Kaukasus-Zwergspitzmaus
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Kaukasus-Zwergspitzmaus (Sorex volnuchini) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Sorex volnuchini | ||||||||||||
| Ognjow, 1921 |
Die Kaukasus-Zwergspitzmaus (Sorex volnuchini), auch Kaukasische Zwergspitzmaus genannt, ist eine Spitzmausart aus der Gattung der Rotzahnspitzmäuse, die in der nördlichen Türkei, in Georgien und Armenien, im russischen Kaukasus und im Talysch-Gebirge im Südosten Aserbaidschans und im nordwestlichen Iran vorkommt.
Merkmale
Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 43 bis 74 Millimeter, hat einen 33 bis 50 Millimeter langen Schwanz und wiegt 2 bis 9 Gramm. Der Schwanz erreicht damit 70 bis 75 % der Kopf-Rumpf-Länge. Die Hinterfußlänge beträgt 10 bis 13 Millimeter. Die Körpergröße nimmt Norden nach Süden zu. Das Rückenfell ist bei ausgewachsenen Tieren dunkelbraun und bei Jungtieren hell bräunlich bis olivfarben. Die Seiten sind etwas heller mit gelblicher Tönung, und Bauch ist hellgrau.[1]
Die Kaukasus-Zwergspitzmaus hat einen diploiden Chromosomensatz von 2n = 40 und FN = 60, mit neun Paaren von metazentrischen und zehn Paaren von akrozentrischen Autosomen. Das X-Chromosom ist groß und metazentrisch, das Y-Chromosom ist klein und akrozentrisch.[1]
Lebensraum und Lebensweise
Im Nordkaukasus lebt die Kaukasus-Zwergspitzmaus in Wäldern und auf Wiesen. Da das Klima im zentralen und östlichen Kaukasus trockener ist, verengt sich der Lebensraum dort auf wassernahe Gebiete. In der nördlichen Türkei lebt sie in feuchten, felsigen Wäldern mit Buchen, Tannen, Fichten und Rhododendrensträuchern. Im Nordkaukasus ist sie auch in feuchten Biotopen nicht häufig, was möglicherweise daran liegt, dass dort die Güldenstädt-Weißzahnspitzmaus (Crocidura gueldenstaedtii) sehr häufig ist, was zu einer Konkurrenzsituation führt. Die Kaukasus-Zwergspitzmaus kann sowohl am Tag als auch in der Nacht aktiv sein, die Hauptaktivitäten finden jedoch während der Dunkelheit statt. Die Ernährung der Kaukasus-Zwergspitzmaus ist bisher nicht näher untersucht worden. Im Mageninhalt mehrerer untersuchter Spitzmäuse fand man Käfer und Raupen. Ihre Fortpflanzungszeit beginnt Ende März oder Anfang April und endet Ende Juli oder Anfang August. In dieser Zeit werfen die Weibchen wahrscheinlich zweimal. Ein Wurf besteht aus 2 bis 8 (durchschnittlich sechs) Jungtieren. Männliche und weibliche Jungtiere wachsen schnell, werden schnell geschlechtsreif und können sich noch im Jahr ihrer Geburt ebenfalls vermehren.[1]
Systematik
Die Kaukasus-Zwergspitzmaus wurde 1921 durch den sowjetischen Mammalogen Sergei Iwanowitsch Ognjow erstmals wissenschaftlich beschrieben. In der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) gehört sie zur Unterfamilie Soricinae und in der Gattung der Rotzahnspitzmäuse (Sorex) in die nach der Zwergspitzmaus (Sorex minutus) benannten Minutus-Gruppe.[1]
Es werden zwei Unterarten unterschieden:[1]
- S. v. volnuchini Ognev, 1921 – kommt im russischen Nordkaukasus (Ciscaucasien), im östlichen Kaukasus und im äußersten Nordwesten des Irans vor (Talysch-Gebirge).
- S. v. colchicus Sokolov & Tembotov, 1989 – lebt im Norden der Türkei und im westlichen Kaukasus (Georgien).
Gefährdung
Nach Angaben der IUCN ist die Kaukasus-Zwergspitzmaus ungefährdet.[2] In einigen Regionen ihres Lebensraums ist sie relativ häufig,[2] in anderen seltener. In Kabardino-Balkarien steht sie auf der regionalen Roten Liste.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Connor Burgin, Rudolf Haslauer, Kai He, Arlo Himckey, Stefan Hintsche, Rainer Hutterer, Paulina D. Jenkins, Masaharu Motokawa, Manuel Ruedi, Boris Sheftel und Neal Woodman: Soricidae (Shrews). In: Don E. Wilson und Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 8: Insectivores, Sloths, Colugos. Lynx Edicions, Barcelona 2018, ISBN 978-84-16728-08-4
- ↑ a b Sorex volnuchini in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016. Eingestellt von: Kryštufek, B., 2016. Abgerufen am 3. November 2025.