Katholische Pfarrkirche Weißbriach

Die römisch-katholische Pfarrkirche Weißbriach steht im Westen des Ortes von Weißbriach in der Gemeinde Gitschtal im Bezirk Hermagor in Kärnten. Die dem Patrozinium des hl. Johannes der Täufer unterstellte Pfarrkirche gehört zum Dekanat Hermagor/Šmohor der Diözese Gurk-Klagenfurt. Die Kirche steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).

Geschichte

Die spätgotische Kirche wurde erstmals 1331 in einem Urbar von Hermagor erwähnt. Über die Weihe zweier Altäre am 26. Oktober 1485 wurde von Paolo Santonino berichtet. 1751 wurde Weißbriach ein ständig mit einem Priester besetztes Vikariat. Im Jahre 1751 wurden Weißbriach und das Weißenseegebiet vom Görzer Bischof Karl Michael von Attems von der Pfarre Hermagor abgetrennt und zur eigenen Pfarre erhoben. Die Kirche wurde 1963 restauriert, bei einer weiteren Außenrestaurierung 1992 wurde die Architekturpolychromie aus dem 16. Jahrhundert teilweise freigelegt.

Architektur

Der einjochige Chor mit 3/8-Schluss ist etwas niedriger als das Langhaus und südlich aus der Achse verschoben. Der dreigeschoßige Kirchturm hat je zwei Spitzbogen- und zwei Biforenschallfenster und ist mit einem Pyramidenhelm bekrönt. Zwischen Chor und Turm befindet sich ein barocker Sakristeianbau. Das erneuerte Westportal wird von einer Pfeilervorhalle überdacht. Im Langhaus und im Chor hat das Kirchengebäude Lanzettfenster, wobei in den Chorschlussfenstern die ursprünglichen Maßwerknasen von außen noch sichtbar sind.

Das Kircheninnere zeigt ein dreijochiges Langhaus mit gekehlten Wandpfeilern mit Rundvorlagen und Kapitellringen und einem Sternrippengewölbe. Im Westjoch fehlen aber Rippen und Wandpfeiler. Im östlichen Langhausjoch befindet sich südseitig eine chorbogenförmige, niedrige Wandnische. Ein rundbogiger, gekehlter Triumphbogen trennt das Langhaus vom Chor. Im Chor erstreckt sich ein Sternrippengewölbe über Konsolen. Das Sakristeiportal mit Spitzbogen steht nordseitig im Vorjoch, daneben ist ein Sakramentshäuschen mit originalem Gitter.

Ausstattung

Das Gemälde in der nördlichen Chorwandlünette über dem Sakristeiportal zeigt die Taufe Christi und stammt aus dem Jahre 1616. Um 1620 wurde das Gemälde mit ornamentaler Rahmung über der Sakramentsnische geschaffen. Es zeigt ein Kreuz mit Engeln, die die Leidenswerkzeuge Christi präsentieren. Die Auferstehung zeigt das mit 1622 bezeichnete Gemälde an der nördlichen Chorschräge. An der südlichen Chorwandlünette zeigt das Fresko das Gastmahl des Herodes mit Salome, der das Haupt des Johannes gebracht wird. Darüber ist die Kreuzigung mit Stifterfiguren zu sehen. Die Engel und Sterne in den Gewölbefeldern wurden um 1600 geschaffen.

Einrichtung

Der Taufstein entstand um 1700. Auf der Orgelempore ist ein barocker Kanzelkorb aus dem Ende des 17. Jahrhunderts abgestellt. Ein Betstuhl ist mit 1649 bezeichnet.

Orgel

Die hölzerne Orgelempore stammt aus dem Barock, die Orgel wurde um 1700 geschaffen.

Geläut

  • Die älteste der drei Glocken stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde 2025 restauriert.[1]

Literatur

  • Weißbriach. Pfarrkirche hl. Johannes der Täufer. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Kärnten 2001. S. 1056–1057.
Commons: Katholische Pfarrkirche in Weißbriach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Reparatur der alten Glocke. Pfarre Weißbirach, 8. April 2025

Koordinaten: 46° 41′ 11,4″ N, 13° 14′ 51,4″ O