Kaufstraße 16 (Weimar)
Das Haus Kaufstraße 16 ist ein denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus in der Altstadt von Weimar.
Geschichte
Baugeschichte des Gebäudes
Das dreigeschossige Gebäude befindet sich an der Einmündung des Bornbergs in die Kaufstraße. Es wurde im 16. Jahrhundert errichtet und erlebte im 18. Jahrhundert eine tiefgreifende Erneuerung. Im Jahre 1805 bekam es das vorhandene steile Mansardsatteldach (dendrochronologische Datierung), dessen Ausbau in der bestehenden Form 1883 erfolgte. Die Gestaltung des steinernen Erdgeschosses mit drei toskanischen Zementgusssäulen mit Beschlagmanschetten geht ebenso wie der Hauseingang und des Hausflures auf den Umbau von 1882 nach einem Entwurf von Otto Hetzer zurück. Hetzer wiederum ist weitaus bekannter durch seine Hallenbauten wie die nach ihm benannten Hetzerhalle. Das rechtwinkelig angebaute Gebäude am Bornberg ist ein Neubau aus dem Jahr 2000, der sich an der 1378 erstmals erwähnten, 1830 stillgelegten und schließlich 1833 abgerissenen Bornmühle. Das Haus Kaufstraße 16 nimmt mit seinem Vorderhaus eine städtebaulich exponierte Lage ein und ist mit seiner Traufe an der Kaufstraße ausgerichtet. Die Obergeschosse bestehen aus verputztem Fachwerk, wo sich Teile der barocken Ausstattung wie Türen, Dielenfußböden und Stuckdecken etc. erhalten blieben. Die 1883 eingebaute Treppenanlage wurde 2000/01 jedoch entfernt. Das Gebäude ist mit Bruchsteintonnen, die vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammen, unterkellert.[1]
Geologische Besonderheiten
Laut dem Goetheforscher Karl Kuhn befand sich unter dem Haus Kaufstraße 16 ebenso wie am Bornberg eine aus festem Felsgrund sprudelnde Quelle.[2] Fritz Fink erwähnt die Kaufstraße 16 im Zusammenhang mit der alten Bornmühle.[3] Das trifft indes wohl zu, denn die Rückansicht des Gebäudes, besser der erwähnte Neubau von 2000, wird laut Hans-Joachim Leithner als ein Standort der Bornquelle lokalisiert.[4] Sicher ist, dass das Wasser der Bornquelle für den Betrieb der nicht mehr existenten Bornmühle genutzt wurde. Möglicherweise bezog die einst in der Nähe befindliche Badestube ihr Wasser auch aus dieser Quelle direkt. Das Wasser insgesamt, das für den Mühlenbetrieb notwendig war, lieferte der Lottenbach.[5][6] in Hinsicht auf die Bornmühle bemerkt Axel Stefek das Fehlen eines Mühlgrabens.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 417 f.
- ↑ Karl Kuhn: Aus dem alten Weimar: Skizzen und Erinnerungen, 1905, S. 124.
- ↑ Fritz Fink: Alt-Weimar: das Weimar Goethes und seine Geschichte, 1932, S. 71.
- ↑ Hans Joachim Leithner: Von Brunnenstuben, Röhrenfahrten und Wasserleitungen, den historischen und jüngeren Brunnen in Weimar, Hrsg. Hans-Joachim Leithner im Eigenverlag 2018, Gutenberg Druckerei Weimar (WeimarWissen 1, Der Weimarer Brunnenschatz), S. 88 f.
- ↑ Hannelore Henze, Ilse-Sibylle Stapff: Streifzüge durch das alte Weimar. Weimar 2004, S. 32 f. ISBN 3-86160-156-7
- ↑ Axel Stefek: Weimar unterirdisch – Der Lottenbach und der Schützengraben als historische Stadtgewässer. In: Weimar–Jena: Die große Stadt. Band 4, Nr. 4. Vopelius, 2011, ISSN 1869-7895, S. 241–261, hier: S. 242 (Artikel online [PDF; 1,3 MB; abgerufen am 6. Januar 2020]). Abrufbar unter Artikelangebot bei Vopelius
Koordinaten: 50° 58′ 49,7″ N, 11° 19′ 47,7″ O