Kazimierz Barczyk

Kazimierz Barczyk (* 25. Januar 1950 in Wolbrom) ist ein polnischer Politiker (PC, RdR, ZP, AWS, PO). Er gehörte von 1991 bis 1993 und von 1997 bis 2001 dem Sejm in dessen I. und III. Wahlperiode an.

Leben und Beruf

Kazimierz Barczyk studierte Rechtswissenschaft an der Jagiellonen-Universität und schloss das Studium 1972 ab. Anschließend arbeitete er als Richter an den Bezirksgerichten in Olkusz, Sosnowiec und Krakau. Nach Verhängung des Kriegsrechts wurde er aus dem Richteramt entlassen. Bis 1987 wurde ihm die Zulassung als Rechtsanwalt verweigert, bevor er dann doch zugelassen wurde. Auch in der Dritten Republik arbeitete er als Rechtsanwalt.

Barczyk ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Politik

Von 1979 bis 1982 gehörte Barczyk der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei an. In den 1980er Jahren begann er, sich in der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność zu engagieren. Er organisierte zunächst Gewerkschaftsstrukturen an den Krakauer Gerichten und weitete diese später auf etwa 100 weitere Gerichte im Südosten Polens aus. Er war Mitbegründer und von 1980 bis 1992 Leiter des „Zentrums für bürgerschaftliche Gesetzgebungsinitiativen“, das diverse Gesetzesentwürfe vorlegte. Dabei war er Mitautor der Gesetze zur Gemeindeverwaltung, zur Powiatsverwaltung und zur Woiwodschaftsverwaltung.[1] Von 1986 bis 1989 war er Mitarbeiter der Untergrundzeitschrift „Paragraf“. 1988 war er Rechtsberater der streikenden Stahlarbeiter in der Krakauer Leninhütte.

Ab 1990 war er Mitglied des Komitet Obywatelski „Solidarność“ unter Lech Wałęsa. Von 1989 bis 1991 gehörte er dem Staatsgerichtshof als stellvertretendes Mitglied an. Von 2006 bis 2019 war er dessen Mitglied. Von 1990 bis 1998 gehörte er dem Stadtrat von Krakau an, wobei er von 1990 bis 1993 dessen Vorsitzender.

Barczyk wurde bei der ersten vollständig freien Parlamentswahl 1991 für das Porozumienie Centrum (PC) in den Sejm gewählt.[2] 1992 verließ er als Teil der Gruppe um den ehemaligen Ministerpräsidenten Jan Olszewski das PC und beteiligte sich an der Gründung der Fraktion Ruch dla Rzeczypospolitej (RdR).[3] 1992 wählte ihn der Sejm zum Ankläger im Verfahren gegen den früheren Ministerpräsidenten Mieczysław Rakowski und ein Jahr später in den Verfahren gegen die Generäle Wojciech Jaruzelski und Czesław Kiszczak. Kurz vor der Parlamentswahl 1993 trat er aus der RdR aus und wurde Mitglied der neuen Zjednoczenie Polskie (ZP). Für diese kandidierte er bei der Parlamentswahl 1993 auf der Liste der PC, die jedoch mit 4,4 % der Stimmen an der neu eingeführten 5-%-Hürde scheiterte.[4] Bei der Parlamentswahl 1997 kehrte er für die ZP auf der Liste des Wahlbündnisses Akcja Wyborcza Solidarność in den Sejm zurück.[5] Von 1997 bis 1999 war er Staatssekretär in der Kanzlei des Ministerpräsidenten Jerzy Buzek und anschließend bis 2001 dessen Berater für Kommunalangelegenheiten. Bei der Parlamentswahl 2001 kandidierte er erneut für die AWS, die mit 5,6 % der Stimmen jedoch an der für Wahlbündnisse geltenden 8-%-Hürde scheiterte.[6]

Bei den Selbstverwaltungswahlen 1998 wurde er auf der Liste der AWS in den Sejmik der neugebildeten Woiwodschaft Kleinpolen gewählt. Gegen Ende der Wahlperiode trat er der Fraktion „Małopolska Prawica“ bei. Bei den Selbstverwaltungswahlen 2002 kandidierte er nicht und schied so aus dem Sejm aus. 2005 trat er der Platforma Obywatelska (PO) bei, für die er bei den Selbstverwaltungswahlen 2006,[7] 2010,[8] 2014,[9] 2018[10] und 2024[11] jeweils in den kleinpolnischen Sejmik gewählt wurde. Von 2010 bis 2014 war er Präsident des Sejmik. 2011 wurde er Vorsitzender des Konvents der Präsidenten der Sejmiks.[12] Von 2006 bis 2010 und 2014 bis 2024 war er Sejmikvizepräsident.[13] Bei der Parlamentswahl 2007 bewarb er sich erfolglos für die PO um ein Mandat im Sejm.[14]

Ehrungen

Außerdem wurde er 2008 zum Ehrenbürger der Gmina Koszyce ernannt.[17]

Commons: Kazimierz Barczyk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. „Kazimierz Barczyk“ auf www.wrotamalopolski.pl, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  2. Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 491.
  3. „KLUB PARLAMENTARNY »RUCH DLA RZECZYPOSPOLITEJ«“ auf www.sejm.gov.pl, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  4. Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 610.
  5. Ergebnis in Monitor Polski 1997, Nr. 64, S. 1296.
  6. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  7. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  8. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  9. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  10. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  11. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  12. „Wybrali nowe władze w Konwencie Przewodniczących Sejmików“ auf www.malopolskie.pl, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  13. „Będą kierować Małopolską przez najbliższe pięć lat“ auf www.malopolska.pl, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  14. Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  15. Verleihnachricht in Monitor Polski 2015, S. 1227.
  16. Verleihnachricht in Monitor Polski 2021, S. 776.
  17. Ehrenbürgerliste auf www.koszyce.gmina.pl, abgerufen am 15. Dezember 2025.