifax 1999.
- Ken Nishi Memorial Exhibition. In: Rafu Shimpo, 15. Mai 2004, S. 5.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Patricia Wakida: Ken Nishi. Abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ Artist Biography & Facts Ken Nishi. Abgerufen am 16. November 2025.