Kaufstraße 9 (Weimar)
Das Haus Kaufstraße 9 in der Altstadt von Weimar ist ein denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus.[1]
Geschichte
Das Anwesen besteht aus einem traufständigen Vorderhaus und einem parallel zu diesem an der westlichen Grundstücksgrenze angeordneten Hinterhaus. Es entstand im zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts und ist somit eines der ältesten Häuser Weimars. Die Hofanlage insgesamt ist eine selten überlieferte Hofanlage der Frühen Neuzeit. Dabei wurden ältere Bauteile einbezogen. Der Ladeneinbau im Vorderhaus erfolgte 1879. Dieses erfuhr 1888, 1932, 2009/2001 mehrere Veränderungen. Ein rechtsbündiger aus dem 19. Jahrhundert stammender Seitenflügel wurde 2000 abgerissen.
Das dreigeschossige verputzte Vorderhaus besteht in seinen Außenwänden aus Bruchstein, lediglich um die Breite des Laubengangs nach außen versetzte Hofwand sowie wesentliche Teile des Geschossaufbaues sind aus Holzfachwerk gefügt. Die Diamantquaderbänder der vierachsigen Straßenfassade sind eine Besonderheit im Weimarer Hausbau, welche sowohl die gekoppelten, jedoch axial aufeinander bezogenen Fenster mit ihren profilierten Steingewänden als auch die Fassade insgesamt einfassen. Durch profilierte Gesimse in Höhe der Sohlbänke wird die horizontale Gliederung betont. Über dem kräftig vorkragenden Traufgesims erhebt sich das gaubenbesetzte Satteldach. Das Vorderhaus ist unterkellert mit einem in Lehm gesetztem Bruchsteintonnengewölbe. Die Obergeschosse werden über eine klassizistische verzogene Holztreppe mit Stabbaluster erreicht.
Bemerkenswert sind die hölzernen Stubendecken des zweiten Obergeschosses. Zur Ausstattung zählen weiterhin die Feldertüren aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Holzstube im ersten Obergeschoss im Blockverband mit horizontal gestapelten Hölzern blieb erhalten. Ursprünglich wurde diese durch einen von der Küche aus mit einem Hinterladerofen beheizt. Dessen Rücklage und die steinerne Einfassung der ursprünglich mit einem Rauchhut versehenen Herdstelle in der Küche sind fragmentarisch überliefert. Das Gebäude wurde 2001 instandgesetzt. Eine bauzeitliche Binnengliederung des Gebäudes konnte nicht nachgewiesen werden. Es ist wohl als Werkstatt, Warenlager oder ähnliches genutzt worden. Reste der Ausmalung im Obergeschoss wurden konserviert.[2] Es befindet sich heute hier ein Spezialitätenmarkt.[3]
Weblinks
- Projekt Kaufstraße 9-11. In: dietmargummel.de.
- Kaufstraße, Blick in Richtung Norden In: fotoarchiv.weimar.de.
Einzelnachweise
- ↑ Denkmalliste der kreisfreien Stadt Weimar. (pdf), Stadtverwaltung Weimar, Stand vom 22. Juni 2020.
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 416 f.
- ↑ Thüringer Spezialitätenmarkt. In: weimar-th.deutscheshoponline.com
Koordinaten: 50° 58′ 49,2″ N, 11° 19′ 45,8″ O