Kaufstraße 24 (Weimar)
Die Kaufstraße 24 ist ein Wohn- und Geschäftshaus in der Weimarer Altstadt. Es liegt unweit der Einmündung zum Herderplatz.
Geschichte und Beschreibung
Das in die Stilepoche der Renaissance zugehörige Gebäude wurde um 1570 erbaut. Im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts bekam das Dachgeschoss ein zweiachsiges Zwerchhaus mit Frontispiz und Schmuckkartusche. Dabei wurde das Dachwerk aus der Renaissancezeit, ein zweigeschossiges Kehlbalkendach mit liegendem bzw. stehendem Stuhl, bewahrt, jedoch an der Straßenseite zu einem Mansarddach umgeformt. Im Jahr 1905 wurde das Ladengeschäft eingebaut, von dem die Ladentür und die Granitverkleidung der Stützen erhalten blieben. 1976/77 wurde die Hofwand zum Teil in Hohlblocksteinen ersetzt. Die wandgebundene erfuhr zu großen Teilen eine Erneuerung. Die Hofgebäude, die im 19. Jahrhundert als Seifensiederei genutzt wurden, wurden um 1962 abgebrochen. Bei der Sanierung 2007 wurde das Dachwerk dach- und gefügetreu erneuert.
Das dreigeschossige verputzte Gebäude ist traufständig in die östliche Hauszeile eingebunden und steht mit einer Parzelle auf einem Abschnitt, welcher ursprünglich bis an die Gasse Hinter der Badestube reichte. Das Erdgeschoss besteht aus Bruchstein, während die Obergeschosse aus Holzfachwerk ausgeführt sind, wobei die Straßenseite mit einem Vorlagemauerwerk versehen ist. Die Gefache sind hier abweichend von anderen Bereichen, bei denen eine Füllung mit Staken-Ruten-Geflecht mit Lehmbeschlag vorhanden ist, andere mit Bruchstein gefüllt sind. Die Fassade wird in den Obergeschossen von der gleichmäßigen Fensterreihe und dem Zwerchhaus bestimmt. Auf den ursprünglichen Renaissancebau gehen u. a. die Keller in Form einer querliegenden Tonne im Hauptgebäude und ein Tonnengewölbe unter dem ehemaligen, linken Seitengebäude, das konstruktive Gefüge und im Wesentlichen auch der Grundriss zurück. Die Wohnräume – Stube und Kammer – lagen in der vorderen, Küche und Treppenhaus in der hinteren Raumzone. Die jetzige verzogene Holztreppe mit Stabbalustergeländer ist aus dem späten 19. Jahrhundert. Die Holzstube im ersten Obergeschoss ist bemerkenswert, welche abweichend von der gebräuchlichen Form nur an drei Seiten aus einem Blockverband besteht, während die vierte Wand die Außenmauer bildet.[1]
Einzelnachweise
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 419.
Koordinaten: 50° 58′ 51,1″ N, 11° 19′ 47,7″ O