Kaufstraße 15 (Weimar)

Das Haus Kaufstraße 15 ist ein denkmalgeschütztes spätklassizistisches Wohn- und Geschäftshaus in der Altstadt von Weimar.

Geschichte

Dem Bau dieses Gebäudes ging 1854 der Abbruch mehrerer Häuser voraus, um ihn in begradigter, um mehrere Meter nach Westen verlegter Bauflucht errichten zu können. Die Ladenzone im Erdgeschoss, seit 1899 Modewarenhandlung Gustav Meyer, nach 1945 Geschäftshaus Haar, wurde wiederholt in den Jahren 1899, 1904/05, 1911, 1925, 1935, 1949 und schließlich 1997/98 verändert. Das viergeschossige und zehnachsige Gebäude ist straßenbildprägend wegen seiner Größe und seiner Lage gegenüber der Einmündung zum Bornberg. Es zählt zu den größten der Stadt. Seine Putzfassade ist u. a. durch gerade Fensterverdachungen und verschiedene Gesimse, so u. a. das Konsolkranzgesims unter der Traufe mit Akanthusfries und Eierstab gegliedert. Ihre Symmetrie wird durch in die Mittelachse platzierte Einfahrt im Erdgeschoss und die gekoppelten Fensterachsen, die darüberliegen, durch deren Rahmungen aus Pilastern und Architraven betont. Die bauzeitliche Ausstattung ist teilweise erhalten wie die doppelflügeligen Wohnungs- und Zimmertüren und der zweiläufigen Holztreppe, deren gusseisernes Stabgeländer ein seltenes Beispiel dieser Herstellungstechnik in Weimar darstellt. Eine neobarocke Holztreppe in der Ladenzone stammt von 1925. Das Hauptgebäude besitzt eine großzügige Kelleranlage, die auch eine ältere Steintonne unter dem nördlichen Seitengebäude einbezieht.[1][2]

Einzelnachweise

  1. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 417.
  2. Art. Geschäftsleben, in: in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 146–152. Hier: S. 149 f.

Koordinaten: 50° 58′ 50,1″ N, 11° 19′ 46,7″ O